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Grosseinsatz

Schiffshavarie auf der Donau bei Poikam

Einem Schubverband wurde am Freitag auf der Donau das Hochwasser zum Verhängnis. Ein stundenlanger Einsatz war die Folge.
Von Martina Hutzler und Beate Weigert

  • So sah der havarierte Verband aus der Luft aus. Foto: FF Kelheim
  • Feuerwehren und Wasserwacht rückten mit ihren Booten aus. Foto: Riedel
  • Einsatzbesprechung mit den Rettungsdienstlern Foto: Rettungszentrum Regional Kelheim
  • Die Einsatzzentrale – hier wurde die Bergung des Havaristen koordiniert. Foto: Hutzler

Bad Abbach.Gegen 16 Uhr kam es auf der Donau bei Poikam bei der Eisenbahnbrücke zu einem spektakulären Vorfall. Ein Frachtschiff hat sich wohl aufgrund der starken Strömung an den Brückenpfeilern quer gestellt. Der Einsatz zog sich bis in die Nacht hin.

So sah der havarierte Verband aus der Luft aus. Foto: FF Kelheim
So sah der havarierte Verband aus der Luft aus. Foto: FF Kelheim

Ein Großaufgebot von Einsatzkräften zu Lande und zu Wasser half zunächst dabei, den havarierten Schubverband „Antonia“ vor dem Abdriften zu sichern. In der stark strömenden Donau hatte er sich bei der Eisenbahnbrücke quergestellt. Er war flussaufwärts in Richtung Kelheim unterwegs, dabei riss offenbar eines der Stahlseile, mit denen der mit Stahlteilen beladenene Schubleichter sich vom Schubboot löste. Beide Teile hingen nun v-förmig an einem Brückenpfeiler.

Feuerwehr-Pressesprecher Wolfgang Kargl mit einer ersten Lageeinschätzung

Gegen 18.15 Uhr hieß es: Während das Schubboot der „Antonia“ an sich sicher ist, bereite der Leichter den Einsatzkräften Sorge. Denn er liege voll in der Strömung des Poikamer Wehrs. Sollte das zweite Stahlseil reißen, triebe dieser möglicherweise gegen das dortige Wehr und die Brücke.

Gegen 19.30 Uhr war das zu Hilfe geholte in Kelheim ankernde Schubboot am Unglücksort angekommen. Mit diesem versuchten die Helfer den Leichter ins Schlepptau zu nehmen, schilderte „Havariemanager“ Jürgen Schillinger von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes vor Ort. Die Bedenken dabei waren indes groß. Die Sorge: Der in großen Rollen – Coils – gelagerte Stahl könnte im Schiffsbauch bei Bergungsversuchen ins Schlingern und den Leichter dadurch außer Kontrolle geraten lassen, schilderte Jürgen Schillinger. Erschwert wurde die Klärung der Frage der Ladungssicherung durch die Verständigungsprobleme mit der Besatzung.

Schiffshavarie auf der Donau

Dieser Versuch gelang nach einigen Komplikationen schließlich gegen 21.15 Uhr, wie der Feuerwehr-Pressesprecher bei dem Einsatz, Wolfgang Kargl, berichtete: Sowohl der Leichter als auch das Schubboot konnten freigeschleppt werden. Am Schiffsrumpf entstand oberhalb der Wassergrenze eine leichte Leckage, die Weiterfahrt zum Hafen Kelheim war aber möglich.

In unserer Bildergalerie sehen Sie mehr vom Einsatz bei Poikam:

Schiffshavarie bei Poikam

Im Juni 2016 war an derselben Stelle ein Flusskreuzfahrtschiff havariert, so lief die Bergung.

Zwei Schiffsunglücke im Kreis Kelheim 2016

Dramatische Stunden für die Retter im Sommer 2016

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