MyMz
Anzeige

Gemeinderat

„Noch nie so viele weinende Menschen“

Die dramatischen Zustände nach dem Starkregen vor knapp zwei Wochen beschäftigten Rohrs Gemeinderat.
Von Edith Vetter

  • Auch die Rohrer Gemeinderäte beschäftigte nach der Flut in Ursbach die Unwetter-Problematik. Foto: Bösl/FF
  • Die Dirndlnähkurse vom Volksbildungswerk Rohr waren stets ein Renner. Foto: Archiv/Vetter

Rohr.Die jüngsten Hochwasserschäden im Gemeindebereich gingen auch an der Ratssitzung nicht spurlos vorbei. Gemeinderat Dr. Walter Fuchs schilderte noch einmal die dramatischen Zustände in Ursbach und Sallingberg nach dem Starkregen. „Da sind Fische im Garten geschwommen, und so viele weinende Menschen habe ich noch nie gesehen.“ Da müsse die Gemeinde schnellstens handeln. Fuchs regte an, dem Projekt „Bodenständig“ beizutreten, wo man wüsste, was man gegen solche Unwetterschäden machen könne. Es gebe sogenannte Umsetzungsteams, die informieren und engagierte Menschen vor Ort unterstützen sowie mit ihnen maßgeschneiderte Konzepte erarbeiten würden, habe ihm Robert Frank von „Bodenständig“ erklärt.

Bürgermeister Rumpel sagte dazu, dass sich die Marktgemeinde bereits früher um eine Mitgliedschaft beworben habe, allerdings ohne Erfolg, da man die Voraussetzungen nicht erfüllt habe. Man werde sich noch einmal um eine Mitgliedschaft bewerben, so Rumpel. Aufgrund der Straßensanierungsarbeiten Richtung Bachl ärgerte sich Dr. Fuchs über die Raser und forderte Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung von der Gemeinde. Bürgermeister Rumpel erinnerte an die diesbezügliche Stellungnahme vom Bauamt, die bei einer schmalen Straße von drei Metern keine zusätzliche bauliche Verengung zulasse. Lediglich der Einsatz einer Geschwindigkeitsüberwachung sei seiner Meinung nach wirkungsvoll. Die Einführung einer kommunalen Geschwindigkeitsüberwachung wurde im Rat vor einiger Zeit allerdings abgelehnt, so Rumpel. Gemeinderat Sebastian Brummer stellte daraufhin den Antrag, eine weitere Geschwindigkeitsmessanzeige zu kaufen.

Das älteste Volksbildungswerk im Kreis geht in VHS auf

Seit 68 Jahren hat das Volksbildungswerk (VBW) in Rohr Bildung und Kultur gefördert. 1950 wurde der ehrenamtlich arbeitende Verein gegründet und hat seitdem das Kulturangebot in der Marktgemeinde entscheidend geprägt. Jetzt soll die Einrichtung unter dem Dach der Volkshochschule (VHS) Mainburg geführt werden, und die Gemeinde Rohr spendiert eine Viertelstelle, beginnend ab dem Kalenderjahr 2019, mit dem Ziel der Einrichtung einer „Volkshochschule Rohr“ als Nebenstelle der VHS Mainburg. Diesen Vorschlag billigte der Marktgemeinderat einstimmig.

Eine Weiterführung des VBW als älteste Volksbildungseinrichtung im Landkreis sei in der Zukunft nicht mehr möglich, erklärte Bürgermeister Andreas Rumpel in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Die Strukturreform der Erwachsenenbildung in Bayern setzt auf Kooperation und Zusammenschluss kleinerer Einheiten. Ohne die Kooperation mit einem starken und professionellen Partner könne die Erwachsenenbildung in Rohr also nicht mehr bestehen.

Die Tage des Volksbildungswerks seien gezählt gewesen, die Mitgliederzahlen hätten sich rückläufig entwickelt und es habe der Nachwuchs in der Führung gefehlt. So hätten die Ehrenamtlichen des VBW Kontakt mit der Volkshochschule Mainburg aufgenommen. Der Leiter der Volkshochschule Matthias Bendl erläuterte dem Gremium kurz die Modalitäten der Kooperation. Der Übergang sei fließend und das VBW Rohr werde in zwei Jahren Geschichte sein und unter dem Namen Volkshochschule Rohr unter dem Dachverband der VHS Mainburg laufen. Zentrale Arbeiten erfolgen über die VHS Mainburg. Im Herbst gebe es noch ein abgespecktes Jahresprogramm, so Bendl.

Musikfestival wird begrüßt

Viel Diskussionsbedarf ergab sich hinsichtlich des geplanten dreitägigen „Musikfestival Nepomusik“ des Musik- und Kulturfördervereins Rohr mit gemeindlicher Beteiligung bei der Logistik als auch finanziell. Ein Musikfestival in Rohr abzuhalten, wurde allgemein begrüßt. Die Vorschläge zur Umsetzung waren sehr vielfältig und reichten von aktiver Mithilfe von Bauhofmitarbeitern, Vereinsmitgliedern und Marktgemeinderäten oder Engagieren von Fremdpersonal bis zur großzügigen finanziellen Unterstützung. Es wurde ein einmaliger Zuschuss in Höhe von 1200 Euro mit 11:2 Stimmen genehmigt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht