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Gastronomie

Neuer Weg: Winkekatzen und Sushi

Im Kegelzentrum des SKC Befreiungshalle in Kelheim ist ein neuer Restaurant-Pächter eingezogen – mit asiatischer Küche.

  • Das asiatische Buffet fand großen Anklang. Foto: Buchner
  • Christa Laßmannist selbst Vereinsmitglied und überzeugt vom Essen: „Ich finde die asiatische Küche hier sehr gut. Mein Mann und ich haben hier schon öfter gegessen und es hat immer gut geschmeckt.“ Foto: Bauchner
  • Thi Nhen Lai (2.v.links) mit ihrem Team. Foto: Buchner
  • Frisches Sushi und kunstvoll geschnitztes Obst gehörten zum Buffet. Foto: Buchner

Kelheim.Urige Holztische und Stühle, Bierfilzl auf den Tischen und folkloristische Ornamente an den Wänden – eine typisch bayrische Gaststube möchte man meinen. Einzig zwei Manekinekos beziehungsweise „Winkekatzen“ passen nicht in das bayerische Ambiente. Der erste und einzige Hinweis auf das servierte Essen; denn den Besucher erwartet nicht bayrische, sondern asiatische Küche.

Im Kegelstüberl des SKC Befreiungshalle in Kelheim, Altmühlfeld 6, ist nun ein neuer Pächter eingezogen: Frau Thi Nhen Lai, die zusammen mit ihrem Mann „Lai’s Asia Sushi-Bar“ leitet.

Der Weg zu dieser Pachtlösung war nicht leicht. Im Jahr 2016 zog der ehemalige Betreiber der bayerischen Gaststätte „Kegelstüberl“ aus den Räumlichkeiten des Kegelvereins aus. Daraufhin konnte schnell ein neuer Pächter, mit ähnlicher Küche gefunden werden – aber schon nach wenigen Wochen gingen Pächter und Verein wieder getrennte Wege: „Die Zusammenarbeit hat schlichtweg nicht funktioniert“ erklärt Christina Weber, erster Vorstand des Kegelvereins SKC Befreiungshalle.

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Eine neue Lösung musste her, ein Pächter konnte aber auf die Schnelle nicht gefunden werden. Deswegen übernahm der Verein selbst bis September 2017 das Getränkeausschenken; Essen wurde nicht angeboten. „In gewisser Weise herrschte hier ein Jahr lang Stillstand“, blickt Christina Weber zurück. Im Herbst änderte sich die Situation: „Frau Lai kam aufgrund unsere Annonce auf den Verein zu und wir waren gleich von einer Zusammenarbeit begeistert“ erinnert sich Weber. Seit September sind die Lais nun die Pächter des Restaurants – die Eröffnungsfeier fand aber erst jetzt im Januar statt.

Thi Nhen Lai kommt mit einem breiten Lächeln aus der Küche und bringt Platten voll asiatischer Köstlichkeiten zu dem Buffet, das für den besonderen Anlass aufgebaut wurde. Von asiatischen über speziell vietnamesischen Spezialitäten bis zu Sushi reichte das breite Angebot. Restauranterfahrung besitzen die neuen Pächter bereits: Sie führten das „Happy Saigon“ in der Kelheimer Ludwigstraße und in der Galgenbergstraße in Regensburg das Restaurant „Lai’s Asia Sushi-Bar“. Nun sind die Pächter wieder in Kelheim.

Es gab auch Skeptiker

Im ersten Moment ist es ungewöhnlich einen bayerischen Kegelverein mit einem asiatischen Restaurant zu verbinden – das findet auch Vorsitzende Weber. „Auch innerhalb des Vereins gab es einige Skeptiker. Gerade die älteren Mitglieder hatten ihre Zweifel und hätten die bayerische Küche teilweise mehr begrüßt. Die Jüngeren sahen vermehrt die Chance und das Potenzial dieses Lokals.“

Inzwischen scheinen alle Beteiligten mit dieser Lösung sehr zufrieden zu sein. „Ich bin überzeugt, dass Frau Lai das gut meistern wird und hoffe, dass immer so viele Leute kommen wie heute“, freut sich Kelheims dritter Bürgermeister Theo Schabmüller. Die Gaststätte ist tatsächlich gut gefüllt: Rund 80 Besucher haben sich eingefunden, aber „die meisten sind Kegler“, stellt Christina Weber fest. „Es wäre schön, wenn zusätzlich auch andere Leute das Restaurant besuchen würden – man muss nicht Kegler sein, um hier essen zu können.“ Die Kegelbahnen des Vereins sind vom Restaurant getrennt, so dass eine „sportfreie“ Atmosphäre beim Mittag-/Abendessen herrscht. Dennoch besteht für Hobbykegler die Möglichkeit, den Restaurantbesuch mit einer Kegel-Session zu verbinden.

„Wir haben schon oft bei Frau Lai gegessen, als sie ihr Restaurant in der Kelheimer Innenstadt hatte – und sind froh, dass sie jetzt wieder in Kelheim ist. Das Essen ist toll.“Familie Rumpel langjährige Kunden bei den Lais Foto: Buchner
„Wir haben schon oft bei Frau Lai gegessen, als sie ihr Restaurant in der Kelheimer Innenstadt hatte – und sind froh, dass sie jetzt wieder in Kelheim ist. Das Essen ist toll.“Familie Rumpel langjährige Kunden bei den Lais Foto: Buchner

Die Schlange am Buffet scheint nicht abzunehmen. Immer wieder holen sich die Restaurantbesucher Nachschub. Es kommt offensichtlich gut an. Kooperationsbereitschaft und Kundenorientiertheit scheinen bei den Lais ohnehin großgeschrieben zu werden: „Bei einer Weihnachtsfeier in unserem Vereinsheim wollten die Mitglieder keine asiatische Küche – Frau Lai hat deshalb für sie Schnitzel zubereitet“, berichtet Christina Weber. Am Eröffnungstag können sich die Pächter im Gegenzug auch über die Unterstützung der Kegler freuen. Sie greifen ihnen unter die Arme und helfen beim Getränkeausschenken. „Alle helfen mir hier so toll, das freut mich sehr“, strahlt Lai.

Aus der Geschichte des Sport-Kegel-Clubs

  • Gründung

    Im Dezember 1964 war es soweit: Elf Idealisten versammelten sich im Gasthaus zum Schwan, zugleich das Clublokal und gründeten den ersten Kegelverein in Kelheim. Sie gaben ihm den Namen „Sport-Kegel-Club Befreiungshalle Kelheim“. Der Club wuchs in kürzester Zeit zu einer ansehnlichen Größe.

  • Vereinsregister

    Im Februar 1966 erfolgte ordnungsgemäß der Eintrag ins Vereinsregister am Amtsgericht Kelheim. Im Juli 1965 wurde um die erste Stadtmeisterschaft Kelheims auf alten Holzbahnen gespielt. Laut Vereinschronik erzielten die Aktiven nur bescheidene Erfolge, aber die Beteiligung und Begeisterung waren umso größer.

  • Kegelzentrum Die Entwicklungen gingen immer weiter. Am 18. März 1988 wurde mit großer Mehrheit in einer Versammlung über den Bau einer Vier-Bahnen-Kegelanlage abgestimmt. Kaum ein Jahr Bauzeit war vergangen und das neue Kegelzentrum in Kelheim war fertiggestellt und im Mai 1990 der Bestimmung übergeben.

Nicht nur sie, auch die Besucher sind begeistert. Asiatische Küche muss also nicht von der klassischen Atmosphäre begleitet werden, um zu überzeugen: „Es ist egal, welche Küche hier ist – solange der Service stimmt und das Essen schmeckt. Und das ist hier der Fall“, fasst Vereinskegler Kurt Rappl zusammen.

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