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Wettbewerb

Roboter räumen auf – und ab

An der Johann-Simon-Mayr-Realschule in Riedenburg ließen 52 technikaffine Jugendliche ihre Roboter gegeneinander antreten.
Von Emily Buchner

Ein Roboter mit einem ausfahrbarem Arm, einem Lasso oder einem Kescher – die teilnehmenden Teams bewiesen beim Robotik-Regionalentscheid Kreativität.  Fotos: Buchner
Ein Roboter mit einem ausfahrbarem Arm, einem Lasso oder einem Kescher – die teilnehmenden Teams bewiesen beim Robotik-Regionalentscheid Kreativität. Fotos: Buchner

Riedenburg.Ein blauer Legostein liegt noch auf dem Parcours. Mit einem leisen Surren fährt ein kleiner Roboter auf ihn zu, lässt dabei einen gelben Stein links liegen und bleibt schließlich bei dem blauen Baustein stehen. Ein Arm fährt aus und mit einer schwungvollen Bewegung befördert der Roboter den Legostein in einen Kescher. Regina Zierhut (15), Dilara Prezioser (15) und Raphael Wimmer (13) können es noch gar nicht glauben: ihr Roboter hat alles richtig gemacht.

Monatelang haben sie sich auf diesen Moment vorbereitet und heute ließ sie die Technik nicht im Stich. Für die drei, die sich „L’equipe technique“ nennen, ist dieser Moment die Belohnung für die arbeitsintensive Zeit, die hinter ihnen liegt, denn heute geht es um den Einzug in die bayerischen Robotik-Meisterschaften der Realschulen – und nach dieser Leistung haben sie darauf reelle Chancen.

52 Teilnehmer in 22 Teams 

Neben dem jungen Trio sind 49 weitere junge Teilnehmer an der Johann-Simon-Mayr-Realschule in Riedenburg zusammengekommen, um beim niederbayerischen Regionalwettbewerb in Teams gegeneinander anzutreten.
Sie wollen ihre Fähigkeiten beim Konstruieren und Programmieren von Robotern unter Beweis stellen. Im Robotik-Unterricht konnten sie im Vorfeld aus LEGO- oder Fischertechnik-Baukästen die Geräte anfertigen und optimieren. Die Aufgaben wurden im Herbst bekannt gegeben und sind auf zwei Niveaus aufgeteilt. Die „Einsteiger“ sollten einen Roboter konstruieren, der Objekte nach Farben sortieren kann. Konkret bedeutet das im Wettbewerb: die gelben Bausteine liegen lassen,

Der Regionalwettbewerb

  • In jedem

    teilnehmenden Aufsichtsbezirk (Niederbayern, Oberbayern West, Oberpfalz und Schwaben) gibt es einen Regionalwettbewerb. Die jeweiligen Sieger ziehen ins Bayernfinale ein und kämpfen dort um den Titel des Bayerischen Meisters.

  • Jede Schule

    darf pro Kategorie maximal zwei Teams zum Wettbewerb anmelden. Ein Team besteht aus zwei oder drei Schülerinnen/Schülern. 

  • Dieses Jahr

    nahmen in Niederbayern 52 Jugendliche in 22 Teams teil.

  • Die Johann-Simon-Mayr-Realschule

    war Austräger des diesjährigen Regionalentscheids, denn die letztjährigen Sieger der Kategorie „Fortgeschritten“ kamen von Riedenburg. Auch dieses Jahr gewannen JSMler. 

  • Das Erfolgsrezept der Schule

    für Robotik lautet nach Lehrer Luber: „Spaß und konzentriertes Arbeiten.“ Die JSM kann viele Erfolge verbuchen: Letztes Jahr wurde das Team „Robot on Tour 2“ Deutscher Meister und belegte den elften Platz bei der „World Robot Olympiad“. (ebu)

die Blauen einsammeln. Klaus Luber leitet den Robotik-Kurs an der JSM-Realschule und erklärt: „Es gibt einen Lösungsvorschlag zur Bewältigung der Aufgaben auf der offiziellen Website der Veranstaltung. Aber wenn man nur schlichtweg diesen befolgt, kann man hier nicht gewinnen.“ Denn die Konkurrenz ist stark – und mit dem Prototyp kann sie nicht eingeholt werden. Der Roboter muss die Aufgabe nicht nur korrekt und präzise bewältigen, sondern auch so schnell wie möglich. Um dieses Ziel zu erreichen, bewiesen die Schüler Kreativität – am Parcours fahren Roboter entlang, die die Steine mit einem Arm in eine „Schublade“ befördern, ein Roboter, der mit einer Art Lasso die Steine einfängt oder das kleine Gefährt mit dem Kescher von dem Trio „L’equipe technique“.

Unsicher zu Beginn

Die Idee kam den drei Schülern recht früh – zu Beginn waren sie aber unsicher, ob sich das in die Tat umsetzen lässt. „Immer wieder haben verschiedene Sachen nicht funktioniert. Aber wir haben immer motiviert die Fehler gesucht… und letztlich gefunden“, erzählen Dilara und Raphael. Das Trio sticht heraus: von den 52 Wettbewerbsteilnehmern sind nur 12 Mädchen. Davon lassen sich die jungen Frauen aber nicht beirren: „Für mich steht fest, dass ich später in dem IT-Bereich tätig sein will“, sagt Regina.

Team „L’equipe technique“ mit Dilara Prezioser, Raphael Wimmer und Regina Zierhut (von links) erreichte in der Kategorie „Einsteiger“ den zweiten Platz.
Team „L’equipe technique“ mit Dilara Prezioser, Raphael Wimmer und Regina Zierhut (von links) erreichte in der Kategorie „Einsteiger“ den zweiten Platz.


Nach dem ersten Lauf bleiben den Schülern 30 Minuten Zeit, in denen sie Fehler vom ersten Durchgang beheben können. „L’equipe technique“ kann sich nun erstmal entspannen, während die Konkurrenz zu programmieren, bauen und tüfteln beginnt.

Durch ein Labyrinth navigieren

Auch bei den Fortgeschrittenen gibt es in der Pause Einiges zu tun: ihre Aufgabe ist es, ihren Roboter eigenständig durch ein Labyrinth fahren zu lassen – im Vergleich zur ersten Runde, muss die Fahrtrichtung nun geändert werden. Dabei gilt es nach wie vor, verschiedene Kreuzungen zu überwinden und korrekt zu wenden. Die Jury bewertet auch hier nicht nur die Zeit, sondern auch die Präzision, mit der die Aufgabe bewältigt wurde.

„Wir beachten auch die Messwerte, die auf den Bildschirmen der Roboter angezeigt werden“, erklärt Luber. So sehen sie, ob die Leistung wirklich auf korrektes Programmieren zurückzuführen ist oder dem Zufall unterliegt. Zur Freude der Johann-Simon-Mayr-Realschule siegt in dieser Kategorie wieder ein Team der austragenden Schule: Der Roboter von Sebastian Paulus und Paul Heß aus der 8. Jahrgangsstufe schaffte es am schnellsten und präzisesten durch das Labyrinth. Somit wird Riedenburg – wie es die Tradition vorgibt – auch nächstes Jahr wieder Austragungsort des Regionalentscheids sein.

Ein Traum wurde wahr

Für Regina, Dilara und Raphael wurde der Traum wahr: Sie haben sich tatsächlich mit einem zweiten Platz für das bayerische Finale qualifiziert. Zusammen mit zwei Teams von der Mädchenschule Ursulinen-Realschule Landshut sind nun aus Niederbayern viele Mädchen im Finale vertreten – die Steine zum Finale haben ihnen ihre Roboter erfolgreich aus dem Weg geräumt.

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