MyMz
Anzeige

Professor Rind macht einen Karrieresprung

Kreisarchäologe Dr. Michael Rind zeigt ein restauriertes Gefäß aus dem Grabfeld in Untereggersberg aus der Hallstattzeit

KELHEIM. Vergangene Woche hat Professor Dr. Michael Rind seinen Arbeitsvertrag als Chefarchäologe des Landesverbandes Westfalen-Lippe (LWL) unterschrieben. Der 49-Jährige Direktor der LWL-Archäologie mit über 90 Mitarbeiter, die sich auf drei große Museen und fünf archäologische Dienststelle verteilen. Seine künftige Aufgabe sei vergleichbar mit der des bayerischen Landeskonservators. Er gehe mit „lachendem und weinendem Auge“, so Professor Dr. Rind.

Seit 1985 ist der Prähistoriker in Kelheim. „Ich bin damals frisch von der Uni gekommen.“ Am Anfang war er dreieinhalb Jahre beim Landesamt für Denkmalpflege angestellt. Er wertete Ausgrabungsergebnisse und Funde von der Main-Donau-Kanalbaustelle zwischen Kelheim und Riedenburg aus. „Dann kamen langsam die ersten Ausgrabungen im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege.“ Dr. Rind wurde 1993 der erste Kreisarchäologe. „Ich habe mich intensiv bemüht, die Geschichte zu erforschen von den Neandertalern bis in die heutige Zeit (zum Beispiel die Schratzllöcher in Mitterschneidhart und den Hallertauer Hopfenhof in Train. Sein größtes touristisches Projekt ist der Archäologiepark Altmühltal. Als seine größten wissenschaftlichen Projekte nennt der Kreisarchäologe das Feuersteinbergwerk in Arnhofen und den Weltenburger Frauenberg. „Ich habe für beide Fundstellen neue Projekte beantragt“ - für den Frauenberg bei der Fritz-Thyssen-Stiftung und für das Feuersteinbergwerk bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Für beide sei die Vorplanung abgeschlossen.“Das betreue ich aus der Ferne mit. Ich bin verantwortlich, sodass immer noch ein Forschungsbein hier im Boden steckt.“

Bislang ist Professor Rind für einen Landkreis zuständig, als Direktor der

LWL-Archäologie dann für das Sauerland, Ost-Westfalen und das Münsterland mit insgesamt 18 Landkreisen und neun kreisfreien Städten. Er möchte gerne „ein neues Aufgabenfeld machen“, sagte der Professor hinsichtlich seiner Entscheidung für den Wechsel. Professor Dr. Rind: „Die Erfahrungen, die ich auf Ausgrabungen, Ausstellungen und jetzt mit dem Archäologiepark gemacht habe, möchte ich gerne mal in einer anderen Region anwenden. Mich reizt die Aufgabe, mit anderen kompetenten Wissenschaftlern gemeinsam Probleme einer Landesarchäologie zu lösen.“

Am meisten an seiner Tätigkeit als Kreisarchäologe gefiel dem Prähistoriker „die Freiheit, selber Schwerpunkte zusetzen“ und nicht nur Gutachter- oder Verwaltungstätigkeiten zu erledigen, sondern auch in der Praxis zu arbeiten, um die Ausgrabungsergebnisse eine breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Auf die Frage nach seiner Nachfolge sagte er, „dass noch alles völlig offen ist. Ich hoffe sehr, dass das, was in über 20 Jahren aufgebaut worden ist, weitergeführt wird. Aufgaben sind genügend vorhanden.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht