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Brauch

Patenbitten verlief erfolgreich

Schwere Aufgaben mussten die „Eimbecka“ Bittsteller meistern. Das 125-jährige Jubiläum steht 2020 an.
Von Edith Vetter

Das innige Patenbitten der FW Obereulenbach wurde bei der Rohrer Wehr erhört. Foto: EDITH VETTER
Das innige Patenbitten der FW Obereulenbach wurde bei der Rohrer Wehr erhört. Foto: EDITH VETTER

Rohr.Holzscheitknien, Maßkrugstemmen, Schlauchbiertrinken, Knoten und Stiche machen und allerlei knifflige Fragen lösen – schwierige und bisweilen schweißtreibende Aufgaben hatten die Bittsteller der Freiwilligen Feuerwehr Obereulenbach zu erfüllen, als sie zum Patenbitten nach Rohr kamen. Zahlreiche Rohrer Floriansjünger samt Festgefolge erwarteten beim Feuerwehrhaus mit Spannung das bevorstehende Ereignis. Angeführt von der Feuerwehrführung und Festmutter unter musikalischer Begleitung von den „Donaudeifln“ zog der Bittgang von der Ortsmitte zum Feuerwehrhaus, wo sich das traditionelle Spektakel abspielte.

Tapfer knieten die Antragsteller mit Festmutter Annemarie Kammermeier, Vorstand Manfred Schuster, 2. Vorstand Markus Ostermeier, Kommandant Manfred Höslmeier und Ehrenvorsitzendem Fred Kammermeier auf dem kantigen Holzbalken, um ihre flehentliche Bitte an die Patenwehr vorzubringen. Das Bittgesuch zog sich in die Länge, sodass einer nach dem anderen etwas schmerzhaft das Gesicht verzog, da der kantige Weichholzbalken, augenscheinlich mit jeder Minute mehr zum Hartholz mutierte. Dennoch mussten sie lachen. Was tut man nicht alles für ein erfolgreiches Patenbitten. „Dann lasst’s doch her’n, werd’s endlich g’scheit, a lautes Ja, des uns ganz b’sonders g’freit“, richtete Markus Ostermeier seine flehentliche Bitte an den Vorstand Simon Sedlmayer von der Rohrer Feuerwehr.

Dieser zierte sich noch etwas, weshalb die Festmutter Kammermeier nachlegte. Als Festmutter stellte sie die Bitte an den Verein, die Partenschaft zu übernehmen. „Dann geb’ ma de nächste Zeit a Ruah.“ Die Rohrer belohnten schließlich die Mühe des schmerzhaften Rituals: Sedlmayer sagte den Obereulenbachern mit Vorbehalt die Patenschaft zu. „Doch bevor wir euch erhören, müsst ihr euch bewähren, nach alter Vätersitte“, klärte der Vorstand die Postulanten auf.

Vom 12. bis 14. Juni feiert die Freiwillige Feuerwehr Obereulenbach ihr 125-jähriges Gründungsfest. Dazu benötigen sie einen Patenverein. So warteten auf die vier Bittsteller noch knifflige Aufgaben. Die erste Aufgabe, das Bierfaß-Ozapf’n, war eine der leichtesten Übungen. Auch das Maßkrugstemmen mit Singen der Bayernhymne schaffte das Team mit Bravour. Beim Biertrinken mit einem dünnen Gummischlauch kamen sie schon mehr ins Schwitzen, was sie mit den Wissensfragen allerdings wieder wettmachten.

Bei jedem Pluspunkt durfte der kantige Balken abgehobelt werden, wozu die „Eimbecka“ ihren Feuerwehr-Schreiner Lenz um aktive Hobel-Hilfe baten. Die Zuschauer fieberten bei allen Aufgaben mit, auch als sich die Bittsteller bemühten, bei der letzten Aufgabe, dem Krawattenbinden, gut dazustehen. Nach der definitiven Zusage des Patenvereins wurde bei einer Brotzeit und allerbester Stimmung der erfolgreiche „Bittgang“ gefeiert.

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