MyMz
Anzeige

Austellung

Saaler Rathaus wird zum Kunsthaus

Auch dieses Jahr wird das Saaler Rathaus zur Galerie. 31 Künstler und Handwerker zeigen viele verschiedene Stilrichtungen.
Von Roland Kugler

Margit Peintinger wird beim Hängen ihrer Bilder von Enkel Bastian Thom unterstützt, denn gerade soll es schon sein.  Foto: Roland Kugler
Margit Peintinger wird beim Hängen ihrer Bilder von Enkel Bastian Thom unterstützt, denn gerade soll es schon sein. Foto: Roland Kugler

Saal.So laut geht es im Saaler Rathaus nur einmal im Jahr zu, nämlich bei der Vorbereitung zur Kunstausstellung. Am Montagmittag bringen die Mitwirkenden ihre Werke, dann wird emsig getragen, gerutscht, getackert und gehämmert, bis alles an seinem Platz hängt oder steht. Denn nicht nur Bilder gibt es zu sehen, auch Bastler und Handwerker machen mit.

Bereits zum fünften Mal findet heuer die Ausstellung statt. „Sie hat sich sehr gut entwickelt“, sagt Bürgermeister Christian Nerb, der gerade durch das bunte Treiben in den Gängen des Rathauses geht. „Ich freue mich jedes Jahr, wenn sich unser Haus in dieser Zeit so verändert.“ In seinem Büro im ersten Stock hat er selbst zwei große Bilder hängen. Eines davon hat er sich gleich bei der ersten Ausstellung gekauft. Es trägt den Titel: „Energie von Tag- und Nachtgleiche mit Sonnenfinsternis“. Das zweite Bild zeigt den Kopf eines Elefanten. „Weil man schon oft viel Energie braucht – und manchmal auch das Gemüt und die Nerven eines Elefanten“ sagt der Bürgermeister.

Große Nachfrage

Mittlerweile ist die Saaler Kunstausstellung auch überregional bekannt: „Wir mussten leider einigen absagen, die von weiter weg anfragten,“ sagt Helga Vehlow. 31 Mitwirkende sind es dieses Jahr – für mehr ist kein Platz. „Wir wollten hauptsächlich Teilnehmer aus unserer Gemeinde aufnehmen“, sagt Vehlow. Sie ist Mitarbeiterin im Rathaus, und hat die Ausstellung mitorganisiert. Gerade zeigt sie den ankommenden Künstlern ihren Platz. Und die tragen alles mögliche durch die Tür des Rathauses: Bilder, Holzskulpturen, Steine, Keramiken, Schmuck, eine Weihnachtskrippe.

Auch „Upcycling“ liegt voll im Trend. Das heißt, Gebrauchsgegenstände aus Resten und Abfällen herzustellen. Hier sind die Mitglieder der „Weiberwerkstatt“ wahre Spezialisten, eine Gruppe von Frauen, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Basteln trifft. Sie haben viel Spaß dabei, und tun auch noch Gutes, in dreierlei Hinsicht. Sie verwenden Dinge, die sonst weggeworfen würden, sie spenden den Erlös vom Verkauf für die Aktion Sternstunden – und ihre Männer haben ab und zu einen Abend für sich. Simone Pirthauer und Uli Grepmeier bauen die Ergebnisse ihres „Upcycling“ auf.

Es ist erstaunlich, was den Frauen alles einfällt. „Wir haben Seifen und eine Handcreme selbst gemacht. Ohne Chemie und Mikroplastik“, erzählt Uli Grepmeier. „Bienenwachstücher kann man verwenden, um im Haushalt Plastik zu sparen“, sagt Simone Pirthauer. Alte Tassen werden zu Vogelfutterstationen, leere Sauerkrautdosen mit Wollresten verkleidet zu Blumentöpfen, aus alter Bettwäsche entsteht ein Turnsackerl. Die Handtaschen aus Wollresten sind schön, eine wurde sogar aus einer Jeanshose gemacht. Selbst aus leeren Milchtüten haben sie Taschen hergestellt. Sie wurden mit Stoffresten überzogen und mit einem Reißverschluss ausgestattet, innen ist das silberne Alu der Tetrapackungen zu erkennen.

Auch politische Aussagen

Auch Stefanie Richter macht sich Gedanken um unsere Umwelt. Ihre Absicht ist noch politischer als Müllvermeidung und Wiederverwertung. Zwei Männer schleppen ihre zentnerschwere Skulptur „How to get along“ die Treppe hoch. Richter hat einen Buchenstamm mit der Motorsäge bearbeitet. Innen ist eine Hand, unten fließt Geld heraus. „Es soll eine Kapitalismuskritik sein und auch moderne Sklavenhaltung und unser Konsumverhalten anprangern“ erklärt sie.

Ein Bild hat sie aus Sperrholzresten gemacht. Es soll eine Hommage an die Fridays for Future-Bewegung sein. Es gibt viel Interessantes zu sehen in der Saaler Kunstausstellung.

Die Ausstellung

  • Mitmachen:

    Die Teilnehmer sollten aus dem Gemeindegebiet von Saal oder der näheren Umgebung sein. Die Art der Kunst ist frei. Gearbeitet werden darf mit Pinsel, Schere, Motorsäge oder was gefällt. Auch Gruppen oder Schulklassen dürfen teilnehmen.

  • Ort und Zeit:

    im Saaler Rathaus ab Mitte November. Vernissage ist am Donnerstag, die Ausstellung dauert von 15. November bis 3. Januar.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht