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Verkehr

Rehunfälle am laufenden Band

Derzeit ist erhöhte Aufmerksamkeit auf den Straßen im Kreis Kelheim gefragt. Kollisionen mit Rehen sind an der Tagesordnung.
Von Beate Weigert

Aktuell passieren viele Wildunfälle – vor allem Rehe laufen in der Dämmerung vor Autos. Hintergrund ist die Zeitumstellung, sagt Andreas Wasner, der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Kelheim. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Aktuell passieren viele Wildunfälle – vor allem Rehe laufen in der Dämmerung vor Autos. Hintergrund ist die Zeitumstellung, sagt Andreas Wasner, der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Kelheim. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Kelheim.Derzeit kracht es täglich, ein- bis fünfmal im Gebiet der Kelheimer Polizeiinspektion, im Bereich der Mainburger Polizei ist es nicht viel anders. Zum Glück gingen die Wildunfälle bislang meist mit Blechschaden ab, sagt Maximilian Bohms, der Pressesprecher der Kelheimer Polizei.

Vor allem an den kleinen Gemeindeverbindungsstraßen in Richtung Langquaid, Hausen, Teugn oder Saal scheppert es aktuell laut Bohms regelmäßig. Aber auch an den Staatsstraßen 2230 bei Riedenburg, 2144 bei Langquaid oder 2233 bei Neustadt. Meist weil Autos Rehwild erfassen. Manchmal sei es auch ein Dachs. Letztere seien besonders schadensträchtig, „weil sie erstaunlich groß sind“.

Für Andreas Wasner, Kelheims Kreisjagdverbands-Vorsitzenden, ist die Häufung von Rehunfälle nicht verwunderlich. „Grund ist die Zeitumstellung“, sagt der Riedenburger. Durch diese treffen Berufsverkehr und die Zeiten, in denen das Wild – meist in der Dämmerung – vom Wald auf die Felder zum Äsen zieht, aufeinander.

So verhält man sich richtig

Kelheims Polizeisprecher Bohms rät Verkehrsteilnehmern, aufmerksam zu fahren. Denn die Wildunfälle passierten aus Erfahrung der Polizei nicht nur in der Dämmerung, sondern auch nachts bis frühmorgens. Wer ein Tier am Fahrbahnrand auftauchen sieht, sollte umgehend abblenden und die Geschwindigkeit verringern. Bei Fernlicht könne sich das Wild nicht orientieren. Lasse sich eine Kollision nicht vermeiden, sei ein bewusster Aufprall besser als extrem starkes Abbremsen oder gar das Verreißen des Lenkrads.

Unfall

Tödliche Kollision mit Wildschwein

Ein Wildschwein läuft auf die B 16. Ein 57-jähriger Fahrer kann nicht mehr ausweichen; sein Auto kollidiert mit dem Tier.

Wasner kennt auch den Grund, warum derzeit kaum Unfälle mit Wildschweinen passieren. „Es ist Rauschzeit, sprich Paarungszeit. Da ziehen sich die Schwarzkittel bevorzugt in die Tiefe großer Waldgebiete zurück“.

Während Wildschwein-Unfälle im Zuständigkeitsgebiet der Kelheimer Polizei 2019 nicht mehr als sonst ins Gewicht fallen, verzeichnen die Mainburger Kollegen besonders viele. Waren es 2017 insgesamt 27, und 2018 nur 17, so sind es bis dato bereits 41, sagt Bernhard Hoffmann, der zuständige Verkehrs-Sachbearbeiter. Eine der Strecken, wo es besonders häufig zu Kollisionen mit Schwarzkitteln kommt, ist die B299 zwischen Siegenburg und Mühlhausen.

Die Wuidi-App

  • Gefahrengebiete:

    Laut KJV-Vorsitzendem Andreas Wasner will der Kelheimer Jagdverband forcieren, dass die Revierpächter häufig betroffenen Stellen in der Software markieren. Die App sei eine gute Sache, aber noch recht unbekannt.

Von aufgestellten oder aufgehängten Reflektoren oder Duftzäunen mit synthetisch-menschlichem Geruch hält Jäger Wasner nicht viel. Da habe manch Revierpächter viel Geld gelassen. Nach wenigen Wochen gewöhnten sich Rehe oder Wildschweine daran. Der Nutzen sei dann gleich null.

„Mitnehmen wäre Wilderei“

Wildwechselschilder seien dagegen zu beachten. Sie resultieren aus langjähriger Erfahrung der Jägerschaft. Sie finden sich dort, wo bekanntermaßen Wildwechsel stattfinden.

Ist ein Unfall passiert, sollte der betroffene Verkehrsteilnehmer Ruhe bewahren und umgehend die Polizei verständigen, sagt Bohms. Nur so könne umgehend der zuständige Jagdpächter informiert werden, um ein verletztes Tier von seinem Leiden zu erlösen.

Getötetes Wild einfach in den Kofferraum zu laden, ist verboten. „Das wäre Wilderei“, so Wasner. Wer ein verletztes Tier einfach liegenlässt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Mehr Polizei-Berichte aus dem Kreis Kelheim lesen Sie hier.

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