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Region Kelheim
Mittwoch, 15. August 2018 27° 3

Ortsentwicklung

Saal baut an seiner Zukunft

Bürgermeister Nerb stellt Pläne vor. Zwei Zentren werden erweitert, die Ortsmitte belebt. Es gibt aber auch Kritik.
Von Roland Kugler

  • Das Bahnhofsareal ist ein zentraler Punkt in den Zukunftsplänen der Gemeinde Saal Foto: Bachmeier-Fausten/Archiv
  • Aktuell alles andere als ein Schmuckstück: Die Gemeinde Saal will den Bahnhofsvorplatz mit Bahnhofstraße erwerben, und einen Busbahnhof errichten. Foto: Kugler

Saal.Gut 50 Besucher kamen zur Bürgerversammlung in den Gasthof In der Heide. Bürgermeister Christian Nerb gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr, und nannte einige aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Gemeinde. Sie hat 5436 Einwohner, 53 mehr als im Vorjahr. Dank reger Bautätigkeit wird sie wohl auch in Zukunft weiter wachsen. Finanziell steht Saal gut da, der Haushalt 2017 wurde wesentlich besser abgeschlossen als geplant. Sowohl im Verwaltungs- wie auch im Vermögenshaushalt konnte ein Plus erwirtschaftet werden. Statt geplanter Entnahmen konnten der Rücklage – vor allem wegen höherer Gewerbesteuereinnahmen – 1,5 Millionen Euro zugeführt werden. Was die Gemeinde gut brauchen könne, denn sie hat große Pläne für dieses Jahr und darüber hinaus.

Nachwuchs in der Heide

Die Erweiterung des Kindergartens „Fröhliche Heide“ auf sechs Gruppen mit 150 Plätzen startet nächstes Frühjahr. „Saal will Familien und freut sich über Kinder, auch wenn es die Gemeinde viel Geld kostet“ begründete Nerb den 2,5 Millionen teuren Anbau. Das Zentrum für Erziehung und Bildung mit Krippe, Kindergarten und der Grund- und Mittelschule werde also noch größer, gleichzeitig werden

„Saal will Familien und freut sich über Kinder, auch wenn es die Gemeinde viel Geld kostet.“

Christian Nerb Saals Bürgermeister über die Investitionen in die Kinderbetreuung
Christian Nerb, Saals Bürgermeister Foto: Kugler
Christian Nerb, Saals Bürgermeister Foto: Kugler

In der Heide weitere Baugebiete ausgewiesen. Hierzu gab es auch heftige Kritik: „Es fehlt ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept für Saal“ beklagte eine Bürgerin. Die wenigen Zufahrten und Durchgangsstraßen wie Birken- oder Lindenstraße seinen in Stoßzeiten jetzt schon überlastet. „Man baut in Saal an allen Ecken und Enden, zieht damit noch mehr Verkehr rein und schafft neue Gefahrenstellen“, sagte ein Bürger. Tempo-30-Zonen und Rechts vor Links Kreuzungen würden die Probleme nicht lösen. Dem widersprach Nerb, wenn sich alle an die Verkehrsregeln hielten, würden durchaus Gefahren entschärft. Er gab aber zu, dass die Situation In der Heide ein Problem sei, das momentan auch nicht für alle zufriedenstellend gelöst werden könne. Erst wenn noch mehr Baugebiete erschlossen würden, könnten durch zusätzliche Straßen die bisherigen entlastet werden.

Keine Kritik gab es an den Plänen für das Bahnhofsgebiet. Das Gebäude wird von einem privaten Investor saniert, und mit einem Bistro, Fahrkartenverkauf und öffentlichen Toiletten ausgestattet. Die Gemeinde wird den Vorplatz mit Bahnhofstraße kaufen und einen Busbahnhof errichten. Westlich davon will sie noch weiteren Grund erwerben, um ausreichend Parkplätze zu schaffen. Östlich des Bahnhofsgebäudes sollen ein Parkdeck und ein Supermarkt entstehen. Dafür müssen der Backsteinbau – die historische Bahn-Lagerhalle –und eine Autowerkstatt weichen. Mit dem Bau der Unterführung werde voraussichtlich erst 2021 begonnen, bei den täglich knapp hundert Schrankenschließungen brauchen die Verkehrsteilnehmer also weiterhin Geduld..

Soziales Zentrum wird größer

Weiter geht es auch auf dem gegenüber liegenden Areal. Beim Seniorenheim und der jüngst eröffneten Intensivbetreuung sollen auf dem Grundstück der sogenannten Fruth-Villa 14 behindertengerechte Wohneinheiten entstehen, in denen Menschen mit Handicap ein möglichst selbstständiges Leben führen können. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein heilpädagogisches Heim für Jugendliche von 10 bis 16 Jahren ist geplant. „Hier entsteht ein Zentrum, das bayernweit relativ einmalig ist“ sagte Nerb.

Wieder ein Stück altes Saal das verschwindet: die Fruth-Villa wird abgerissen. Auf dem Grundstück entstehen neben Seniorenheim und betreutem Wohnen behindertengerechte Wohnungen. Foto: Kugler
Wieder ein Stück altes Saal das verschwindet: die Fruth-Villa wird abgerissen. Auf dem Grundstück entstehen neben Seniorenheim und betreutem Wohnen behindertengerechte Wohnungen. Foto: Kugler

Das Seniorenheim bietet eine Versorgung mit Essen und Tagespflegeplätze. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr durch den Bahnhof und Einkaufsmöglichkeiten in nächster Nähe sollen für Senioren, Jugendliche, behinderte und kranke Menschen möglichst gute Wohn- und Lebensbedingungen schaffen.

Saal soll nicht nur schön zum Wohnen sein, sondern auch etwas bieten“, sagte der Bürgermeister. Auf dem Kirchplatz wird im Herbst mit den Bau eines Gebäudes begonnen das Gewerbe und Kultur beherbergen soll. Eine Metzgerei mit Imbiss, Arztpraxen, eine Gemeindebücherei und ein dazu passendes Literaturcafé sollen mehr gesellschaftliches und kulturelles Leben ins Ortszentrum bringen. Ergänzt durch ein weiteres von Leader gefördertes Projekt: die Neugestaltung des alten Friedhofs gleich nebenan. Dort ist ein Ort der Ruhe und Besinnung geplant, mit restaurierten Grabsteinen, Wasser, Bänken und einer kleinen Freiluftbühne.

Eine Fußgängerbrücke über den Bach soll eine Verbindung zur Pfarrwiese hinter der alten Kirche herstellen. Dort soll ein Parkplatz entstehen, um die begrenzten Parkmöglichkeiten im Ort zu erweitern.

Sehen Sie hier, was in Saal alles geboten ist - beispielsweise an einem verkaufsoffenen Sonntag:

Ganz Saal spielt "Imagine"

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