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Bahn

Reaktivierung der Gleisanlage geplant

Vom Abstell- zum Rangiergleis: Das seit 1998 ungenutzte Gleisstück das am Gewerbegebiet Kelheimer Hafen vorbeiführt, soll wiederbelebt werden.
von Jennifer Schmid, MZ

Das stillgelegte Gleisstück verläuft parallel zur Regensburger Straße. Der Prellbock soll 750 Meter in westliche Richtung versetzt werden.

Kelheim.. Die Deutsche Bahn will das bisher ungenutzte Gleisstück, das von Saal kommend am Gewerbegebiet Hafen vorbeiführt, wiederbeleben. Man reagiere damit auf entsprechende Wünsche von Kunden, also Eisenbahnverkehrsunternehmen, begründete ein Bahn-Sprecher den Vorstoß.

Das Gleis war einst Teil der 5,5 Kilometer langen Bahnstrecke zwischen Saal und Kelheim, die seit 1998 stillgelegt ist. Sie führte ursprünglich bis zum Kelheimer Bahnhof, wo sich heute die örtliche Polizeiinspektion befindet. Mittlerweile endet das Gleis an der Kreuzung zur Regensburgerstraße, ist aber im letzten Abschnitt nicht nutzbar: Rund 750 Meter vor der Kreuzung steht ein Prellbock. Das abgetrennte Teilstück soll nun wieder nutzbar gemacht werden.

Umsetzung für 2014 geplant

Herbert Engl, Geschäftsführer des Zweckverbands Häfen im Landkreis, konkretisierte auf der jüngsten Zweckverbandsversammlung die neue Funktion des Abschnittes: Es solle künftig als Rangiergleis dienen, um darauf Güterzüge abzustellen und neue Züge zu bilden. Realisieren wird das Projekt die DB Netz AG, die die Infrastruktur der Deutschen Bahn managt. Die Umsetzung sei für das nächste Jahr geplant, so Herbert Engl. Ziel sei es, vor allem den Bahnhof Saal zu entlasten und zusätzlichen Verkehr auf der Schiene zu schaffen.

Ob ein Genehmigungsverfahren für das 900.000 Euro teure Vorhaben der DB Netz AG notwendig ist, könne man zum derzeitigen Planungsstand noch nicht sagen, teilte ein Sprecher der Bahn auf MZ-Anfrage mit. Beschwerden gegen das Vorhaben – zum Beispiel wegen einer möglichen Lärmbelästigung – gebe es bislang nicht. Gewährleistet sei, dass „Anwohner im Rahmen eines möglichen Planrechtsverfahrens mit eingebunden werden“.

Zusätzliches Abstellgleis ein Vorteil

Beim Hafen jedenfalls ist man über die Bahn-Pläne durchaus erfreut: „Es ist auch für unsere Umschlagsbetriebe von Vorteil, wenn ein zusätzliches Abstellgleis zur Verfügung steht“, so Engl. Allein die Firma BLG, die das Autoterminal im Hafengebiet betreibt, be- oder entlade fast täglich einen Ganzzug mit rund 230 Autos. Denn parallel zum derzeit stillgelegten Gleisabschnitt verläuft eine weitere Schienenstrecke, die noch in Betrieb ist: Sie führt zum Industriegebiet an der Regensburger Straße und zum Hafen.

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