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Geburtstag

Polit-Pause war schnell vorbei

Seit 2018 ist Kelheims Alt-Landrat Dr. Hubert Faltermeier in der Politik zurück. Jetzt zum 70. war aber nochmal kurz Pause.
Von Martina Hutzler

Maximilianeum statt Landratsamt: Seit 2018 ist Dr. Hubert Faltermeier Landtagsabgeordneter – hier im Gespräch mit zwei Fraktionskollegen. Foto: Hutzler
Maximilianeum statt Landratsamt: Seit 2018 ist Dr. Hubert Faltermeier Landtagsabgeordneter – hier im Gespräch mit zwei Fraktionskollegen. Foto: Hutzler

Kelheim.Den Beruf hat er gewechselt, aber der Politik ist er treu geblieben, und den Wittelsbachern: Den Landratsposten (noch) mit Kelheims Wittelsbacher-Schloss als Dienstsitz hat Dr. Hubert Faltermeier 2016 aufgegeben – um 2018 als Landtagsabgeordneter ins Maximilianeum einzuziehen. Dieser Tage hatte die Politik aber Pause: Der Kelheimer hat seinen 70. Geburtstag gefeiert – mit der Familie.

„Privatleben pur“ stand schon mal kurz auf seiner Agenda: Als Faltermeier im Oktober 2016 seine vierte und letzte Amtszeit als Landrat beendet hatte, verordnete er sich zunächst selbst einen völligen Rückzug von Partei- und Ehrenämtern. Aber dann ließ er sich doch locken von der Bitte des Freie- Wähler-Kreisverbands, Kandidat für die Landtagswahl 2018 zu werden. Für beide Seiten eine Art Déjà-vu.

Politik stand nicht am Plan

Denn auch zu seiner allerersten Kandidatur als Landrat ließ er sich, 26 Jahre zuvor, von einer Landkreis-Delegation der FW überreden. Die musste 1992 freilich noch bis nach München reisen: Faltermeier arbeitete als frischgebackener Jurist erst am Innen-, später dann am Kultusministerium. Und hatte eigentlich, aus einschlägiger familiärer Erfahrung heraus, kein Interesse an einer politischen Karriere, wie er des Öfteren bekundet hat. Dass das Landrats-Amt nämlich fast ein 365-Tage-im-Jahr-Job ist, hatte er schon als Kind aus nächster Nähe erlebt: Von 1967 bis 1978 war sein Vater Rudolf Faltermeier Landrat – und zuvor übrigens auch schon Landtagsabgeordneter; damals noch für die SPD.

Zur Person

  • Privat:

    Hubert Faltermeier ist am 14. August 1949 in Weltenburg geboren worden. Er hat Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaft an der Uni München studiert und promoviert. Er und seine Frau Heidi haben zwei Söhne und mittlerweile fünf Enkel, zwischen einem halben und 13 Jahren alt.

  • Politik:

    Von 1992 bis 2016 war Dr. Hubert Faltermeier Landrat von Kelheim. 2018 zog er in den bayerischen Landtag und ist dort seither als Abgeordneter in der Fraktion der Freien Wähler tätig.

Bei seinem Sohn Hubert klappte 1992 der Sieg bei der Landratswahl-Premiere ebenso prompt wie nun 2018 das Projekt Landtag. Zwar nicht als Stimmkreis-Abgeordneter für Kelheim, aber immerhin mit dem drittstärksten Listen-Ergebnis unter Niederbayerns Freien Wählern. Im Maximilianeum – dem nach dem Wittelsbacher-König Maximilian II. benannten Sitz des Landtags – deckt der promovierte Jurist für seine Fraktion unter anderem ab, was ihm am meisten liegt: die Juristerei.

Faltermeier gehört dem Verfassungs- und Rechtsausschuss des Landtags an und ist außerdem rechtspolitischer Sprecher der Landtags-FW. Außerdem ist er Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst. Und ganz offiziell ist er jetzt auch am Regieren: Die CSU musste sich nach der Wahl 2018 mangels eigener Mehrheit mit der FW zu einer Koalition zusammenraufen.

Dass Landräte in Bayern auch so eine Art Regent sind, wird gerne kolportiert. Faltermeier selbst würde das so nicht formulieren. Als Staatsbeamter und Leiter einer großen Verwaltung „muss man Gesetze vollziehen, die manchmal gut sind und manchmal auch nicht“. Jetzt ist er dort, wo Gesetze gemacht werden – ab jetzt also nur noch gute Gesetze? „In begrenztem Umfang“ könne er versuchen, Gesetze und Verordnungen so mitzugestalten, wie er sie sich als Landrat früher gewünscht hätte: dass man zum Beispiel bei Entscheidungen im Ausländerrecht die Umstände im Einzelfall besser berücksichtigen könne.

Parteiräson zählt jetzt mehr

Aber generell, räumt er ein, sei die Arbeit als Abgeordneter natürlich stark von Parteiräson und Mehrheitsverhältnissen geprägt und vom „harten Ringen um Kompromisse“. Viel stärker als früher im Landratsamt – wenngleich er sich damals im Kreistag, mangels eigener Mehrheit, auch stets Mehrheiten suchen musste. Womit er ja trotzdem durchaus erfolgreich für den Landkreis habe wirken können, ergänzt er.

Maximilianeum statt Landratsamt: Seit 2018 ist Dr. Hubert Faltermeier Landtagsabgeordneter – hier im Gespräch mit zwei Fraktionskollegen. Foto: Hutzler
Maximilianeum statt Landratsamt: Seit 2018 ist Dr. Hubert Faltermeier Landtagsabgeordneter – hier im Gespräch mit zwei Fraktionskollegen. Foto: Hutzler

Der Terminkalender sei im Vergleich zu damals zwar kaum weniger gefüllt. Aber ab und an verlässt er dann doch Büro oder Sitzungssaal. Entweder in Richtung Jägersitz, oder aber in die Garage. An Autos respektive Oldtimern bastle er schon gerne, unter anderem an einem Roller, „der wie ich nicht mehr ganz taufrisch ist“, formuliert er ironisch.

Wichtig sei ihm aber vor allem Zeit für die Familie, die vor allem während der Landrats-Ära schon habe zurückstecken müssen, betont Faltermeier. Sie sei ihm am wichtigsten, daher auch die „ganz bewusste Entscheidung“, nicht groß und öffentlich den 70. zu feiern, sondern mit der Familie: Wandern, radeln und gut essen im Gebirge.

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