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Wahl

Neumeyer kandidiert nochmal

Martin Neumeyer will Landrat bleiben. Die Delegierten nominieren ihn mit 96,5 Prozent für die Kommunalwahl. Auch mit Kritik.
Von Roland Kugler

Gespannt wartete Landrat Martin Neumeyer (sitzend) auf das Ergebnis der geheimen Abstimmung Foto: Roland Kugler
Gespannt wartete Landrat Martin Neumeyer (sitzend) auf das Ergebnis der geheimen Abstimmung Foto: Roland Kugler

Kelheim.Die Kreisdelegierten der CSU hatten zur Versammlung am Donnerstagabend auf das Schiff „Renate“ an der Anlegestelle Donau geladen. Es stand die wichtigste Entscheidung für die Kommunalwahl im kommenden März an: Wer wird als Kandidat für die Wahl des Landrates nominiert? Viele ahnten es bereits schon vorher: Martin Neumeyer, amtierender Landrat für den Kreis Kelheim, wurde als einziger nominiert und tritt auch wieder an. Die Zustimmung für ihn ist so groß, wie die Erwartungen an ihn sind. Das zeigten auch kritische Stimmen.

Das Innendeck der Renate war fast voll: Gut 200 Interessierte waren zur Landratskandidatennominierung der CSU gekommen, davon 144 Stimmberechtigte. Schließlich stand nichts Geringeres an, als die Nominierung der Kandidaten für die Wahl des Landrats bei den Kommunalwahlen am 15. März im kommenden Jahr.

Die Auswahl war überschaubar, es wurde ein Kandidat vorgeschlagen: der amtierende Landrat Martin Neumeyer. Die Zustimmung für ihn ist sehr groß, ebenso wie die Hoffnungen, Erwartungen und Wünsche an ihn sind. Samt einiger Bitten, Mahnungen und Kritik.

Viel Erfahrung als Politiker

Die CSU im Landkreis Kelheim weiß, was sie an ihrem Landrat hat. Auch wenn sie sonst nicht immer an einem Strang zieht: Der Kelheimer Ortsverband ist seit Jahren zerstritten, im Stadtrat spaltete sich sogar eine eigene neue Fraktion ab. Auf Landkreisebene ist man sich jedoch ziemlich einig, wer als Zugpferd ins kommende Rennen geschickt wird: Martin Neumeyer. „Er ist der Ideen- und Taktgeber für den Landkreis“, sagt seine Parteikollegin Franziska Geß.

„Er ist der Ideen- und Taktgeber für den Landkreis“

Franziska Geß, CSU-Politikerin

Erfahrung als Politiker hat Neumeyer mehr als genug: 1954 in Abensberg geboren, war er dort 32 Jahre im Stadtrat, bevor er 2016 nach wiederholtem Versuch zum Landrat gewählt wurde. Seelenbalsam für die CSU, nachdem Jahrzehnte lang die Freien Wähler mit Hubert Faltermeier diesen Posten inne hatten. Deshalb setzen sie erneut auf ihn: bei der schriftlichen und geheimen Wahl wurden von 144 Stimmberechtigten 143 Stimmen abgegeben. Eine war ungültig, fünf Parteifreunde stimmten gegen Neumeyer, 137 für ihn. 96,48 Prozent Zustimmung, „ich bin sehr zufrieden“ sagte er nach der Wahl erleichtert. Denn zuvor hatte es bei viel Lob auch einige kritische Stimmen gegeben. Eine Delegierte bat um mehr Augenmerk für die Stadt Neustadt. Sie ist fast so groß wie Kelheim, zahlt viel Steuern in die Kreisumlage, und fordert seit Jahren zum Beispiel ein eigenes Gymnasium.

Die Kommunalwahl 2020

  • Wahl:

    Am 15. März 2020 ist in Bayern Kommunalwahl. Dann werden für sechs Jahre Bürgermeister, Gemeinde- Kreis- Stadt- und Landräte gewählt. Die Parteien bereiten sich zur Zeit mit der Nominierung ihrer Kandidaten und Aufstellung ihrer Listen auf den Wahlkampf vor.

  • Ehrenamt:

    Insgesamt werden rund 39 500 Mandatsträger gewählt. Die große Mehrheit von ihnen ist ehrenamtlich tätig.

Noch deutlicher drückte ein anderer Delegierter die Wünsche und Beschwerden der Bürger aus. Er kritisierte nicht den Landrat, aber das unter ihm stehende Bauamt im Landratsamt. „Das Amt muss humaner und einfacher werden. Es werden zu viele Korinthen gekackt, Paragrafen und Gerichtsurteile herangezogen.“ Anneliese Röhrl sprach die Situation des Kelheimer Krankenhauses an. Seit 1976 arbeitet sie dort, und bedankte sich für den Einsatz Neumeyers trotz ständiger Defizite der Klinik und riesiger Investitionen. Momentan wird die Goldberg-Klinik für rund 40 Millionen Euro umgebaut. Diese Belastungen würden oft dem Personal vorgeworfen. Dabei gäbe es ohnehin zu wenig Pflegekräfte und Ärzte, und die vorhandenen arbeiteten seit Jahren am Limit, sagte Röhrl.

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Dauerproblem Krankenhaus

„Pflege wird noch immer nicht adäquat honoriert. Das gesamte Finanzierungssystem muss geändert werden“ appellierte Röhrl an den Landrat. „Man darf keine Wunder erwarten“, sagte Neumeyer. „Es sind große Herausforderungen, alles dauert seine Zeit.“ Er verwies darauf, dass auch schon viel erreicht wurde, seit er 2016 sein Amt antrat. Zum Beispiel Investitionen im öffentlichen Nahverkehr, in Schulen und in der Jugendarbeit. „Wir wollen mit allen ins Gespräch kommen“, sagte Neumeyer.Bürgernähe ist ihm offenbar ein großes Anliegen: Er hat im Landratsamt den Tag der offenen Tür eingeführt, lädt die Bürger mehrmals im Jahr zu einem aktuellen Thema zum „Dialog im Donaupark“. Auch Schulen lädt er ein, um auf die Anliegen der Jugend einzugehen.

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