MyMz
Anzeige

Projekt

Saaler Kirchplatz wird bebaut

Gemeinderat erteilt Baugenehmigung für Gebäude im Zentrum von Saal. Zwei stimmen dagegen. Arbeit am Friedhof wird gestoppt.
Von Roland Kugler

Nach jahrelangem Hin und Her ist es entschieden: auf dem Kirchplatz in der Mitte von Saal soll ein großes Gebäude entstehen. Foto: Roland Kugler
Nach jahrelangem Hin und Her ist es entschieden: auf dem Kirchplatz in der Mitte von Saal soll ein großes Gebäude entstehen. Foto: Roland Kugler

Saal. Seit Jahren wurde im Gemeinderat diskutiert, wie die freie Fläche auf dem Kirchplatz genutzt werden soll. Als erstes wurde beschlossen ein Gebäude zu errichten. Hauptnutzer soll eine öffentliche Bücherei sein, Wohnungen sollen ebenfalls entstehen. Alles wurde kontrovers diskutiert, jetzt wurde die Baugenehmigung beschlossen.

Ein Projekt gleich nebenan kommt dagegen zum Erliegen: Der Umbau des alten Friedhofs zu einem Ort der Besinnung, Erholung und Kultur wird wegen Handwerkermangel gestoppt.

Regierung lehnt Wünsche ab

In der jüngsten Gemeinderatsitzung stellte Walter Büchl vom Kelheimer Architekten- und Bauprojektunternehmen Büchl und Zobel (B+Z) die Pläne für das Gebäude vor. Bereits zum zweiten Mal, denn beim ersten Mal waren verschiedene Verbesserungswünsche einiger Gemeinderäte an der Außengestaltung aufgenommen worden. Diese wurden von der Regierung von Niederbayern jedoch größtenteils abgelehnt, weshalb man - mit geringen Änderungen - jetzt fast wieder auf die ursprünglichen Pläne zurückkam.

Das Gebäude soll an der Hauptstraße entlang entstehen. Es soll etwa 25 Meter lang, 20 Meter breit und 9 Meter hoch werden. Im Erdgeschoss soll auf 210 Quadratmetern die erste öffentliche Bibliothek der Gemeinde Saal einziehen. Daneben soll es ein gastronomisches Angebot geben: Cafe, Eisdiele oder ähnliches. „Es ist noch nichts fest, wir sind noch in Gesprächen mit verschiedenen Bewerbern“ sagt Michael Büchl, Sohn von Walter Büchl und ebenfalls in der Geschäftsführung von B+Z. Im ersten Stock sind vier Wohnungen geplant, im zweiten Stock eine, und eine Arztpraxis.

Kritische Meinungen

Die Bauarbeiten am alten Friedhof wurden eingestellt. Foto: Roland Kugler
Die Bauarbeiten am alten Friedhof wurden eingestellt. Foto: Roland Kugler

Die Bücherei und Gastronomie im Erdgeschoss sollen große Fenster bekommen, offen von außen und innen werden. Sie liegen an der Nordseite, an der Hauptstraße. Bei der Bücherei soll es zur Ostseite hin eine Arkade geben, bei der Gastronomie zur Westseite hin einen Freisitz. Die Wohnungen in der ersten Etage sollen zur Südseite hin einen Balkon haben, mit niedrigen Bäumen als Grünanlage davor. „Über die Farbe des Gebäudes sollte man reden, wenn es steht“ sagt Walter Büchl. „Es ist ein helles, eventuell ins Gelbliche gehende Grau angedacht.“ Das Gebäude soll direkt an den Gehweg der Hauptstraße grenzen: „das wird städtebaulich so begrüßt“, sagt Tobias Zeitler von der Gemeindeverwaltung.

Das Vorhaben wird jedoch nicht von allen Gemeindevertretern gut geheißen. „Das Gebäude ist ok, aber völlig falsch an diesem Ort“ sagt Wolfgang Ludwig von der SPD. Er ist grundsätzlich gegen ein Gebäude dieser Art auf dem Kirchplatz. Mit 16 zu zwei Stimmen wurde anschließend aber die Baugenehmigung erteilt. „Wir hoffen, noch dieses Jahr damit beginnen zu können, und es 2021 fertig zu haben“ sagt Michael Büchl.

Der Friedhof ruht

Anders herum geht es unmittelbar nebenan: während auf dem Kirchplatz in absehbarer Zeit gebaut werden wird, sind die bereits begonnenen Bauarbeiten auf dem benachbarten alten Friedhof zum Erliegen gekommen. Er soll zu einem Ort der Ruhe und Besinnung umgebaut werden. Die verfallenden, teilweise Jahrhunderte alten Gräber sollen restauriert werden. Es soll einen Wasserlauf geben, eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen, und eine Brücke über den Feckinger Bach.

Dazu braucht es allerdings Firmen mit Handwerkern, und die sind momentan Mangelware. Nur eine sehr überteuerte Bewerbung ging ein. Deshalb soll die Ausschreibung für die Baumeisterarbeiten im Herbst erneut erfolgen. Dann sollen sich auch Gartenbauunternehmen bewerben können, damit die Gemeinde mehr Angebote bekommt.

Weitere Berichte aus dem Landkreis Kelheim lesen Sie hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht