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Neues Öko-Benzin ist problematisch

Mobilität Ab Februar wird der Sprit E10 an den Zapfsäulen eingeführt. Händler appellieren an Autofahrer, sich genau zu informieren.

Alfred Narwath ist der Betreiber einer freien Tankstelle in Kelheim und begrüßt die Erhöhung des umweltfreundlichen Bioethanol-Anteils.

Landkreis. Der neue Supersprit E10 mit einem zehnprozentigen Anteil von Bio-Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen kommt aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe. Denn die Bundesregierung will den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zurückfahren.

Alfred Narwath, Betreiber einer freien Tankstelle in Kelheim, sollte E10 schon in der zweiten Januarwoche bekommen. Über die OMV hat er bei den Raffinerien in Neustadt und Vohburg bestellt. Doch am Mittwoch informierte ihn der Lieferant, dass es Februar wird. Narwath begrüßt die Erhöhung des umweltfreundlichen Bioethanol-Anteils. Ansonsten stifte das neue Superbenzin „nur Verwirrung am Markt“.

Das Wichtigste, den Verbraucherpreis, kennt der Geschäftsmann noch nicht. Was E10 oder auch das bisherige Super E5 (mit fünf Prozent Bioethanol) künftig kosten wird, erfährt er erst bei Lieferung. In seinen Augen müsste die neue Spritsorte billiger sein als der herkömmliche Kraftstoff, damit die Autofahrer zugreifen. Doch der Tankstellenbetreiber ist skeptisch. Schließlich könne auch das bisherige Superbenzin einfach teurer angeboten werden.

Das Bundesumweltministerium rechnet damit, dass Benzin durch die Einführung von Super E10 mehr kosten wird. Und der Mineralölwirtschaftsverband kündigte jetzt schon an, der Sprit werde teurer.

Nach Alfred Narwaths Aussage werden rund 90 Prozent der Leute, die einen Wagen mit Otto-Motor fahren, E10 tanken können. Bis 2013 wird der bisherige Super-Kraftstoff vom Markt verschwinden. Die zehn Prozent, die E 10 nicht tanken können, müssten dann auf das teure Superplus ausweichen. Derzeit kostet es sechs Cent mehr. Alfred Narwath beklagt die „totale Verwirrung“ auf dem Mineralölmarkt, wo es ohnehin schon zu viele Spritsorten gebe. Allmählich fragen auch immer mehr Autofahrer den Tankstellenbetreiber nach E10 und ob sie es tanken können. „Wir dürfen keine Auskunft geben“, sagt Alfred Narwath, „sonst haften wir“.

An vielen Zapfsäulen verzögert sich die Einführung. Die Kelheimer Edeka-Tankstelle und die Bad Abbacher Baywa-Tankstelle verweisen auf das erste Quartal. Man sei abhängig vom Umstellungszeitpunkt der Mineralöl-Lieferanten, sagt Alexander Hippach von der Edeka-Zentrale in Gaimersheim. Joachim Scharlach, Geschäftsführer der Baywa-Tankstellen-GmbH, steht vor derselben Situation. Er appelliert an die Autofahrer, sich zu vergewissern, ob ihr Wagen E10 verträgt. Die Hersteller informierten auf ihren Homepages darüber.

Bei Waltraud Huber, Pächterin einer Freien Tankstelle in Abensberg, fragen täglich Kunden nach dem Ökosprit. Im ersten Vierteljahr 2011 will sie ihn anbieten. Doch davor seien noch viele Fragen zu klären. Huber fordert, die Autofahrer müssten besser informiert werden. Denn bei bestimmten Wagentypen könne E10 Leitungen und Schläuche beschädigen. Sie nimmt an, dass der Ökosprit etwa dasselbe kosten wird wie E5. Am Donnerstag erkundigte sich Huber bei ihren Lieferanten nach dem Preis, doch die hielten sich bedeckt.

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