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Sonntag, 22. Juli 2018 28° 8

Caravaning

Platz für große Wohnmobile

Der neue Wohnmobilstellplatz bei der Limes-Therme in Bad Gögging ist in Betrieb gegangen. 600 000 Euro wurden investiert-
Von Jochen Dannenberg

Bad Gögging.Wohnmobile liegen im Trend. Die Zulassungszahlen gehen seit Jahren steil nach oben. Davon profitiert auch die Limes-Therme. Zumindest in kleinem Umfang. Im vorigen Jahr reisten bei der Therme nämlich 2831 Gäste mit 1462 Fahrzeugen an und sorgten für 6718 Übernachtungen. Zum Vergleich: Der Kurort verzeichnete im vorigen Jahr 480 000 Übernachtungen. Dennoch sieht Franz Bauer, Werkleiter der Limes-Therme, und der Zweckverband Bad Gögging als Betreiber der Therme den Bedarf für eine Investition in einen größeren Wohnmobilstellplatz.

An der Limes-Therme gibt es jetzt 43 Plätze für Wohnmobile. Pro Wohnmobil sind 12 Euro zu zahlen. Foto: Dannenberg
An der Limes-Therme gibt es jetzt 43 Plätze für Wohnmobile. Pro Wohnmobil sind 12 Euro zu zahlen. Foto: Dannenberg

600000 Euro hat der Zweckverband investiert. Die Zahl der Stellplätze stieg von 14 auf 43. Auch große Fahrzeuge (ab sieben Meter), sogenannte „Long Vehicles“, können jetzt bequem eingeparkt werden. Zur Ausstattung gehören auch eine automatische Entsorgungsstation für die Fäkalien aus den Wohnmobilen und Stromanschluss mit Wertkartenfunktion. „Den ersten Nutzern gefallen die komfortablen Ausstattungen und insbesondere die unmittelbare Nähe zur Therme und zum Kurzentrum“, erklärte Franz Bauer anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der neuen Anlage vor wenige Tagen.

Kurze Wege wichtig

„Wir sind mehrere Tage unterwegs“, sagen Bärbel und Werner Lehmann, die aus Homberg/Ohm kommen. „Die neue Anlage ist ansprechend, der Platz ist gepflegt und die gepflasterten Flächen neben den Stellplätzen eignen sich gut für die Campingmöbel.“ Auch Helmut Reuter, Fahrlehrer aus Weißenburg, der mit seiner Frau im Wohnmobil unterwegs ist, lobt: „Wir waren schon öfters hier. Uns gefällt‘s.“ Besonders wichtig sind ihm und seiner Frau die kurzen Wege.

Und sonst? Ein Gast reist schon wieder ab, kaum dass er eingetroffen ist. Er sagt: „Der Weg bis zur Anmeldung in der Therme ist zu weit. Wir mussten eine halbe Stunde warten, bis wir uns endlich anmelden konnten.“

Die Anlage wurde als „TopPlatz 2018“ ausgezeichnet und ist damit eine der 100 besten in Deutschland.  Foto: Dannenberg
Die Anlage wurde als „TopPlatz 2018“ ausgezeichnet und ist damit eine der 100 besten in Deutschland. Foto: Dannenberg

Als der Mann endlich dran war, wollte er in der Therme duschen, doch alles sei belegt gewesen. Er resümiert: „Der Platz ist wunderschön. Aber das Personal an der Anmeldung war überfordert und der Weg über die Fußgängerzone zur Anmeldung ist zu weit.“

Bärbel Lehmann stimmt zu: „Vom Organisatorischen hier muss man sich noch ein bisschen ins Zeug legen. Wir kamen erst um 19 Uhr an und da gab es keinen Strom mehr. Ein Automat, wie es ihn an anderen Plätzen gibt, wäre besser.“

Unzufrieden abgereist

Und weil Bärbel Lehmann eine resolute Frau ist, ging sie denn auch gleich zur Eröffnungsfeier für den neuen Wohnmobilstellplatz, wo gerade der Thermenleiter, der Bürgermeister und andere Gäste versammelt waren, und brachte ihr Anliegen ungefragt vor. Um 19 Uhr habe sie am Vorabend keine Karte mehr für den Stromautomaten bekommen, ruft sie dem Thermenleiter zu. Der erwidert nur kurz: „Solange die Therme geöffnet ist, kann man sich auch eine Karte holen.“ Im Gespräch mit unserem Medienhaus beteuerte die Frau, dass das nicht gelungen sei. Zufrieden sind die Lehmanns nicht. Sie reisen kurze Zeit später ab. Vielleicht sind das alles noch Anlaufschwierigkeiten.

Kein Gefälle

Ein Schweizer aus dem Kanton Thurgau hat nämlich ganz andere Erfahrungen gemacht. Er schleppt gerade einen Kanister mit frischem Wasser zu seinem Wohnmobil und meint: „Die neue Anlage ist in Ordnung.“

Jürgen Dieckert, Kenner der Branche und Geschäftsführer der Gesellschaft für innovatives Regionalmarketing (IRMA), hat bei der Entwicklung der neuen Anlage mitgewirkt. Er stellt fest: „Was der Architekt hier gut umgesetzt hat, ist der Umstand, dass der Platz so gut wie kein Gefälle hat.“ Dieckert betont, dass es bei der Anlage eines Stellplatzes meist um viele Kleinigkeiten gehe. So sei es beispielsweise wichtig, dass das Wasser bei Regen gut vom Platz ablaufe. Wichtig sei auch ein breiter Rangierweg am Stellplatz, denn Wohnmobile würden immer größer werden.

Die bisherige Anlage hatte sich in einem entlegenen Winkel des Parkplatzes an der Therme entwickelt.  Foto: Dannenberg
Die bisherige Anlage hatte sich in einem entlegenen Winkel des Parkplatzes an der Therme entwickelt. Foto: Dannenberg

Wichtig sei auch die Entsorgung der Fäkalien. „Jedes Fahrzeug hat einen anderen Auslass“, erläutert er. Deswegen sei es von Bedeutung, dass die Fahrer der Wohnmobile genug Platz haben, um ihr Fahrzeug über der Ablassstelle zu positionieren. Die Entsorgungsstation erlaube es sogar, dass zwei bis drei Fahrzeuge gleichzeitig entsorgt werden könnten. „Die Ansprüche der Wohnmobilfahrer steigen“, betont Dieckert. Was den neuen Bad Gögginger Platz auszeichne, sei der Umstand: „Der Platz ist dort, wo das touristische Leben spielt. Das ist hier optimal gelöst.“ Und deshalb darf sich die Anlage auch „TopPlatz 2018“ nennen. Jürgen Diekert überreichte die Auszeichnung seitens der Gesellschaft für innovatives Regionalmarketing.

Nahe am Kurbereich

Neustadts Bürgermeister Thomas Reimer stellte fest, der neue Platz sei eine wichtige Ergänzung für den Tourismus im Landkreis und im Kurort. „Es gibt Leute, die gerne sehr nahe am Kurbereich sind“, meinte er. Und mit Blick auf die noch kahle Umgebung der neuen Stellplätze: „Wenn die Eingrünung da ist, kann man sich wohlfühlen.“

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