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Ruth Schmuck gibt ihren Salon weiter

Ruth Schmuck übergibt ihr Friseurgeschäft an die Peisingerin Simone Ströbl. Am 1. Juli wurde nicht gerüttelt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Ruth Schmuck (rechts) übergibt ihr Friseurgeschäft Anfang Juli an Simone Ströbl.
Ruth Schmuck (rechts) übergibt ihr Friseurgeschäft Anfang Juli an Simone Ströbl. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Bad Abbach.Es muss der 1. Juli sein, darin waren sich Ruth Schmuck und Simone Ströbl einig, als es um die Übergabe von „Haar Schmuck“ ging. Am 1. Juli 1983 nämlich hatte die damals 24-jährige Ruth Manglkammer im Haus ihrer Mutter, der Wirtin des Rathaus-Cafés, einen Friseursalon eröffnet. „Ruths Frisierstubn“ hieß er seinerzeit.

Übergabe nicht aufgeschoben

Simone Ströbl machte sich zu diesem Zeitpunkt gerade auf den Weg und erblickte einen Tag später das Licht der Welt. Sie wuchs in Peising auf und bekam von ihrer späteren Chefin in angemessenem Alter den ersten Haarschnitt verpasst. Seit einem Jahr waren die beiden Damen in Sachen Übergabe im Gespräch.

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Weil durch Corona nun alles ein bisschen anders ist, hatte Ruth Schmuck ihrer Nachfolgerin angeboten, den Termin zu verschieben und den Laden noch vollständig aus der Krise zu führen. Doch die neue Inhaberin hatte sich auch schon in den 1. Juli verguckt. Also blieb es dabei. „Simone war ein Glücksgriff“, freut sich die Noch-Besitzerin. Im Handwerk sei es ja bekanntermaßen alles andere als einfach Nachwuchs zu bekommen, noch dazu für eine Geschäftsübernahme.

Den Glücksfall kann auch die Nachfolgerin unterschreiben. Denn ein Geschäft zu übernehmen, „das voll im Saft steht“, sei schon auch nicht zu verachten. Die künftige Chefin hat eine schnelle Entwicklung im Salon durchgemacht. Nach längerer Elternzeit war die gelernte Friseurin nicht mehr auf dem Laufenden und begann vor vier Jahren als Salonassistentin, Haare zu waschen. Doch das vorhandene Wissen war schnell wieder aufgefrischt und drei Jahre später hatte Simone Ströbl bereits ihren Meisterbrief in der Tasche.

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Ruth Schmuck ist noch zweieinhalb Tage in der Woche mit an Bord. Die Abnabelung vom Geschäft hat für sie aber schon vor einiger Zeit begonnen. Der Startschuss sei der Auszug aus ihrer Wohnung über dem Friseursalon gewesen. Sie brauchte eine Art Neuanfang nach der schwierigen Zeit, die sie nach dem Tod ihres Mannes durchlebte. Mit dem Auszug war dann auch allmählich der richtige Zeitpunkt für die Übergabe gekommen.

Teilzeit-Ruhestand

Die 61-Jährige freut sich auf den Teilzeit-Ruhestand und hat schon viel außerhalb des Berufs vor. Reisen will sie und Freunde in ganz Europa besuchen, ihren Sohn in der Gastronomie unterstützen und den Segelschein machen.

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Manches hat sich geändert in den vier Jahrzehnten, die sie ihren Beruf nun ausübt. Die Techniken des Handwerks wurden immer weiter entwickelt und die Mode setzt natürlich auch immer wieder andere Akzente. Aber etwas ganz Grundsätzliches ist gleich geblieben: „Die persönliche Beziehung zwischen uns und unseren Kunden war früher genauso wichtig wie heute.“

Erfahrungen

  • Corona:

    „Die Wertschätzung für unseren Beruf ist durch die Krise sehr gestiegen“, hat Ruth Schmuck beobachtet. „Die Kunden haben sich richtig gefreut, als wir wieder offen hatten. Das hat uns schon stolz und glücklich gemacht.“

  • Wiederbeginn:

    Als Friseure wieder arbeiten durften, hatte das Geschäft täglich 13 Stunden geöffnet und das Team versorgte die Kundschaft im Schichtbetrieb.

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