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Bluttat

Tödliche Schüsse fielen unter Bekannten

In Abensberg wurde am Mittwoch ein Mann erschossen, eine weitere Person verletzt. Polizei nimmt zwei Verdächtige fest.
von Benjamin Neumaier und Manfred Forster

Auf dem Parkplatz dieses Supermarktes fielen am Mittwochabend Schüsse. Ein 39-jähriger Mann wurde dabei getötet, eine weitere Person wurde ebenfalls durch Schüsse schwer verletzt. Foto: Pieknik/News5
Auf dem Parkplatz dieses Supermarktes fielen am Mittwochabend Schüsse. Ein 39-jähriger Mann wurde dabei getötet, eine weitere Person wurde ebenfalls durch Schüsse schwer verletzt. Foto: Pieknik/News5

Abensberg.Die Polizei bestätigt, dass am Mittwoch, (2. Oktober 2019) kurz nach 18 Uhr eine Person von Schüssen getroffen und tödlich verletzt wurde, eine weitere Person wurde schwer verletzt. Bei dem Toten handelt sich offenbar um einen 39-jährigen Mann. Er wurde laut Angaben der Polizei auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt in der Straubinger Straße erschossen. Mittlerweile befinden sich die beiden festgenommenen Personen im polizeilichen Gewahrsam. Es handelt sich dabei um einen 30-Jährigen und einen 41-Jährigen, teilte die Polizei mit. Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um kosovarische, bei den Opfern um serbische Staatsangehörige, teilte die Polizei am frühen Donnerstagmorgen mit. Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand dürften Tatverdächtige und Opfer untereinander bekannt gewesen sein, so die Polizei um 0.30 Uhr am Donnerstag.

Kriminalität

Tödliche Schüsse schockieren Abensberg

Am Tag nach der Bluttat vor einem Supermarkt ist das Motiv weiter unklar. Der Tatverdächtige sitzt mittlerweile in Haft.

Die Kriminalpolizei hat an den Tatorten die Ermittlungen aufgenommen. „Wir untersuchen, wie oft auf den Mann geschossen wurde und befragen weitere Augenzeugen“, sagte ein Polizeisprecher der dpa am Donnerstagmorgen. Der Verletzte wird nach wie vor in der Klinik behandelt“, sagte der Sprecher demnach. Alle Fahndungsmaßnahmen wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Hier sehen Sie ein Video zu den Bluttaten in Abensberg:

Tödliche Schüsse mitten in Abensberg

Der oder die Täter waren nach den Schüssen an der Straubinger Straße mit einem Fahrzeug in unbekannte Richtung geflüchtet. Gegen 18.30 Uhr fielen laut den Polizeiangaben an einem anderen Ort in Abensberg erneut Schüsse. Dabei wurde eine weitere Person schwer verletzt. Es handelt sich um einen 46-Jährigen – die Polizei konnte dessen Alter gegen 22.30 Uhr bestätigen. Der Mann befindet sich laut Mitteilung der Polizei in einer Klinik. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Gegen 20 Uhr hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen.

Umstände und Motiv der Tat unklar

Die umfangreichen Fahndungsmaßnahmen liefen aber bis in den späten Abend weiter, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die Einsatzzentrale war laut der Erstmeldung der Polizei um 18.10 Uhr darüber informiert, dass in der Straubinger Straße Schüsse gefallen seien. Nach wie vor sind die genauen Umstände und auch das Motiv der Tat sind noch nicht klar. Die Polizei warnte vor Spekulationen zu den Hintergründen.

Augenzeuge berichtet von zweiter Schießerei

Augenzeugen berichten der Mittelbayerischen gegen 21 Uhr, dass in der Siedlung Am Weinberg „schwer bewaffneten Polizisten wimmelt“. Dort hatte sich laut Augenzeugenberichten in der Einmündung Traubenstraße/Rebenstraße der Vorfall ereignet. „Ich wollte nach Hause, da sah ich zwei Autos an der Kreuzung nebeneinander anhalten. Es war kein Unfall, wie in sozialen Netzwerken spekuliert wird. Die Fahrer stritten kurz bei geöffnetem Fenster, dann schoss der eine dreimal auf den anderen“, sagt ein Augenzeuge. „Dann ist er weitergefahren.“

Unweit dieser Stelle wurde im Mai 1997 der Fitnessclub-Besitzer Pit Koller erstochen. Dieser Mord ist nach wie vor ungeklärt:

Serie

Der Schwertmord von Abensberg

Ostbayerns ungelöste Mordfälle: 1999 wird Fitnessclub-Besitzer Pit Koller brutal niedergestochen. Der Prozess wird zur Farce.

Auch beim ersten Vorfall vor dem Supermarkt gibt es Menschen, die den Vorfall mitbekommen haben. Eine Zeugin, die sich während der Tat in einem Supermarkt-Markt in der Straubinger Straße aufhielt, erzählt, dass sie um etwa 18.10 Uhr einen „Schuss oder ein ähnliches Geräusch“ gehört habe. Nachdem sie das Parkhaus verließ, sah sie eine Person, sie glaubt einen Mann, auf dem Parkplatz liegen.

Verbrechen

Doppelmord: Die Erinnerung verblasst

Vor 25 Jahren wurden in Unterwendling zwei Menschen erschossen. Die Nachbarn sprechen nur noch selten darüber.

Er wurde ihren Angaben nach bereits von Sanitätern behandelt, auch eine Polizeistreife war bereits vor Ort. „Ich dachte, er wäre angefahren worden. „Im Kreisel beim Einkaufszentrum kamen dann aber drei weitere Polizeiautos, da dachte ich mir schon, dass da mehr passiert sein muss. Erst als ich zu Hause war, habe ich über Freunde mitbekommen, dass die Person wohl erschossen wurde“, sagt sie.

Zeugin: „Menschentraube, aber keine Panik“

Auf dem Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt habe sich zwar eine Menschentraube gebildet, „Panik herrschte aber keine“, sagt sie.

Großeinsatz in Abensberg am Mittwochabend - mehr als 100 Personen waren im Einsatz, nachdem Schüsse gefallen waren. Foto: Pieknik/News5
Großeinsatz in Abensberg am Mittwochabend - mehr als 100 Personen waren im Einsatz, nachdem Schüsse gefallen waren. Foto: Pieknik/News5

Einem anderen Beobachter war das Polizeiaufgebot an der Straubinger Straße aufgefallen, als er von der B 16 kommend zum McDonald‘s fuhr. Gleich darauf habe er über Social Media von dem Vorfall mit einer Schusswaffe erfahren. „Da habe ich gleich geschaut, dass ich weiter komme“, berichtete er der Mittelbayerischen.

Sehen Sie hier mehr Fotos vom Tatort:

Abensberg: Toter in Abensberg

Zusätzlich zur Polizei waren deutlich mehr als 100 Personen am Mittwochabend in Abensberg im Einsatz, davon 85 vom Roten Kreuz - 60 rein ehrenamtliche, wie der Kreisverband auf Facebook postete. Die ersten Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes waren ab erster Meldung um 18.05 Uhr vor Ort. Gegen 18.20 Uhr wurde Großalarm seitens des Rettungsdienstes ausgerufen.

Der Kriseninterventionsdienst „Mona“ betreute mit sechs Personen die direkt Betroffenen. Eine Betreuungsstelle wurde laut Mittelung des BRK in der Grundschule Abensberg errichtet.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Tatablauf vor dem Verbrauchermarkt in Abensberg geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Landshut unter Tel.: 0871 / 9252-0 in Verbindung zu setzen.

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