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Region Kelheim
Sonntag, 22. April 2018 28° 2

Jubiläum

Seit 1919 ist Gögging ein „Bad“

Beim Info-Treff wurden erste Pläne zu 100 Jahre Heilbad vorgestellt. 2019 soll das groß gefeiert werden.

  • Historische Ortsansicht von Bad Gögging. Seither hat sich einiges verändert. Fotos: Stadtarchiv Abensberg (2)
  • Aus dem ruhigen Bauerndorf wurde ein Ort der Wellness.

Neustadt.Ein bunt gemischtes Publikum fand sich im Kursaal ein, um sich zum Jubiläumsjahr 100 Jahre „Bad“ Gögging im Jahr 2019 auszutauschen. Geladene Mitglieder von Vereinen, Gastgeber und Gastronomen kamen ebenso wie Gästeführer und Pfarrer. 100 Jahre lang darf Bad Gögging nächstes Jahr den Titel „Bad“ tragen – das Aktionsprogramm für dieses Jubiläum stand im Mittelpunkt der Info-Veranstaltung.

Höchstes Qualitätssiegel

Bürgermeister Thomas Reimer betonte bei seiner Begrüßung der Teilnehmer, wie besonders dieses Jubiläum sei und wie wichtig es deshalb sei, dass der ganze Ort an einem Strang ziehe. Tourismus-Managerin Astrid Rundler stellte anschließend dar, warum der Titel „Bad“ auch tatsächlich ein Grund zum Feiern sei: er sei das höchste Qualitätssiegel für einen Urlaubsort, das einer genauen Prüfung unterliege.

Bad Gögging habe im Vergleich zu vielen anderen bekannten Kurorten Bayerns außerdem schon sehr lange den „Bad“-Titel: wo die Orte des Bäderdreiecks ihre Titel erst seit ca. 35 bis 60 Jahren tragen dürften, habe Bad Gögging nun schon die 100 Jahre erreicht.

Therme und Kurzentrum prägen heute das Bild Bad Göggings. Foto: Dr. Satzl/Archiv

Die aktuellen Pläne zur Feier dieser 100 Jahre präsentierte Tourist-Info-Mitarbeiterin Monika Hummel: Ausstellungen und Vorträge sind ebenso geplant wie Erlebnisführungen, eine Outdoor-Vernissage und ein Festwochenende mit Kurparkfest. Wie dieses gestaltet werden könnte, stellte Anja Killermann von der Agentur Stadtmaus aus Regensburg vor, die die Erlebnisführungen konzipiert und bei der Organisation des Festwochenendes mit der Tourist-Info zusammenarbeitet.

Im Anschluss bekamen die Anwesenden die Möglichkeit, sich zu äußern. Die Teilnehmer zeigten sich positiv gegenüber den aktuellen Plänen der Tourist-Info und hatten sich auch selbst bereits Gedanken gemacht: von Give-aways wie einem Jubiläumsbier über thematische Ausstellungen bis zu bekannten Persönlichkeiten mit Bezug zu Bad Gögging. Auch zu möglichen Kunst- und Musik-Aktionen gab es aus den Reihen der Anwesenden einige Ideen. Die Mitarbeiter der Tourist-Information sammelten alle Ideen und werden diese in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Gastgebern nach Möglichkeit in die Planung des Jubiläumsjahrs einfließen lassen.

Meisten Gäste kommen zur Kur

1919 war beschlossen worden, dass der Kurort ab sofort den Titel „Bad“ tragen dürfe. Der Titel prägt den Urlaubsort im Herzen Bayerns: ein großer Teil der Gäste kommt nach wie vor zur Kur oder Reha nach Bad Gögging, so Astrid Rundler. Aber auch für Wellness-Fans, Radler und Wanderer hat sich Bad Gögging als Urlaubs- und Ausflugsziel etabliert. Die Geschichte der Bad Gögginger Heilquellen lässt sich weit zurückverfolgen. Unter der Ortskirche St. Andreas entdeckte man in den 1960er Jahren Überreste einer römischen Badeanlage – schon die Römer kannten also das heilsame Wasser aus Bad Gögging.

Kelten und Römer

  • Als einziger Kurort

    im Freistaat verfügt Bad Gögging über drei staatlich anerkannte Naturheilmittel: Schwefelwasser, Mineral-Thermalwasser und Naturmoor.

  • Vermutlich kannten

    bereits die Kelten, die in den letzten 500 Jahren vorchristlicher Zeit die Gegend besiedelten, die Quellen Bad Göggings und nutzten sie. Nachweislich genutzt wurden die Schwefelquellen des heutigen Kurorts von den Römern. (wikipedia.de)

Über hunderte Jahre hinweg gibt es immer wieder Belege, dass die Quellen zum Baden genutzt wurden. Um 1870 entstand dann das erste Haus, das noch heute besteht: das Römerbad, das 1908 von einer Pionierin ihrer Zeit übernommen wurde – Betty Hauber, die mit 24 Jahren als erste Frau im Ort ein Kurhaus betrieb. Sie setzte sich für den Schutz der Schwefelquelle ein und ebnete damit den Weg für die spätere Anerkennung Göggings als Kurort mit der Umbenennung in „Bad“ Gögging.

Dazu trug auch Johann Huber bei, der Besitzer des Trajansbads – des zweiten Hauses, das ebenfalls noch heute betrieben wird. Am 30. Juni 1919 wurde offiziell beschlossen, dass der Ort künftig „Bad Gögging“ heißen dürfe.

Limes-Therme öffnete 1979

Seit diesem Datum hat sich vieles getan in Bad Gögging. Zahlreiche weitere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen entstanden, ebenso Geschäfte und Gasthäuser – besonders um die Limes-Therme herum, die 1979 eröffnet wurde.

Bad Gögging vor 1952 Foto: Sammlung Kronauer

Dort drehen die Gäste heute ihre Runden im warmen Thermalwasser, nehmen Schwefelwannenbäder oder entspannen bei Moorpackungen. Der Ort hat sich zum einen als Gesundheits- und Wellnesszentrum etabliert, in dem Gäste ihr Wohlbefinden ganz in den Mittelpunkt stellen können.

Moor, Schwefel, Thermalwasser

Als einziger Kurort in Bayern kann Bad Gögging gleich drei Naturheilmittel vorweisen: Moor, Schwefel- und Thermalwasser. Moor hilft warm oder kalt, z.B. als Vollbad, unter anderem gegen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose und Rheuma, aber auch Schuppenflechte oder Neurodermitis sowie gegen gereizte Muskeln und Sehnen. Bäder im Mineral-Thermalwasser helfen ebenfalls bei rheumatischen Erkrankungen, nach Operationen an Gelenken und auch gegen Stress und Anspannung.

Eine weitere historische Impression aus der Sammlung Kronauer

Das älteste Heilmittel Bad Göggings ist jedoch das Schwefelwasser: Es kann getrunken werden und wird als Wannenbad wiederum bei rheumatischen Leiden, Arthrose und Bandscheibenvorfällen sowie bei Hauterkrankungen eingesetzt.

Aufgrund dieser natürlich gegebenen Heilmittel siedelten sich Kliniken und Reha-Zentren mit Experten unter anderem für Orthopädie, Reha-Medizin, Neurologie, Geriatrie und Sport-Medizin in Bad Gögging an.

Spezialisierte Ärzte- und Therapieteams sorgen für eine optimale Betreuung der Gäste auf aktuellem medizinischem Stand.

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