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Region Kelheim
Samstag, 22. September 2018 19° 4

Entscheidung

Pfarrwiese wird zum Parkplatz

Der Saaler Gemeinderat will Langzeitparker aus der Ortsmitte haben und den Ort für Geschäfte und Kunden attraktiver machen.
Von Roland Kugler

Auf der Wiese hinter der alten Kirche, zwischen Bahngleis und Feckinger Bach, will die Gemeinde einen Parkplatz bauen. Foto: Roland Kugler
Auf der Wiese hinter der alten Kirche, zwischen Bahngleis und Feckinger Bach, will die Gemeinde einen Parkplatz bauen. Foto: Roland Kugler

Kelheim.Die Entscheidung war relativ deutlich, die Diskussion sehr kontrovers: mit 13 zu 6 Stimmen beschlossen die Saaler Gemeinderäte einen Parkplatz zu bauen. Nicht weit von der Ortsmitte, hinter der alten Kirche, etwa hundert Meter vom Kirchplatz entfernt. Auf der Wiese an der Bergstraße, der sogenannten Pfarrwiese, sollen etwa 55 Autoparkplätze entstehen.

Bürgermeister Nerb bezeichnete die Parksituation zu bestimmten Zeiten und an manchen Stellen im Ort als „chaotisch“. Als Beispiele nannte er die Arztpraxis in der Hermann-Löns-Straße, bei der Schule, und in der Hauptstraße. Entlang dieser befinden sich die meisten Geschäfte in Saal, und für deren Kunden müssten ausreichend Parkplätze angeboten werden. Zumal mit dem geplanten Bau eines Gebäudes auf dem Kirchplatz der Bedarf noch steigen werde. Nächstes Jahr sollen dort unter anderem eine Metzgerei, eine Praxis und Saals Bücherei entstehen. Das wollten einige Gemeinderäte aber erst abwarten: „Es gibt genügend zentrale Parkplätze bei der neuen Kirche“ sagte Martin Fahrnholz, sie stünden meistens leer. „Warten wir erst ab bis das neue Gebäude gebaut wird und wie es sich entwickelt“ sagte Rainer Kutil. „Ich bin dagegen dass wir schon wieder für etwas in Vorleistung gehen, das noch gar nicht da ist“ lehnte auch Wolfgang Ludwig das Vorhaben ab.

Ortszentrum soll belebt werden

Die Gemeinde kennzeichnet zur Zeit mit Nagelreihen die Parkplätze im Ort um die Parksituation zu ordnen. Im Zuge der Verkehrsüberwachung, an der sie seit Kurzem teilnimmt, wird sie auch das korrekte Parken kontrollieren lassen und Verstöße ahnden.

Der Parkplatz soll rund 315 000 Euro kosten. Die Wiese soll mit Rasengittersteinen versehen werden, damit Regenwasser versickern kann. Die Gemeinde hat einen Antrag bei der Städtebauförderung gestellt, im günstigsten Fall würden 60 Prozent der Kosten übernommen. Für die Kommune blieben dann etwa 126 000 Euro.

„Wir wollen unsere Ortsmitte und die Geschäfte beleben“ sagte Nerb. Er hofft, mehr Gewerbetreibende – in Saal stehen einige Geschäfte leer – und Kunden in den Ort zu locken. Für Beschäftigte, Anwohner und Langzeitparker soll der Parkplatz gebaut werden. Auch mit Blick auf die Zukunft hält er es für notwendig, jetzt schon zusätzliche Parkmöglichkeiten zu schaffen.

Dazu gibt es auch schon wegweisende Entscheidungen

Nerb hofft, dass durch die Neugestaltung des Bahnhofs und dem Projekt „Ort der Ruhe und Besinnung“ auf dem alten Friedhof mehr Touristen nach Saal kommen und die Gemeinde vom Fremdenverkehr profitiert. „Es ist heutzutage sehr wichtig, dass es Parkplätze für Kunden vor den Geschäften gibt. Sonst kommen sie nicht wieder“, unterstützte Robert Fuchs das Vorhaben des Bürgermeisters.

Ein weiteres Thema war die Wasserversorgung von Saal. Der eigene Brunnen darf in Zukunft nicht mehr betrieben werden, die Gemeinde beabsichtigt 2020 zur Hopfenbachtalgruppe zu gehen. Hier gibt es bei einigen Räten Bedenken, ob diese die zusätzliche Versorgung mit ihren vorhandenen Brunnen und Hochbehältern gewährleisten kann. Nerb sagte, dass dies durch Fachleute bereits 1996 bestätigt worden sei und sich seitdem nichts geändert habe.

Antrag für Aufnahme

Zudem sei im Verbund mit den Kelheimer Stadtwerken eine zweite unabhängige Wasserversorgung für den Notfall gegeben. Die Räte beschlossen den Antrag für die Aufnahme bei der Hopfenbachtalgruppe zu stellen. Der dahingehend erweitert wurde, dass bei erfolgreicher Aufnahme auch der gesamte Ort Mitterfecking versorgt werden soll. Die weitere Ausweisung eines Wasserschutzgebietes soll dort deshalb nicht mehr verfolgt werden. Auch der dortige Brunnen soll dann stillgelegt werden um etwaige Sanierungskosten zu sparen. Er soll aber nicht verfüllt werden sondern erhalten bleiben. Der Abwasserzweckverband übernimmt das Kanalsystem der Gemeinde, deshalb muss diese nächstes Jahr ihre Kanäle durch eine Befahrung überprüfen.

Die Räte gaben gegen zwei Stimmen grünes Licht für einen weiteren Stellplatz des Autoterminals BLG. Zwischen der Brücke über die B 16 und dem Klärwerk sollen zu den bereits vorhandenen 25 000 rund um Kelheim und Saal abgestellten Autos noch einmal 700 bis 800 dazukommen.

Im Baugebiet Heide 6 an der Lindenstraße werden demnächst neun Bauplätze vergeben. Die Gemeinde Saal verfolgt dies nach einem Punktesystem, mit dem unter anderem Familienmitglieder und soziale Aspekte berücksichtigt werden.

Vereinsheim: Auch der Bau des Tennis- und Schützenheims geht voran. Es wurden die Arbeiten für Elektro- und Sanitärinstallationen und für die Fenster vergeben.

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