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Nautrschutz

Pflegeschnitt am Weltenburger Abgrund

Spezialisten am Kletterseil stellen derzeit Felsen in der Weltenburger Enge frei und helfen so Pflanzen und Tieren.

Derzeit laufen zur Erhaltung der artenreichen Magerrasen die Nachpflege-Maßnahmen an den Felsen im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge. Foto: Tom Wolf
Derzeit laufen zur Erhaltung der artenreichen Magerrasen die Nachpflege-Maßnahmen an den Felsen im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge. Foto: Tom Wolf

Weltenburg.Seit einigen Tagen laufen im Naturschutzgebiet (NSG) „Weltenburger Enge“, bekannt für seine atemberaubende Landschaft und eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt, die Nachpflege-Arbeiten zur Freistellung ausgewählter Felsformationen auf Hochtouren.

Auf Grundlage des FFH-Managementplanes wurden vom Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. auch in diesem Jahr gezielte Nachpflege-Maßnahmen gemeinsam mit den Naturschutzbehörden sowie dem Forstbetrieb Kelheim im Donaudurchbruch umgesetzt. Die Felspartien im NSG „Weltenburger Enge“ wachsen zunehmend mit Gehölzen ein, wie Vergleiche mit historischen Abbildungen zeigen. Dies führt zunehmend zur Verdrängung und zum Verlust seltener Tier- und Pflanzenarten. So werden die Diptam-Vorkommen in den Saumbereichen der Felsköpfe zusehends von Gehölzen überwachsen. Auch der Lebensraum verschiedener Schneckenarten offener Felsen, die bereits seit der letzten Eiszeit hier heimisch sind, ist bedroht.

Uhu und Wanderfalke profitieren

Dadurch verliert das vom Europarat mit dem Europadiplom ausgezeichnete Gebiet an naturschutzfachlichem Wert und touristischer Attraktivität. Dieser Entwicklung muss zum Schutz wärme- und lichtbedürftiger Arten und Biotope entgegengewirkt werden. Besonders seltene Felsbrüter, wie Uhu oder Wanderfalke profitieren von den freistehenden, leicht zugänglichen Felsnischen. So konnten in diesem Jahr insgesamt sechs Uhu- sowie zwei Wanderfalken-Junge im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge dokumentiert werden.

Am langen Seil hängen die Kletterspezialisten im Fels und schneiden Bäume aus. Foto: Armin Ilgenfritz
Am langen Seil hängen die Kletterspezialisten im Fels und schneiden Bäume aus. Foto: Armin Ilgenfritz

Geologisch gehört die Weltenburger Enge zum Oberjura (Kalkstein), also der fossilreichsten Formation Deutschlands, die vor etwa 150 Millionen Jahren abgelagert wurde, als das Gebiet noch ein flaches Meer war. Das Durchbruchstal wird von bis zu 80 Meter hohen Felswänden begrenzt, in denen zahlreiche kleinere Höhlen liegen. Zwischen der sogenannten Stillen und der Langen Wand verengt sich der Strom bis auf 110 Meter und erreicht eine Wassertiefe von 20 Metern. Die Kalkstein-Formationen tragen phantasiereiche Namen wie Die drei feindlichen Brüder, Räuberfelsen, Kuchelfelsen, Versteinerte Jungfrau, Bayerischer Löwe, Bischofsmütze, Zwei Sich-Küssende, Römerfelsen, Peter und Paul, Bienenhaus oder Napoleons Reisekoffer.

Die Methode der Kletterseiltechnik

„Den in den vergangenen Jahren erforderlichen Felsfreistellungsmaßnahmen folgen nun, nach dem Ausfliegen der Jungvögel, die Nachpflege-Maßnahmen“,erklärt Franziska Jäger, Gebietsbetreuerin Weltenburger Enge. Seit einigen Tagen arbeitet wieder eine Spezialfirma in den steilen Felsbereichen. Mit der Methode der Kletterseiltechnik wird der nachwachsende Gehölzaufwuchs an den Felskanten und auf den Felsbändern zurückgenommen. Die Finanzierung der Arbeiten erfolgt über die Naturschutzbehörden aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

Weltenburger Enge

  • Das Gebiet:

    Der Donaudurchbruch Weltenburger Enge ist ein einmaliges Naturschauspiel. Das Naturschutzgebiet erhielt 1978 erstmals das Europadiplom.

  • Auszeichnung:

    2008 wurde diese Auszeichnung um weitere zehn Jahre verlängert. Die „Weltenburger Enge“ zählt zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns, die vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgesucht werden.

Armin Ilgenfritz von der Firma Moscito-Seiltechnik bestätigte: „Es ist zwar sehr anstrengend aber auch wunderschön, in der Weltenburger Enge diese Arbeit für die Natur zu leisten. In den steilen Felsen, über dem Wasser hängend, ist es selbst für uns eine besondere Herausforderung!“

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