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Rückblick

np3 treibt Neustädter Fischer um

Neustädter Fischerfreunde freuen sich über Zuwachs und engagierte Mitglieder. Möglicher Nationalpark betrübt sie.

Zahlreiche Mitglieder wurden geehrt. Foto: zpi
Zahlreiche Mitglieder wurden geehrt. Foto: zpi

Neustadt.Der mitgliederstarke Verein der Neustädter Fischerfreunde traf sich kürzlich im Bürgersaal zur jährlichen Versammlung. Bevor Vorsitzender Erhard Garbe seinen Geschäftsbericht hielt, erwarben die aktiven Fischer ihre Fischereiberechtigungskarten und registrierten sich für die Gewässer, die die Fischerfreunde ihr Eigen nennen oder gepachtet haben.

Erhard Garbe begrüßte unter den Gästen 3. Bürgermeister Bernhard Rieger, Fronfischer Hubert Schrödl sowie die Ehrenmitglieder und Ehrenvorsitzenden. Rieger überbrachte die Grußworte der Stadt. Anschließend wurden zahlreiche Mitglieder für ihre zehn- bzw. 25-jährige Treue zum Verein geehrt.

Auf 625 Mitglieder gesteigert

Der Verein konnte nach den Worten Garbes seinen Mitgliederstand steigern, der derzeit bei 625 liegt. Auch finanziell stehen die Fischerfreunde gut da, aber eine anstehende Renovierung im Vereinsheim wird einiges an Geld verschlingen. Hier rief der Vorstand die Mitglieder auf, sich fleißig mit Arbeitseinsätzen zu beteiligen, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Ein mehrstündiger Arbeitseinsatz ist für die Fischerfreunde ohnehin Pflicht, und wird auch von den meisten Mitgliedern erbracht. Dieser ist nicht nur bei den begehrten Aktionen wie dem Steckerlfischbraten an Karfreitag oder beim Fischerfest nötig. Auch die Gewässerpflege, der Fischbesatz und die Verwaltung des Vereins nehmen zahlreiche Freizeitstunden der aktiven Mitglieder in Anspruch.

Dass dies immer so hervorragend klappt, dafür bedankte sich nicht nur der Vorstand, sondern auch Kassier Rüdiger Schemm. Der guten Zusammenarbeit zwischen Vorstandsmitgliedern, Fischereiaufsehern, Gewässerwarten und dem Jugendwart sei es zu verdanken, dass die Angelfischerei bei den Neustädter Fischerfreunden an Beliebtheit gewinnt. Nicht zuletzt auch wegen der zahlreichen Aktionen und Zeltlager mit Kindern und Jugendlichen, die der Jugendwart Daniel Hübner mit seinen Helfern organisiert.

Leider fand heuer im Herbst kein Ausbildungskurs zum Erwerb der Fischereierlaubnis statt. Zu wenig Teilnehmer und die Erkrankung eines versierten Kursleiters zwangen die Fischerfreunde, den Kurs ausfallen zu lassen. Aber bereits am 16. Februar haben Interessenten die Möglichkeit, einen neu angebotenen verkürzten Kurs zu besuchen und sich bereits Ende April der begehrten Prüfung zu stellen. Kursbeginn ist um 18.45 Uhr, informieren kann man sich auf der Homepage der Fischerfreunde.

Große Aufmerksamkeit schenkten die Mitglieder dem Aushang eines Plans, der die bevorstehende Renaturierung der Abens zwischen Sittling und dem DLRG-Heim in Neustadt aufzeigte. Diese wird vom Wasserwirtschaftsamt 2018/19 durchgeführt und von den Gewässerwarten der Neustädter Fischerfreunde begleitet. Gewässerwart Klaus Gumpp berichtete, dass 2017 Fische im Wert von 19 000 Euro in die Gewässer gesetzt wurden. So ist eine Nachzucht junger Fische gesichert. Derzeit betreuen die Gewässerwarte wieder das Schlüpfen tausender Bachforellen, was einen täglichen Einsatz nötig macht. Die Eier der Forellen werden in Kästen gepflegt, aussortiert und die geschlüpften Fischchen dann in Donau oder Kels ausgewildert.

Der Sprecher der Fischereiaufseher, Tobias Michel berichtete, dass es bei den Kontrollen der Angler kaum Beanstandungen gab. Die Angler zeigten sich kooperativ, wenn sie kontrolliert wurden und hielten sich an Vorgaben wie die Einhaltung der Schonmaße oder Schonzeiten.

Natürlich war auch der geplante Naturpark Donauauen, kurz np3 Thema. Garbe erläuterte den Zuhörern, dass die Neustädter Fischerfreunde in den letzten Jahren nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Geldmittel in die Renaturierung von Donau oder Kels gesteckt haben. „Wir haben hier das typische Bild: Gegner und Befürworter eines Nationalparks formieren sich und bilden Interessengemeinschaften. Schnell werden den Hauptgegnern eines Nationalparks eigennützige Interessen vorgeworfen.“ Aber ist es Eigennutz, wenn man sich wehrt, von Gewässern vertrieben zu werden, deren Zustand ohne die eigenen Mittel mehr als erbärmlich wären? Die Neustädter Fischerfreunde haben in den letzten Jahren viel Geld in den Erhalt und die Renaturierung unsere Gewässer investiert.

„Kels wäre eine Kloake“

„Die Kels wäre ohne unseren Einsatz nur noch eine Kloake“, so Garbe. Dass die Fischerei in einem Naturpark nicht mehr erlaubt ist, wäre ein herber Schlag für den Verein. Der Fischbesatz der letzten Jahre wäre „die Donau hinabgeflossen“, aber auch das Schwimmen in der Donau, das Sonnenbaden auf der Kiesbank oder das Beobachten der Tiere wäre dann vorbei.

Und gerade die 2017 erfolgreiche Stechmückenbekämpfung mit BTI in und um Neustadt wäre nicht mehr erlaubt. Das kann nicht im Sinne der Bürger sein, und so rief Garbe seine Mitglieder auf, an den Infoveranstaltungen der Interessengemeinschaften teilzunehmen und dem Vorhaben der Staatsregierung kritisch gegenüber zu stehen. Am Ende dankte er allen für die geleistete Arbeit und das Engagement der Mitglieder. (zpi)

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