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Ärger

Schwimmer sitzen auf dem Trockenen

Aktuell ist in Mainburg nur ein Nottraining möglich. Der Grund: Für das Hallenbad gibt es nach wie vor keinen Bademeister.
Von Wolfgang Abeltshauser

Sport ist im Mainburger Hallenbad derzeit nicht möglich. Foto: Wolfgang Menzel
Sport ist im Mainburger Hallenbad derzeit nicht möglich. Foto: Wolfgang Menzel

Mainburg.Den Schwimmern des TSV Mainburg geht die Geduld zu Ende. Das Hallenbad am Gymnasium ist seit Monaten geschlossen, weil der Landkreis nach wie vor die Stelle des Bademeisters nicht besetzen kann. „Wir sind derzeit immer noch auf der Suche nach einer geeigneten Fachkraft“, sagt dazu Sonja Endl – stellvertretende Pressesprecherin im Landratsamt. Der Chef der TSV-Schwimmabteilung Johann Goldbrunner hat derweil Angst, dass Mitglieder den Verein verlassen, weil der Verein kein adäquates Sportangebot bereithalten könne.

Schlecht für Gesundheitsvorsorge

Ein sinnvolles Training habe der Verein seinen Nachwuchsschimmern derzeit keines zu bieten. Jüngst hat sich auch der Kreisverband der FDP zu diesem Thema geäußert. In einer Pressemitteilung über die Kreisvorstandssitzung vor einigen Tagen ist zu lesen: „Mit Unverständnis reagierte der Vorstand auf die Tatsache, dass seit vielen Monaten das Hallenbad in Mainburg nicht für die Schulen und die Öffentlichkeit zur Verfügung steht.“

Dr. Heinz Kroiss spricht darin von einer Lücke in der Gesundheitsvorsorge für die Mainburger Bevölkerung. Zur Not müssten unterschiedliche Teilzeitkräfte für die Technikbetreuung und die Badeaufsicht gewonnen werden. Auch eine Verstärkung durch ehrenamtliche und Honorarkräfte – etwa von der DLRG – sollte geprüft werden.

Für unsere Serie „Mitgemacht im Sportverein“, waren wir bei den Schwimmern des TSV Mainburg zu Gast - allerdings im Freibad

Tauchen: Schwerelos durch die Unterwasserwelt

Endl sieht keine andere Möglichkeit, als sowohl den TSV als auch die Mainburger Schulen, für die das Bad eigentlich auch gedacht ist, um Verständnis zu bitten. „Der Personalmangel, besonders im Bereich von Schwimmbädern, ist äußerst dramatisch. So klagen die meisten Bäder über Fachkräftemangel“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Landkreis Kelheim versuche seit Jahren, durch Stellenausschreibungen Fachangestellte für Bäderbetriebe zu finden. Ebenso wurde mehrmals versucht, einen Auszubildenden anzustellen.

Club hat Rettungsschwimmer

Goldbrunner glaubt das so recht nicht. Seit der Schließung des Bades im Februar habe er lediglich einmal in den Medien eine Anzeige gesehen. Zu den von der FDP geäußerten Lösungsvorschlägen äußert sich Endl nicht direkt. Sie lässt nur grundsätzlich wissen: Der Schwerpunkt liege nicht bei der reinen Badeaufsicht, sondern bei der technischen Betreuung der komplexen Schwimmbadtechnik. Das sieht Goldbrunner durchaus ebenso. Eine Badeaufsicht bräuchte es für den Verein keine. „Wir haben selber Rettungsschwimmer.“

Er befürchtet, dass dem Landkreis die Sorgen seines Vereins schlichtweg nicht so wichtig seien. Die TSV-Schwimmabteilung betreut nach seinen Worten rund hundert Kinder. Derzeit sucht der Verein nach kreativen Lösungen, um seinen Schützlingen ein Sportprogramm liefern zu können. So konnte organisiert werden, dass die Abteilung Samstagmittag eine Stunde in die TSV-Sporthalle kann. Auf diese Weise bekämen alle Kinder zumindest Bewegung. Diese Lösung ist nicht selbstverständlich, denn die Mainburger Sporthallen sind eigentlich voll belegt. Dazu schaffen es die Mainburger, im Hallenbad der Nachbarstadt Nandlstadt unterzukommen – jeweils für drei Stunden am Montag. „Die haben für uns eine Bahn abgesperrt.“

Keine sinnvolle Übungsstunde

Allerdings sind dort die Bahnen nur 16 Meter lang und nicht wie üblich 25. „Wir lassen die Kinder einfach schwimmen“, beschreibt es Goldbrunner. Ein richtiggehendes Training könne das nicht sein. Und es können auch nicht alle Kinder jede Woche ins Wasser. Weil es schlichtweg zu eng wäre.

Weitere Hallenbäder im Landkreis

  • Landkreis:

    Im Zusammenhang von Realschulen und Gymnasien gibt es in Mainburg, in Abensberg und in Riegenburg Hallenbäder, die vom Landkreis Kelheim betrieben werden. Sie dienen vordergründig dem Schwimmunterricht.

  • Stadt:

    In Neustadt steht ebenso ein Hallenbad, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Betreiber ist dort die Kommune. Schulen und Vereine nützen es auch. (wo)

Goldbrunner habe gehört, das Landratsamt versuche, ab Januar für die Schulen wieder Schwimmunterricht zu ermöglichen – in Zusammenarbeit mit dem Bademeister des Mainburger Freibads, das der Stadt gehört. Auch dazu will sich Endl gegenüber der MZ konkret nicht äußern. Sie schreibt in ihrer Stellungnahme: „Wir werden bei neuen Erkenntnissen dies kommunizieren.“ Grundsätzlich lässt das Landratsamt wissen: Bei den Bademeistern der Freibäder gebe es generell die Problematik, dass diese im Winter Überstunden oder Urlaub einbringen sollen – im Gegenzug sei dies bei den Hallen-Bademeistern ebenso.

Lesen Sie auch: „Mitgemacht im Sportverein“ – hier finden Sie alle Teile unserer Serie.

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