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Gemeidnerat

Plan zu Gewerbegebiet wird konkreter

Der Gemeinderat beschließt einen Bebauungsplan für zwei Betriebe in Mitterfecking. Doch der Anwohner-Widerstand bleibt.
Von Roland Kugler

Auf dem Grünstreifen zwischen Saaler Straße und Waldsiedlung (rechts) und der Kreisstraße (links) wollen sich zwei Betriebe ansiedeln Foto: Roland Kugler
Auf dem Grünstreifen zwischen Saaler Straße und Waldsiedlung (rechts) und der Kreisstraße (links) wollen sich zwei Betriebe ansiedeln Foto: Roland Kugler

Saal.Seit der Gemeinderat mit knapper Mehrheit die Pläne für einen Handwerkerhof – ein kleines Gewerbegebiet – in Mitterfecking beschlossen hat, gibt es Streit darüber. Das Gebiet soll auf einem etwa 40 Meter breiten Grünstreifen zwischen der Saaler Straße und der Kreisstraße KEH10 entstehen. Die Anwohner der dort unmittelbar angrenzenden Waldsiedlung sind mehrheitlich dagegen. Auch im Gemeinderat wird das Vorhaben kontrovers diskutiert.

Nach der Veröffentlichung der Pläne gab es zahlreiche Einwände aus der Bevölkerung. Um genau festzulegen, welche Betriebe sich dort ansiedeln und wie deren Planungen aussehen sollen, schlug Bürgermeister Christian Nerb einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan vor. Bei einer Zustimmung verlangt dieser von den Bauwilligen detailgenaue Angaben und Pläne über Vorhaben und Gestaltung ihrer Betriebe. Es handelt sich um ein Fliesenleger-Unternehmen, und eine Autowerkstatt, die sich dort ansiedeln möchten. Sie sind bereits in Saal und in Mitterfecking ansässig, möchten sich aber beide vergrößern.

Der falsche Ort

„Die Wähler für Wähler sind nicht gegen Gewerbetreibende, sondern der Ort ist nicht der richtige“, sagt Mario Kaspar. Er wolle bereits vor einem Beschluss genaue Pläne sehen, nicht erst danach. Das sei rechtlich möglich, aber nicht zwingend erforderlich, sagt Sabine Arnold vom Bauamt der Gemeinde. Bürgermeister Nerb (Freie Wähler) verweist darauf, dass die einzelnen Details bei den Auslegungen der Bebauungspläne diskutiert und beschlossen würden.

Auch Wolfgang Ludwig von der SPD ist grundsätzlich gegen ein dortiges Gewerbegebiet. „Durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan wird nur ein Teil der Einsprüche befriedigt“ sagt er. Etwa die Befürchtungen, dass sich nach Aufgabe der Betriebe völlig andere ansiedeln könnten. „Alle anderen Einwände sind nach wie vor gültig und auch nachvollziehbar“ sagt Ludwig. „Wir wollen keine Einwände befriedigen, sondern verschärfte Vorschriften schaffen“, entgegnete Nerb. „Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan schnürt ein strenges Korsett. Es wird genau festgelegt, was und wie dort gebaut wird.“ Ebenso werde vorgegeben, dass nach etwaiger Aufgabe des Fliesenleger-Betriebes oder der Autowerkstatt auch nur genau solche Unternehmen dort weiter machen dürften – mit derselben Ausrichtung und Gestaltung ihrer Betriebe.

Gewerbegebiete

  • Nachfrage:

    „Die Nachfrage nach Flächen für Gewerbetreibende in der Gemeinde Saal ist groß“, sagt Bürgermeister Nerb. Häufig würden bei ihm Anfragen von Betrieben eingehen. Er ist für ein Gewerbegebiet in Mitterfecking, um die Betriebe in der Gemeinde zu halten.

  • Angebot:

    Aktuell stehen keine Flächen zur Verfügung. Ein großes Gewerbegebiet „Auf dem Gries“ soll in Saal geschaffen werden.

Josef Rummel von den Unabhängigen Wählern hat ebenfalls Bedenken gegen ein Gewerbegebiet vor dem dortigen Wohngebiet: „Gebe es Alternativen, würde ich ganz davon absehen“, sagt er. Er sieht auch Diskussionsbedarf bei den Plänen. Bei den bisher vorgestellten Maßen, etwa der Höhen der Hallen, müssten Kompromisse gefunden werden, sagt Rummel. Nerb betont wiederholt, dass dies in den Auslegungen der Baupläne geschehen könne.

Mit 17 zu vier stimmen die Räte schließlich für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit paralleler Änderung des Flächennutzungsplanes. „Wir bekommen damit wirklich strenge Auflagen und müssen alles bis ins kleinste Detail planen“, sagt Bernd Schmid, Antragsteller der Autowerkstatt. „Aber wir nehmen das an, weil wir dort bauen möchten.“

Petitionsausschuss angerufen

Ganz anders sehen das die Gegner des Gewerbegebietes. Sie befürchten Belästigungen durch zusätzlichen Lärm, Verkehr, Abgase und andere Beeinträchtigungen ihrer Wohn- und Lebensqualität. Sie haben bereits mehrere hundert Unterschriften gesammelt und vor Kurzem sogar in München den Petitionsausschuss des Landtages angerufen. „Er hat der Gemeinde einstimmig empfohlen, die Standortwahl zu überdenken“, sagt Familie Kutscher aus dem betroffenen Wohngebiet.

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