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KAFFEEFAHRT

Polizei beendet 10.000 Euro-Gewinn-Chance

Ordnungshüter hatten Wink über dubiose Angebote gegen Elektrosmog bekommen.

Bad Abbach. Das Aufkreuzen der Polizei veranlasste die Veranstalter einer Werbeverkaufsveranstaltung, die am Mittwoch in einer Gaststätte im Raum Bad Abbach stattfand, sofort zur Einstellung ihres Geschäftsbetriebs. Wenige Minuten vorher waren dort noch angeblich vor Elektrosmog schützende Unterlagen zum Vorzugspreis von 1798 Euro zum Verkauf angeboten worden.

Oberfranken geködert ...

Angelockt wurden die etwa 30Teilnehmer durch ein Einladungsschreiben einer Serviceagentur aus Essen, die den einzelnen Besuchern einen sogenannten Jackpot-Bargeldregen versprochen hatte. So wurde einem Teilnehmer aus Oberfranken eine ganz persönliche Einladung zugesandt, bei der ihm ein 10000-Euro-Bargeldgewinn versprochen wurde. Lediglich mit einer Sehhilfe erkennbar, war in dem abgebildeten Geldhaufen, der zudem den Eindruck auf den erhofften Geldsegen bestärkte, das einschränkende Wort „Rubbellosgewinner“. In dem Schreiben stand weiterhin, dass bereits ein Mitarbeiter der Firma erfolglos versucht hatte, den Gewinn an den Herrn aus Oberfranken persönlich an dessen Haustüre auszuzahlen. Daher wurde ihm eine schriftliche Gewinnmitteilung zugestellt, in der wortwörtlich stand: „Herzlichen Glückwunsch Herr P. Sie haben bei dem Jackpot-Gewinnspiel 10000 Euro Bargeld gewonnen.“ Mit diesem scheinbaren „Gewinn“ waren weitere Annehmlichkeiten, wie die kostenlose Abholung zu einer mit der Gewinnauszahlung verbundenen Ausflugsfahrt offeriert worden.

Wann wird ausbezahlt?

Der Herr aus Oberfranken trat dann tatsächlich am frühen Mittwochmorgen die Fahrt mit dem Reisebus an und landete in der Gaststätte im Raum Bad Abbach. Dort begann dann eine ganz normale Werbeverkaufsveranstaltung, bei der die Strahlenschutzmatte zum Vorzugspreis von 1798 Euro im Vordergrund der Anpreisung der 43 und 49 Jahre alten Verkaufsstrategen aus Nordrhein-Westfalen stand. Als sich einer der Teilnehmer dieser Veranstaltung, die alle durch das gleiche Schreiben angelockt waren, an einen der Verkäufer mit der Frage wandte, wann endlich der versprochene Gewinn ausbezahlt wird, verwies dieser auf eine noch höhere Gewinnchance. Dabei offerierte er einen Gewinn von 25000 Euro, den er an Stelle dieses „mickrigen 10000- Euro-Gewinns“ mittels eines sogenannten Astro-Rubbelloses erlangen könnte.

Da sich einer der Teilnehmer bereits im Vorfeld an die zuständigen Behörden gewandt hatte, machte sich auch neben den zwei Polizeibeamten ein Beamter des Markts Bad Abbach mit auf den Weg zu dieser Werbeverkaufsveranstaltung. Bei der dortigen Gemeindeverwaltung war diese nämlich nicht angemeldet worden. Zudem war bei dieser Veranstaltung noch eine Kombination angewandt worden, die gesetzlich nach der Gewerbeordnung nicht erlaubt ist. Dort findet sich nämlich ein Passus, dass sogenannte Wanderlager, mit der diese Werbeverkaufsveranstaltungen umschrieben werden, im Zusammenhang mit Glücksspiel nicht veranstaltet werden dürfen. Daher wurde der Gemeindebeamte in die Lage versetzt, diese von Teilnehmern mit so viel Hoffnung besuchte Veranstaltung aufzulösen.

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In der allgemeinen Unruhe konnte dann nicht mehr abgeklärt werden, ob die versprochenen, lukrativen Präsentkörbe und hochwertigen Bademäntel tatsächlich noch an die Besucher dieser Werbeverkaufsveranstaltung ausgegeben wurden. Vielen Teilnehmern war aber die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben, weil sie den versprochenen 10000 Euro Bargeld nicht erhalten hatten. Für die beiden „Verkaufsstrategen“, wie sie die Polizei bezeichnet, wird die Verkaufsveranstaltung noch ein bußgeldbewehrtes Nachspiel haben, denn sie werden wegen eines Verstoßes gegen die Gewerbeordnung angezeigt, sagt die Polizei.(mz/dt)

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