MyMz
Anzeige

Musik

Poparrangements und entspannter Jazz

Die Wolperdinger Singers und der Don Camillo-Chor begeistern beim Doppelkonzert im weißen Brauhaus in Kelheim.
Von Dr. Astrid Christl-Sorcan

Die Wolperdinger Singers gingen auf der Bühne im weißen Brauhaus richtig aus sich heraus.
Die Wolperdinger Singers gingen auf der Bühne im weißen Brauhaus richtig aus sich heraus. Foto: Christl-Sorcan

Kelheim.„Mia san a bayerische Band“ – damit begannen die Wolperdinger Singers ihr abwechslungsreiches Programm aus Pop, Rock, und Schlagern. Von der ersten bis zur letzten Note begeisterte das 40-köpfige Ensemble unter der Leitung von Veronika Bertsch das Publikum im weißen Brauhaus in Kelheim. Ein Highlight unter den Poparrangements war „Turning Tables“ bei dem sich die Solistinnen Rita Hösl und Birgit Müller von einer Seite des Chors zur anderen musikalisch „die Bälle zuspielten“.

Auch einoptischer Hingucker

Mit der Choreographie von Brigitte Wallner-Kuttler wurde dieses Stück, wie auch „Fata Morgana“ optisch zum Hingucker. Bei „d’Fiass hamma weh do“ schmerzverzerrt die Stiefel auf der Bühne auszuziehen, dabei beim Singen die Spannung zu halten und eine Stimme in einem komplexen Chorsatz im Griff zu haben – darin zeigt sich das Können der Wolperdinger. Aber auch ruhigere Stücke, gesungen mit viel Dynamik, teilweise mit vokaler Percussion und einem sehr weichen Tenor, für den nicht zuletzt die einzige weibliche Tenorstimme des Abends, Claudia Artinger verantwortlich war, bekamen viel Applaus. Bei „Fire“ überließ die Chorleiterin Bertsch ihren Platz Kathi Simmlinger und unterstützte den Sopran gesanglich. Bezeichnend für eine ruhige Dirigentin, die mit kleinem Gestus das großes Ensemble zu einer solchen Leistung bringt.

„Dancing in the street“, das erste Stück des Don Camillo-Chors unter der Leitung von Matthias Seitz, zeigte sofort die stilistischen Unterschiede zwischen den beiden Ensembles auf. Der Sound des Chors ist entspannt jazzig. „Sommer in der Stadt“, „Let it snow“, das selbstironisch umgedichtete „Fifty ways to leave your choir“ – in einem vielschichtigen Satz mit zwei Vokal-Percussionisten swingen die 35 hochkarätigen Sänger durch ihre komplizierten Arrangements. Leger sitzen sie auf der Bühne, wie bei „I´m Yours“ – der Solist Marc-Patrick Hamann vorne, Chorleiter Matthias Seitz bleibt im Hintergrund und das Ensemble scheint dem Publikum eine Geschichte zu erzählen.

Aber auch nach modern interpretierter Klassik, wie dem Stück „Ich brach drei dürre Reiselein“ war es zunächst ruhig im Saal. Darauf folgte frenetischer Applaus. Einer der vielen Höhepunkte im Programm des Chors war die Ballade „Dream with the angels“, ganz zart und gefühlvoll interpretiert mit einem engelsgleichen Solo der Sopranistin Isabella Achatz.

Das Publikum ist begeistert

Grundtenor im Publikum über den Don Camillo-Chor war, „wie kann man so schwierige Stücke mit soviel Lockerheit, guter Laune und Genauigkeit singen. Einfach klasse“, sagte ein Zuhörer. „Wie viel Arbeit, Leidenschaft, Lust und Miteinander steckt in diesem Chor,“ war Johannes Ott, selbst Musiker und Chorleiter, nach dem Konzert begeistert vom Auftritt des Don Camillo-Chors. Peter Groeben, Gitarrist und langjähriger Leiter des Singkreis Ihrlerstein, kennt die „Wolpis“ schon seit knapp 30 Jahren. Er erinnert sich, wie sie in Ihrlerstein die ersten Hochzeiten gesungen haben. „Sie waren schon damals spitze und haben mich auch heute wieder voll überzeugt“.

Stadtrat Christian Rank, verkaufte während der Pause und im Anschluss an das Konzert von Asylbewerbern gefertigte Engelchen, deren Spendenerlös für humanitäre Hilfe im syrischen Kriegsgebiet bestimmt ist.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht