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Sport

Race 24: Auch Blumen fahren Radl

Im Rennrad-Sport-Mekka Kelheim gibt es eine tolle Idee. Alte Fahrräder präsentieren sich mit viel lebendigem Grün.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Christine Schneider gießt die Blumen an dem Schmuckradl am Alten Markt. Foto: Bachmeier-Fausten
Christine Schneider gießt die Blumen an dem Schmuckradl am Alten Markt. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim. Kelheim ist bereits einige Zeit vor dem Race 24, das am Wochenende stattfindet, im Radsportfieber. Auch zwei Blumenradl machen der Radsportstadt alle Ehre. Das eine trägt ein grünes Farbkleid und das andere Pink-Look. Eines der Schmuckstücke lehnt an einer Hauswand am Alten Markt und das andere an einem Gebäude in der Ludwigstraße. Die Radl kommen bei Einheimischen und Touristen an und sind auch gefragte Motive für Fotoaufnahmen.

Ein modernes Farbkleid

Seit vielen Jahren ist die niederbayerische Kreisstadt im Juli ganz auf das große Radsportereignis eingestellt. Da kommen so manche Besucher auch an den Blumenfahrradl vorbei. Martha Rappl hat vor circa acht Jahren das erste blühende Schmuckstück an ihrem Denkmalhaus in der Ludwigstraße aufgestellt. Sie habe den Eckbereich, dort befindet sich auch ein Stromverteilerkasten, zum Nachbarhaus verschönern wollen und auch Blumenschmuck dort haben wollen. Die Kelheimerin kam auf die Idee, ein altes Fahrrad in der Farbe passend zur Hausfarbe zu besprühen. Deshalb sei nur Pink infrage gekommen.

Martha Rappl mit ihrem pinkfarbenen Blumenradl Foto: Bachmeier-Fausten
Martha Rappl mit ihrem pinkfarbenen Blumenradl Foto: Bachmeier-Fausten

Da die Geranien und die Winde prächtig gedeihen, ist von dem Drahtesel mit modernem Farbkleid nicht allzu viel zu sehen. Die Winde habe ihr wieder ein Freund ein Rottenburg geschenkt. Die Geranien, die nun in den Pflanztöpfen blühen, seien ein Geschenk einer Freundin. Wenn sie keine Pflanzen geschenkt bekäme, kaufe sie welche. Wie Martha Rappl sagt, seien ihr auch schon öfter Blumen gestohlen worden. Deshalb habe sie das Radl nicht mehr rausstellen wollen. Sie werde aber immer wieder wegen des Fahrrades angesprochen. Vor einigen Jahren habe die VHS das Radl aus Titelbild gehabt. Die Pflanzen am und beim Drahtesel pflege sie gerne, sagt die Kelheimerin.

Die 69-Jährige findet das Race 24 gut, „weil’s was Einmaliges ist“. „24 Stunden zu radeln ist eine ganz tolle Herausforderung. Es ist ein schönes Sportfest für ganz Kelheim.“

Der Streckenverlauf

Von der Ludwigstraße gehts zum zweiten Blumenradl am Alten Markt, das sich im grünen Look präsentiert. Es handelt sich um das erste Rennrad (Marke Bianchi) von Harald Schneider (55), das er vor etwa 40 Jahren als Geschenk zur Firmung bekommen habe. Mit dem Rennrad sei er mit Freunden bestimmt viermal wöchentlich unterwegs gewesen. Im Laufe der Zeit habe er sich neue Rennräder gekauft – etwa im Turnus von zehn Jahren. Der 55-jährige Sparkassenangestellte Harald Schneider sagt, Rennradfahren „is mei Hobby“. „So ungefähr 8000 Kilometer im Jahr“ fährt er. Er sei immer mit einer Gruppe des RSC Kelheim donnerstags und samstags unterwegs, fährt aber auch noch alleine oder mit seiner Frau Christine. Es habe schon Jahre gegeben, da habe er mehr Kilometer mit dem Rennrad zurückgelegt als mit dem Auto. Der Kelheimer fährt mit dem Radl auch zur Arbeit. 20-mal hat er selbst am Race 24 teilgenommen.

Harald Schneiders erstes Rennrad ist schon lange nicht mehr im Einsatz. Diesem hat Christine Schneider eine neue Rolle zukommen lassen. Bei einer Motorradtour habe sie in Südtirol vor etwa vier Jahren geschmückte Fahrräder entdeckt. „Da haben’s wirklich ganz viele Räder aller Art vor den Häusern.“ Ihr Mann vermutete, dass es ein Schmuck für den Giro d’ Italia (ein Etappenrennen im Straßenradsport) sei und die geschmückten Räder danach einfach stehenblieben. Christine Schneider dachte gleich an das alte Rennrad, das der Mann einst zur Firmung geschenkt bekommen hatte, zu Hause im Keller.

Ein Quiz zum Race 24

Wieder von der Südtirol-Tour zurück in heimatlichen Gefilden kaufte die Kelheimerin im Baumarkt eine Büchse Sprühlack. Auf die hellblaue Farbe sprühte sie grüne. Denn: „Es soll zu unserem Haus passen.“ „In der Familie war man verwundert über meine Aktivität.“ Die Kelheimerin, die gerne dekoriert, setzte ihre von Südtirol mitgebrachte Idee damals „kurz vor dem 24-Stunden-Rennen um“. Ich dachte, das passt ja ganz guad. Es ist ein Gag für das 24-Stunden-Rennen“, sagt Christine Schneider. Sie erwähnt, dass man „immer eine Team vom 24-Stunden-Rennen“ in der Garage unterbringe und auch Küche, WC und Bad benutzt werden dürften. Die Mannschaft werde von der Firma Z-Fenster Technik in Herrnwahlhann gesponsert.

Sperrungen und Parkplätze

Touristen zücken Smartphones

Das alte Rennrad präsentiert sich wieder von seiner besten Seite. „I werd’ so oft auf das Radl angesprochen“, sagt Sparkassenangestellte Schneider. „Das Modehaus Götz macht mit ihren Models Aufnahmen vor dem Rad und stellen’s ins Netz.“ Touristen sagen: „,A des is a guade Idee. Des ist cool.“ Während sich die Reporterin verabschiedet, kommen einige Touristen des Weges, zücken ihre Smartphones und fotografieren das grüne Radl.

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