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Projekt

Richtfest für Storchenwirt ist geschafft

Sanierung des Hauses ist und war ein Zankapfel in Neustadt. Bau geht voran, allerdings hängt der Bezug an Steuereinnahmen.
Von Dr. Peter Wöllauer

Die Zimmererleute bringen den Richtbaum aufs Dach als äußeres Zeichen für die Fertigstellung des Rohbaus.
Die Zimmererleute bringen den Richtbaum aufs Dach als äußeres Zeichen für die Fertigstellung des Rohbaus. Foto Wöllauer

Neustadt. Der desolate Eindruck des Gebäudes, das die Stadt 2007 bei seiner Zwangsversteigerung erwarb, veranlasste viele zu dem Vorschlag, das Gebäude einfach wegzureißen. Die Stadt entschied sich für die Sanierung, da laut Gutachten die Statik in Ordnung ist und nur die Sanierung staatlich gefördert wird, ein Neubau nicht. Mit dem neu gestalteten Storchenwirt werde eine weitere hässliche Narbe im Stadtbild verschwinden, nach dem das blaue Haus bereits von einem Schandfleck zu einem Schmuckkästchen wurde, hieß es nun beim Richtfest.

Streit um die Nutzung

Im Storchenwirt soll im Erdgeschoss ein Museumsbereich zur Stadtgeschichte geschaffen werden und die Büros von VHS und Touristinformation Platz finden. Die beiden Obergeschosse sollen Übungs- und Seminarräume der VHS aufnehmen und im Dachgeschoss findet ein Veranstaltungssaal mit Multimediaausstattung für 100 Besucher Platz. Im Keller wird das Stadtarchiv untergebracht. Das Grundstück umfasst 680 Quadratmeter und im Gebäude stehen 1180 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Zu den Auseinandersetzungen in der Bevölkerung und im Stadtrat über die Nutzung des Storchenwirtes meinte der Bürgermeister beim Richtfest, es gebe unterschiedliche Auffassungen und am Schluss zähle einzig das Ergebnis. Reimer sieht ein sehr positives Ergebnis voraus, eine Belebung und Aufwertung des Stadtzentrums.

Historie

  • Bis zum Richtfest

    war es ein steiniger Weg. Nach einem Brand am 30. Oktober 1973 war das Gebäude zunächst lange Zeit teilweise eine Ruine und danach eine Dauerbaustelle. Verhandlungen mit dem Besitzer führten zu keinem Ziel, bis die Zwangsversteigerung 2007 der Stadt die Möglichkeit gab, die Gestaltung selbst in die Hand zu nehmen.

  • Die Räumung des Gebäudes

    konnte erst 2012 erreicht werden.

  • Heute haben sich die Wogen

    geglättet und die Erneuerung ist in vollem Gang.

Reimer befand auf dem Richtfest, dass die beiden Frauen, Weißberger als Bauleiterin und Staudt als Stadtbaumeisterin besonders zum Erfolg beitragen: „Wenn Frauen beteiligt sind, dann wird es was Gescheites.“

Der planende Architekt Norbert Raith zeigte sich mit dem Verkauf des Baues zufrieden. Er bezeichnet die Form des Gebäudes, das keinen rechten Winkel aufweist, besonders für die Zimmerer, die den Dachstuhl zu bauen hatten, als Herausforderung. Er will mit der Fassadengestaltung ein Zeichen setzen: „Die Fassade soll zeigen, dass wir im 21. Jahrhundert sind und weder im Barock noch in der Gotik.“ Die Form des Giebels soll vom ursprünglichen Bau übernommen werden. Dies ermöglicht für den Saal im Dachgeschoss eine ansprechende, hohe Form. Si konnte bereits für den Richtspruch genutzt werden: Auf einem Gerüst im Gebäude trank der Zimmermann den symbolischen Wein und zerschmetterte das Glas, damit es dem Bau Glück bringen soll.

Bezug wird noch etwas dauern

Christine Malcherek von der VHS schaut bereits ganz genau hin, um sich schon jetzt zu überlegen, wo welche Kurse einquartiert werden sollen. Bis es so weit ist, kann es allerdings noch einige Zeit dauern. Wegen der weggebrochenen Gewerbesteuereinnahmen im Zusammenhang mit der VW-Krise soll das Gebäude bis zum Sommer äußerlich fertiggestellt werden. Das Innere muss noch etwas warten. Allerdings drückte Bürgermeister Reimer seine Hoffnung aus, dass die Einnahmenausfälle vielleicht doch nicht so lange anhalten werden wie befürchtet und das neue Quartier der VHS früher als geplant bezogen werden könnte.

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