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Wirtschaft

Sie ist für alle Einsätze gerüstet

Die neue Chefin der Stadtwerke Kelheim zieht eine erste Bilanz – das Kundencenter kommt in Altstadt, Breitbandausbau startet.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Stadtwerke-Chefin Sabine Melbig hat für Einsätze auf Baustellen ihre Gummistiefel parat. Foto: Bachmeier-Fausten
Stadtwerke-Chefin Sabine Melbig hat für Einsätze auf Baustellen ihre Gummistiefel parat. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim. Nicht nur die ersten 100 Tage, die jemandem in einer neuen Position als Schonfrist eingeräumt werden, hat die neue Chefin der Stadtwerke Kelheim (SWK), Sabine Melbig, bereits gemeistert, sondern mittlerweile fünf Monate. Ihre ersten Ideen sind, das Kundencenter in die Kelheimer Innenstadt zu verlagern und bei der SWK auch den Breitbandausbau anzugehen und damit ein neues Geschäftsfeld bei dem Versorgungsunternehmen einzuführen. Die Eröffnung des Kundencenters im Kreissparkassengebäude am Ludwigsplatz kündigt sie im Gespräch mit unseren Medienhaus zur Jahresmitte an. Grünes Licht hat der Aufsichtsrat für den Breitbandausbau erteilt – an bestimmten SWK-Trassen mit einer Leerrohr-Infrastruktur.

Der Technologie-Fachbereichsleiter der Stadtwerke Kelheim, Patrick Stadtherr, ist mit dem Breitbandausbau befasst. Foto: Bachmeier-Fausten
Der Technologie-Fachbereichsleiter der Stadtwerke Kelheim, Patrick Stadtherr, ist mit dem Breitbandausbau befasst. Foto: Bachmeier-Fausten

„Chance zur Kundenbindung“

Sabine Melbig zählt auf, wo das der Fall ist: Falken-, Drossel-, Hallstatt- und Schäfflerstraße sowie im östlichen Teil des Donauparks. Mit dem Breitbauausbau wird der SWK-Leiterin zufolge in diesem Jahr begonnen und soll bis 2020/2021 abgeschlossen sein. Anschlüsse wären möglich für Betriebe und Privatkunden. In diesem neuen Geschäftsfeld sehe sie „eine Chance zur Kundenbindung und ein Angebot für Bundle-(Bündel)-Produkte“, die Preisvorteile ermöglichten. Sie zählt auch den Servicevorteil auf, da das Unternehmen „vor Ort ist“. In die vorhandenen Leerrohre werde Glasfaser eingeblasen“. Für dieses Jahr ist laut SWK-Leiterin eine Investitionssumme von rund 250 000 Euro geplant. Ihrer Ansicht nach sind die Stadtwerke „für den Ausbau der Infrastruktur mit verantwortlich“. Im digitalen Zeitalter zähle der Breitbandausbau dazu.

Die gebürtige Wegscheiderin, die mit ihrer Familie in Bad Abbach lebt, ist seit 1999 bei den Stadtwerken beschäftigt und war dort vor ihrem Wechsel zu Jahresbeginn auf den Chefsessel Prokuristin und kaufmännische Leiterin. Die Einarbeitungsphase in der neuen Position „war eine sehr ambitionierte Zeit“, sagt die 51-Jährige. Man hat den Eindruck, dass sie sich dem Unternehmen rundum verschrieben hat. Sie ist auch gerüstet, wenn sie auf eine Baustelle muss – die Gummistiefel sind parat und Sabine Melbig schlüpft auch mal in einen Arbeitsoverall wie kürzlich bei der Ausbildungsmesse in der Kreisstadt.

Arbeitsgespräche bei Brotzeit

Auf die Frage nach den Herausforderungen am Anfang nennt sie „die Vielfalt der Themen, die gesetzten Ziele zeitnah umzusetzen und den Kontakt zur Basis, also den Mitarbeitern, nicht zu verlieren. Ich versuche, in regelmäßigen Abständen mit den Mitarbeitern zusammen zu sein.“ Knapp 50 Beschäftigte – in Voll- und Teilzeit – haben die Stadtwerke Kelheim. Mit jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter habe sie ein Einzelgespräch geführt, „um Ziele, Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu eruieren“. Sabine Melbig erwähnt auch Arbeitsgespräche mit den Mitarbeitern im technischen Bereich bei einer Brotzeit. Heuer sei erstmals ein Sommerfest für alle Mitarbeiter mit Partner und Nachwuchs. Sie fühle sich von den Beschäftigten „als ihre Chefin akzeptiert“. Sabine Melbig: „Personalabbau ist für mich überhaupt kein Thema. Wichtig ist, eine konstante Personalstärke halten zu können.“

Durch ihre frühere Tätigkeit bei den SWK „war ich immer sehr mit dem technischen Bereich verbunden, weil sich einfach sehr viele Zahlen aus der Technik ergeben, zum Beispiel Investitionen, Störungen und sonstiges.“

Ein Anliegen ist der Kelheimer Stadtwerke-Leiterin ferner, dass das Versorgungsunternehmen „in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird“. Auch daran arbeite sie derzeit.

Die Stadtwerke Kelheim und die Kreissparkasse arbeiten zusammen. Das Kundencenter der Stadtwerke zieht in das Sparkassen-Gebäude am Ludwigsplatz. Archivfoto: Stadtwerke
Die Stadtwerke Kelheim und die Kreissparkasse arbeiten zusammen. Das Kundencenter der Stadtwerke zieht in das Sparkassen-Gebäude am Ludwigsplatz. Archivfoto: Stadtwerke

Das Kundencenter im Herzen der Kelheimer Altstadt, aber auch das neue Geschäftsfeld „Breitband“ zählten ebenso dazu wie die Präsentation bei größeren Events/Aktionen wie beispielsweise in diesem Frühjahr die erste Ausbildungs- und Berufsmesse, die die Stadt Kelheim und der Stadtmarketingverein „Zukunft Kelheim“ im Einkaufszentrum an der Schäfflerstraße anboten. Am Stand der SWK war Sabine Melbig ebenfalls anzutreffen. Die Chefin hat sich vorgenommen, dass das Unternehmen in der Zukunft noch mehr bei Veranstaltungen im Raum Kelheim vertreten sei und auch Vereine und Organisationen unterstütze. Sie möchte die „Marke Stadtwerke Kelheim ausbauen und präsenter machen, um sich am Markt noch stärker zu behaupten“.

Fürs Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke werden 2018 „schwarze Zahlen angepeilt“. Archivfoto: Stadtwerke
Fürs Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke werden 2018 „schwarze Zahlen angepeilt“. Archivfoto: Stadtwerke

Nicht nur mit Zukunftsplänen ist die Kelheimer Stadtwerke-Chefin befasst. Das Tagesgeschäft und unplanbare, unliebsame Ereignisse fordern sie und „ihre“ Mitarbeiter. Erst vergangene Woche ist es in der Kreisstadt Kelheim zu einem größeren Stromausfall gekommen durch zwei Kabelfehler, die einen sogenannten Doppelerdschluss zur Folge hatten. Es müsse nicht nur das Problem behoben, sondern auch die Ursache eruiert werden; damit sei man bei den Kelheimer Stadtwerken nach wie vor befasst. Als Anfang April ein Schmorbrand in der Trafostation der Kelheimer Goldberg-Klinik dort die Stromversorgung kappte, leisteten die SWK Hilfe und sorgten dafür, dass der normale Geschäftsbetrieb am Krankenhaus wieder reibungslos aufgenommen werden habe können.

Bereits Anfang Dezember 2017 war es in Kelheim zu einem Blackout gekommen – weite Teile im Stadtgebiet waren mehrere Stunden ohne Strom. Wegen des damaligen Vorfalls haben die SWK einen Rechtsanwalt eingeschaltet, „um die Rechtssituation zu klären und einen möglichen Schadenersatz geltend machen zu können“, so Melbig. Sie erwähnt auf eine entsprechende Frage, eine 60-Stunden-Woche zu haben und an Wochenenden auch zu Hause an Sachthemen zu arbeiten. Sie klagt deswegen nicht, sondern betont, mit dem Verlauf der ersten fünf Monate zufrieden zu sein.

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