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„Rennstrecke“ wird entschärft

Bauamt Landshut stellt am Dienstag erste Pläne vor, wie die Staatsstraße Kelheim - Ihrlerstein sicherer werden soll. Bis dahin ist es ein langer Weg.
Von Martina Hutzler, MZ

Die „Rennstrecke“ von Kelheim nach Ihrlerstein ist unfallträchtig. Foto: Hutzler

Kelheim.Der Ausbau der „Rennstrecke“ von Kelheim nach Ihrlerstein rückt ein Stück näher: Am morgigen Dienstag präsentiert das Staatliche Bauamt Landshut im Ihrlersteiner Gemeinderat erste Entwürfe, wie der rund 2,8 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ortsende Kelheim und Ortsanfang Ihrlerstein etwas weniger kurvig und unfallträchtig umgestaltet werden und einen begleitendem Geh- und Radweg erhalten soll. Am 25. November sind die Planer auch im Kelheimer Stadtrat zu Gast. Die Planung des Millionenprojekts steht allerdings erst am Anfang, kann sich durch die Beteiligung der Öffentlichkeit noch deutlich ändern, und bis Baubeginn werden Minimum zwei Jahre vergehen.

Vorplanung beginnt

Darauf weist Christoph Rimböck mit Nachdruck hin. Der Sachgebietsleiter Planung am Staatlichen Bauamt betont, dass derzeit erst die Vorplanung im Entstehen ist. Sie ist erforderlich, um die Kosten der Maßnahme zu ermitteln – unabdingbar, damit der Freistaat die nötigen Mittel im Haushalt bereitstellen kann. Gleichzeitig sei man aber daran interessiert, die Öffentlichkeit schon in diesem frühen Stadium über das Projekt zu informieren, so Rimböck. Der eigentliche Härtetest für die Planung wird die Beteiligung der Fachstellen und der Öffentlichkeit im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens.

Ausgangslage für das Bauamt ist die extreme Trassenführung der jetzigen Staatsstraße 2233, die vom früheren Autorennen her den Spitznamen „Rennstrecke“ trägt. Nicht nur die extremen Kurven machen die Fahrt dort „unangenehm bis gefährlich“, sondern vor allem, „dass die Radienfolgen so ungünstig sind“, erklärt Christoph Rimböck. Sprich: Auf eine harmlose Kurve folgt eine extreme Kehre und umgekehrt. Nicht zuletzt deshalb taucht die Strecke fast alle paar Tage im Unfallbericht der Polizei auf.

Auf ganzer Länge begradigt werden soll die Trasse nicht, die in karstigem Gelände zwischen die Steilhänge eingeschnitten ist. „Wir wollen den Linienverlauf verstetigen und die Radienfolgen besser aneinander angleichen“, schildert der Sachgebietsleiter. Nur die erste enge Kehre nach Kelheim soll deutlich angeschnitten werden: Indem die extreme Ausbauchung wegfällt, wird der Kurvenradius deutlich harmloser. „Ansonsten aber geht im Tal nicht viel mehr“ in Sachen Begradigen, ergänzt Rimböck.

Mit „Tal“ bezeichnet er den Abschnitt bis zur Abzweigung Richtung Alling; hier ist die Steigung noch mäßig. Auf der deutlich steileren „Bergstrecke“ bis Ortsanfang Ihrlerstein soll vor allem eine Gefahrenstelle beseitigt werden: Eine Kuppe mit S-förmiger Trassenführung; die von vielen Fahrern geschnitten wird. Im Bereich der „Bergstrecke“ soll die Straße außerdem um einen halben Meter verbreitert werden. Auf ganzer Länge von Kelheim bis Ihrlerstein wird außerdem ein Geh- und Radweg mitgeplant. Er soll weitgehend parallel zur Straße verlaufen, „nur in Teilen rückt er davon ab, damit er flacher verlaufen kann“, erklärt der Landshuter Planer. Um wie viel das Gesamtprojekt durch die Radtrasse teurer wird, werde man im Zuge der Vorplanung mit errechnen. Insgesamt geht Rimböck von Kosten im einstelligen Millionenbereich für das Ausbauprojekt aus.

Ein entscheidender Planungs- und Kostenfaktor ist der Untergrund; er wurde mittels Bohrungen erkundet. „Wie zu erwarten, handelt es sich um Karstgestein mit lehmigen Hangschichten. Das ist bautechnisch schon in den Griff zu bekommen“, sagt Rimböck. Der andere Faktor ist der notwendige Grunderwerb. Auch, weil mehrere Grundeigner betroffen sind, habe man sich zu einem Planfeststellungsverfahren entschieden, das eine rechtssichere Planung ermöglichen soll. Aus dem Umfang dieses Verfahrens ergibt sich, dass noch zwei bis drei Jahre vergehen, bis der Ausbau beginnen kann; falls es zu Klagen gegen das Projekt kommt, sogar noch länger.

Höchste Dringlichkeit für Staat

Immerhin: Das Projekt ist im aktuellen Ausbauplan für Bayerns Staatsstraßen enthalten, und zwar in der höchsten Dringlichkeitsstufe. Dies bedeutet, dass es vom Bauamt bevorzugt realisiert werden soll – aber eben erst, sobald die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Die frühzeitige Information der Öffentlichkeit, via Stadt- und Gemeinderat, diene deshalb auch dazu, „dass wir beim Bürger die Sorge verhindern wollen, dass morgen die Bagger anrücken“, sagt Christoph Rimböck.

Die Sitzung des Ihrlersteiner Gemeinderats beginnt am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.

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