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Vorhaben

Saal: Solarpark an Bahnlinie

Vize-Bürgermeister Josef Rummel plant mit Sonnenenergie Strom zu erzeugen – er investiert für die Anlage 500 000 Euro.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Auf dieser landwirtschaftlichen Fläche möchte Eigentümer Josef Rummel den Solarpark Saal anlegen lassen. Foto: Bachmeier-Fausten
Auf dieser landwirtschaftlichen Fläche möchte Eigentümer Josef Rummel den Solarpark Saal anlegen lassen. Foto: Bachmeier-Fausten

Saal.Im Westen von Saal in Richtung Kelheim soll ein Solarpark entstehen. Auf einer Fläche von circa 6200 Quadratmetern will Josef Rummel jun. zwischen den Bahnlinien Kelheim – Saal und Ingolstadt und dem Radweg unweit der Kreisstraße 10 Photovoltaikmodule installieren lassen. Noch bis 25. Mai läuft eine frühzeitige Beteiligung von Behörden und der Öffentlichkeit bei der Gemeinde. Auch die Stadt Kelheim wird zur Aufstellung eines Bebauungsplanes „Solarpark Saal“ und der Änderung des Flächennutzungsplanes gehört. Die Stadt Kelheim hat keine Einwände. Zu Wochenbeginn ist das bei zwei Gegenstimmen anlässlich der Sitzung im Bauausschuss beschlossen worden.

Bereits im Juli des Vorjahres war die Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage Thema im Saaler Gemeinderat, nachdem Josef Rummel um die Aufstellung eines Bebauungsplanes für sein geplantes Vorhaben ersucht hatte. Josef Rummel, der Vize-Bürgermeister in Saal ist, nahm an der Beratung und Abstimmung nicht teil. Das war heuer auch im Frühjahr der Fall, als im April im Gemeinderat die Planungen für den Bebauungs- und Grünordnungsplan „Solarpark Saal“ und die Flächennutzungsplanänderung vorgestellt und die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen wurden.

Nahe beim Umspannwerk

Auf der bisherigen landwirtschaftlichen Fläche möchte Josef Rummel mit Sonnenenergie Strom erzeugen. Die Gesamtleistung der Anlage: 500 Kilowatt peak (kWp). Dem Investor zufolge ist diese „eigentlich zu klein, um wirtschaftlich zu sein“. Es werde davon ausgegangen, dass sich die Investition erst bei einer 750-kWp-Anlage lohne. Josef Rummel erwähnt jedoch als Vorteil seiner Fläche die Nähe zum Umspannwerk des Bayernwerks, bei dem er einen Einspeisungsantrag stellte. Wegen des nahen Umspannwerkes seien die Verkabelungskosten niedrig.

Bau heuer geplant

  • Standort:

    Der Radweg, der unweit des geplanten Solarparks Saal verläuft, befindet sich im Südwesten auf Saaler Gebiet und im Westen auf dem Stadtgebiet Kelheim.

  • Zeitplan:

    Wenn er alle Genehmigungen für die Solarpark-Anlage habe und das Feld abgeerntet sei, dann möchte er im Herbst 2018 die Module auf dem Areal durch ein regionales Unternehmen aufstellen lassen, so Josef Rummel.

Seit 2005 befasst sich der Saaler seinen Angaben nach mit dem Thema „Erneuerbare Energie“. Denn er hätte auf den Dachflächen der Gebäude am elterlichen Hof in Untersaal gerne Photovoltaikanlagen installiert. „Aber das geht wegen des Bergschattens vom Buchenberg nicht“, sagt er. Auf dem nun für die Energieerzeugung vorgesehenem Areal habe der Pächter heuer Mais angebaut. Dort sollen Photovoltaikmodule mit Rammpfählen im Boden verankert werden. Den Abstand zur Bahnlinie in Richtung Kelheim, die südlich des Geländes verläuft, gibt er mit drei Metern an. Die südöstliche Feldecke sei circa 30 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt. Wegen der Stromschlaggefahr müsse die Fläche eingezäunt werden.

Die Gesamtinvestitionskosten für den Solarpark Saal belaufen sich laut Josef Rummel auf circa eine halbe Million Euro. Der Bund gewähre seit 2017 wieder eine Einspeisevergütung für Photovoltaik-Freianlagen, die an Bahnlinien und Autobahnen entstünden – circa 0,08 Euro pro Kilowatt peak. „Die Förderprogramme sind aufgelegt, um vom Atomstrom wegzukommen.“ Die für den Solarpark Saal erwartete Strommenge: „Etwa 500 000 kWp pro Jahr.“ Als laufende Zahlungen führt Josef Rummel noch Zinsen-, Versicherungs-, Buchhaltungs-, Wartungs- und Verschleiß- sowie die Pflegekosten für die Anlage an. Hinzu komme die Schaffung einer Ausgleichsfläche.

Hecke darf gestutzt werden

Wie Rummel sagt, habe er, bevor die Gemeinde „auf meine Kosten die Bauleitplanung einleitete“, mit der unteren Naturschutzbehörde Gespräche geführt wegen des Rückschnitts der Laubholzhecke entlang des Radwegs, damit kein Schatten auf die Module fällt. Die Hecke dürfe auf etwa zwei Meter Höhe zurückgeschnitten werden, vom Radweg aus, der höher liegt als das Feld, würde die Höhe dann künftig etwa drei Meter betragen. Im Februar habe er die Genehmigung erhalten, für ein Zurückschneiden und die Pflege an der Grenze zum Radweg in zwei Stufen. Die Hecke diene als Sichtschutz, damit die schräg angeordneten schwarzen Module, die einen bis zu zwei Meter hoch würden, nicht ins Auge fielen. Unter den Modulen werde künftig eine Wiese sein.

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