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Wirtschaft

Neues Wohnviertel im Kurort

Die Bauwerk BG GmbH hat das Siebig-Gelände in Bad Gögging gekauft und will Wohnungen auf dem Areal bauen.
Von Jochen Dannenberg

Noch ist dasAreal zwischen Waldstraße und TSV-Gelände eine Brache. Bald sollen hier jedoch Wohnungen entstehen. Foto: Dannenberg
Noch ist dasAreal zwischen Waldstraße und TSV-Gelände eine Brache. Bald sollen hier jedoch Wohnungen entstehen. Foto: Dannenberg

Bad Gögging. Der Kurort boomt. An der Heiligenstädter Straße ist eine seniorengerechte Wohnanlage entstanden, in die Kliniken wird investiert und an der Limes-Therme gibt es seit kurzem einen neuen Stellplatz für Wohnmobile. Jetzt kommt noch ein ganzes Wohnviertel dazu. Die Bauwerk BG GmbH aus Neustadt will das ehemalige Siebig-Gelände zwischen der Waldstraße und dem TSV-Sportplatz bebauen.

Zwischen 60 und 110 Quadratmeter

Geplant sind Mehrfamilienhäuser mit circa 120 Wohnungen, sagt Andreas Treffer, einer der Gesellschafter der GmbH. Damit werden rund 250 Personen in dem „Limes-Quartier“ voraussichtlich einmal wohnen. Bei den Bewohnern setzt die Bauwerk BG GmbH auf einen Mix aus älteren Personen und Familien. Die Wohnungen sollen zwischen ungefähr 60 und 110 Quadratmeter groß und barrierefrei sein.

Christian Roßbauer, Andreas Treffer, Werner Reichl und Harald Eberl bauern zurzeit die ehemalige Brauerei Neumeyer zu Wohnungen um. Foto: Dannenberg
Christian Roßbauer, Andreas Treffer, Werner Reichl und Harald Eberl bauern zurzeit die ehemalige Brauerei Neumeyer zu Wohnungen um. Foto: Dannenberg

Die Gebäude sollen auf dem rund 22000 Quadratmeter großen Grundstück des früheren Betonfertigteileherstellers Siebig entstehen. Der hatte einst Betondecken produziert, die Firma hatte jedoch schon vor vielen Jahren den Betrieb eingestellt. Nach und nach waren die Produktionsanlagen verschwunden. Geblieben war eine Brache, die im Bebauungsplan der Stadt Neustadt von 1995 in Teilen als Mischgebiet ausgewiesen war und damit eine gewerbliche Nutzung ermöglicht hätte.

„Wir sind fertig mit der Planung“, sagt Christian Roßbauer, ebenfalls Gesellschafter der GmbH. Trotzdem wird nicht so bald gebaut werden. Erst muss der neue Bebauungsplan genehmigt werden. Er liegt zurzeit zur Einsichtnahme im Neustädter Rathaus aus. Mit dem neuen Bebauungsplan verabschiedet sich die Stadt von der bisher zulässigen Mischbebauung, nach der auch ein Industriebetrieb auf dem ehemaligen Siebig-Gelände zulässig gewesen wäre.

Anwohner in Sorge

Die geplante Bebauung mit ungefähr 120 Wohnungen hatte die Anwohner aus der Waldstraße sehr verunsichert. Entsprechend groß war zunächst auch das Interesse an dem Projekt gewesen, als es im Bauausschuss des Neustädter Stadtrats vorgestellt wurde. Die Kritik der Nachbarn entzündete sich vor allem an der zu erwartenden Zunahme des Kraftverkehrs in der Waldstraße. Befürchtet wurde, dass es mit der Ruhe für die Anlieger nach den Baumaßnahmen vorbei sein könne. Sorgen hatten unmittelbare Nachbarn des Baugebiets, dass mit den Neubauten ihre Grundstücke und Häuser „verschattet“ werden könnten.

Wohnungen

  • Vorhaben:

    Auf dem ehemaligen Siebig-Areal in Bad Gögging zwischen Waldstraße und TSV-Sportplatz soll ein neues Wohnviertel entstehen. Geplant sind ungefähr 120 Wohnungen.

  • Bauherr:

    Das Projekt wird von der Bauwerk BG GmbH von Werner Reichl, Andreas Treffer, Harald Eberl und Christian Roßbauer betrieben. Die Firma ist Teil der ERRT in Neustadt.

Andreas Treffer beruhigt: „Vorgesehen ist eine Bebauung E+1+D.“ Das bedeutet: Zulässig wäre mit Inkrafttreten des Bebauungsplans eine Bauweise, wie sie jetzt schon an der Waldstraße besteht, nämlich Erdgeschoss plus Obergeschoss und Dachgeschoss. Unter den Häusern werden Tiefgaragen angelegt. Das soll das Ziel eines „verkehrsarmen Wohnens“ unterstützen. Der Verkehr in der Waldstraße soll in Zukunft nicht als Einbahnstraße, wie auch schon diskutiert, sondern als „verkehrsberuhigte Zone“ ausgewiesen werden, sagt Bauwerk-Mitgesellschafter und Stadtrat Werner Reichl. Die Straße dürfte damit weiter in beide Richtungen benutzt werden.

Audi sorgt für Nachfrage

Zweifel an dem Projekt hatte es von den Anliegern der Waldstraße auch gegeben, weil man befürchtete, dass die bisherige Kanalisation künftig nicht mehr genügen würde. Dazu erklärte Werner Reichl im Gespräch mit unserem Medienhaus: „Wir haben deshalb ein Ingenieurbüro beauftragt und lassen das von dem Büro planen.“ Harald Eberl, ebenfalls Gesellschafter der Bauwerk GmbH, wies schließlich noch darauf hin, dass die neuen Wohnungen voraussichtlich über ein Biomasseheizwerk beheizt werden. Das könne an die Waso Energie GmbH & Co.KG in Neustadt angeschlossen werden. Die Waso betreibt in Neustadt eine Biomasseheizung, die mit Holzhackschnitzel aus der Region befeuert wird. Die Anlage erhitzt Wasser, das über ein Rohrleitungsnetz zu den Wärmeabnehmern gepumpt wird.

Die Plane für das neue Wohnviertel in Bad Gögging liegen derzeit im Rathaus aus. Auch ein Modell des neuen Viertels gibt es. Foto: Dannenberg
Die Plane für das neue Wohnviertel in Bad Gögging liegen derzeit im Rathaus aus. Auch ein Modell des neuen Viertels gibt es. Foto: Dannenberg

Im ersten Bauabschnitt sollen 27 Wohnungen an der Südseite des Areals entstehen. Die Bauwerk BG GmbH erwartet auch eine Nachfrage aus Ingolstadt, nachdem Audi dort am Bahnhof neu baut. Man könne mit dem Zug in wenigen Minuten von Neustadt nach Ingolstadt fahren.

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