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Region Kelheim
Donnerstag, 26. April 2018 16° 3

Altstadt

Sanierung mit Hindernissen

Um die Mahlergasse und den östlichen Stadtgraben gab es viele Diskussionen – die drehten sich um das Kalksteinpflaster.
von Benjamin Neumaier

Der östlcihe Stadtgraben und die Mahlergasse sollen ab April saniert werden. Am Donnerstagabend war die Planung Thema im Stadtrat. Foto: Neumaier

Abensberg.Seit mehr als 20 Jahren läuft die Sanierung der Abensberger Altstadt. Teilbereich für Teilbereich wurde saniert, bekam teils ein neues Gewand verpasst. Nun steht mit der Sanierung des Straßenbelags der Mahlergasse und des östlichen Stadtgrabens die letzte Etappe ins Haus. Insofern der Abensberger Stadtrat am Donnerstagabend den modifizierten Plänen – es gab Kritik wegen der Entfernung des Kalksteinpflasters – zustimmt. Zudem gibt es weitere Projekte, die in der Altstadt anstehen.

Mahlergasse und östlicher Stadtgraben sollen 2018 saniert werden

Am 31. Oktober 2016 wurden die Pläne für die Sanierung der Mahlergasse und des östlichen Stadtgrabens dem Abensberger Stadtrat vorgestellt. Am 15. November selben Jahres ging die Planung per Bürgerinformation an die Öffentlichkeit. Die Umsetzung war für 2017 angedacht –doch es gab Kritik, die Pläne mussten modifiziert werden. Hauptkritikpunkt war, dass das Kalksteinpflaster durch ein Granitpflaster ersetzt werden soll, wie dies bereits in einigen anderen Bereichen der Stadt geschehen war. Laut Bau- und Hauptamtsleiter Peter Schmid sei das der zentrale Part in Sachen Barrierefreiheit und auch Vorgabe der Städtebauförderung seitens der Regierung.

Neben Stadträten wollten sich auch Anwohner damals nicht von den alten weißen Steinen trennen. „Ich war schockiert“, beschrieb eine Frau damals den Zeitpunkt, an dem sie von den Planungen erfuhr. Sie und andere stellten am Bürgerinfoabend fest: Der Granitstein sei zu dunkel. Ein traditioneller Bereich der Stadt würde zerstört. Dementgegen stand Stadträtin Marion Huber-Schallner. Sie argumentierte, dass es für einen Rollstuhlfahrer beim Kalkstein kein Durchkommen gebe. Daraufhin hatten einzelne Bürger eingeworfen, man könne zumindest einige Steinreihen direkt an der Mauer im ursprünglichen Zustand belassen.

Letzteres ist nun Teil der Kompromiss-Planung, sagt Schmid. Die Fahrrinne der Mahlergasse und des Stadtgrabens werden in Granit-Kleinstein gepflastert, Randbereiche sowie ein Zweizeiler entlang der Stadtmauer verbleiben in Kalkstein. „Diesen Kompromiss trägt die Regierung von Niederbayern mit“, sagte Schmid. Winkt der Stadtrat diese Pläne durch, soll noch im April mit den Arbeiten begonnen werden. Zeitgleich werden die Entwässerung der Straßen ertüchtigt, wo nötig neue Rohre für die Wasserleitung verlegt und auch die Hausanschlüsse des Kanals saniert.

Der Kalkstein indes bleibt vernehmlich sakralen Bereichen – etwa dem Barbaraplatz – oder auch dem Aventinum vorbehalten.

Die Abstimmung am Donnerstagabend im Stadtrat endete mit 19 zu zwei Stimmen. Die Freien Wähler stimmten dagegen. Damit wird die Sanierung der Mahlergasse und des östlichen Satdtgrabens nun durchgeführt.

Teile der Stadtmauer stehen auf der Sanierungs-Agenda


Im Zuge der Altstadtsanierung war stets auch der Erhalt der Stadtmauer Thema. Alle vorhandenen Türme der historischen Mauer sind bereits restauriert und auch die Stadtmauer wurde in den meisten Teilen ertüchtigt. Laut Peter Schmid sind aber bei kleinen Teilstücken Nachbesserungen nötig. Am westlichen Stadtgraben, dort, wo die Skulptur „Gier“ steht, bröckelt die Mauerkrone und auch am Maderturm muss an der Mauerkrone nachgebessert werden. „Wir haben das auf der Agenda“, sagt Schmid, kann aber keinen Zeitpunkt für die Umsetzung nennen. Es gehe dabei auch um die sogenannte denkmalrechtliche Erlaubnis.

Das „Haus in der Mauer“


Das graue Häuschen mit der Hausnummer 11 am westlichen Stadtgraben soll ebenfalls eine Schönheitskur bekommen. Unter dem Arbeitstitel „Haus in der Mauer“ gab es bereits mehrer Planungsansätze, aber noch kein endgültiges Ergebnis.

Das „Haus in der Mauer“ – nebenan bröckelt die Mauerkrone. Foto: Neumaier

Zuletzt war von einem „repräsentativen Haus der Begegnung“ mit öffentlicher Nutzung die Rede. Hintergrund dabei war, dass man eine Begegnungs- oder auch Übernachtungsstätte im Rahmen der Städtepartnerschaften Abensbergs entstehen lassen könnte. Egal in welche Richtung es letztlich gehen wird, die Planung für die Sanierung steht, ein Zeitplan aber noch nicht.

„Sozialer Wohnungsbau“


Im Eckhaus am westlichen Stadtgraben/Kreuzung Ulrichstraße sollen Sozialwohnungen entstehen. Die Stadt baut diese allerdings nicht selbst, die Firma Zeilbeck führt die Arbeiten aus.

Am Eingang zum Stadtgraben sollen Sozialwohnungen entstehen. Foto: Neumaier

Die Planungen sollen der Stadtverwaltung demnächst vorgelegt werden. Grundbedingung beim Umbau des Gebäudes: Es muss sich nach der Sanierung in das auch bei der Altstadtsanierung maßgebliche Abensberger Stadtbild einfügen.

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Pflaster teilweise erhalten

  • Barrierefrei:

    Barrierefreiheit ist die Maßgabe bei der Altstadtsanierung. Deswegen wird nicht nur Kleinsteinpflaster verlegt, sondern auch Niederbord-Bürgersteige auf Straßenniveau.

  • Kalkstein-Pflaster:

    Der Kompromiss-Vorschlag zur Sanierung der Mahlergasse und des östlichen Stadtgrabens sieht Kalksteinpflaster an der Stadtmauer (allerdings zweireihig) und in den Randbereichen vor.

  • Stadtmauer:

    Die Mauerkrone der Stadtmauer ist sowohl am westlichen Stadtgraben, als auch am Maderturm sanierungsbedürftig. Wann die Maßnahme angegangen werden kann, ist noch offen.

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