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Kinder

Sie zähmt das „Wutmännel“

Edith Schieck, die mit ihren DDR-Erinnerungen bekannt wurde, widmet sich in ihrem neuen Buch anderer Thematik.
Von Rosi Weitzer

Die Handabdrücke ihrer in den USA lebenden Enkel hat Edith Schieck an ihrer Hauswand immer in Griffweite. Für Ihre Enkel schreibt sie nicht nur Bücher, sondern schafft zusammen mit Ihnen auch kleine Kunstwerke aus Fliesen und gemeinsam gesammelten Steinen und Muscheln, in denen sich die Kinder ausdrücken können. Foto: Rosi Weitzer
Die Handabdrücke ihrer in den USA lebenden Enkel hat Edith Schieck an ihrer Hauswand immer in Griffweite. Für Ihre Enkel schreibt sie nicht nur Bücher, sondern schafft zusammen mit Ihnen auch kleine Kunstwerke aus Fliesen und gemeinsam gesammelten Steinen und Muscheln, in denen sich die Kinder ausdrücken können. Foto: Rosi Weitzer

Abensberg. „Leo und das Wutmännel“ heißt das dritte Buch, das Edith Schieck veröffentlicht hat. Die Abensbergerin, die durch ihre Schilderungen in „Und das Gras war grüner“ über ihr Leben in der DDR bekannt geworden ist, widmet sich in ihrem neuesten Buch wieder einem Familienthema - aber ganz anders.

Die Abensbergerin schreibt, wie es sich gerade so ergibt und so entstand ganz spontan das Buch für ihren jüngsten Bostoner Enkel Leo.

Edith Schieck mit Ihrem neuen Buch „Leo und das Wutmännel“. Die Erstauflage ist bereits vergriffen, doch die Neuauflage ist schon eingetroffen. Foto: Rosi Weitzer
Edith Schieck mit Ihrem neuen Buch „Leo und das Wutmännel“. Die Erstauflage ist bereits vergriffen, doch die Neuauflage ist schon eingetroffen. Foto: Rosi Weitzer

Wenn sich ein Kind nur von Obstbechern, Gemüse und Schokomilch ernährt, klingt das für die meisten Eltern erst einmal beneidenswert, da Obst und Gemüse auf den meisten Kindertellern eher übrig bleiben.

Problematisch wird es dann, wenn das fehlende Sättigungsgefühl zu Wutausbrüchen führt. Das ist alles andere als lustig. So erging es Edith Schieck mit Leo, dem jüngsten Sohn ihrer in Amerika lebenden Tochter, wie sie unserer Reporterin erzählt.

Bei ihrem letzten Besuch in Boston wurde sie Augenzeugin eines solchen Szenarios. Zuerst einmal schockierte sie diese Erkenntnis, doch dann nahm sie den Jungen mit viel Geduld und Liebe an die Hand und erklärte ihm die Auswirkungen seiner Ess- und Schlafgewohnheiten auf diese Wutausbrüche.

Titelbild stammt von Leo

Dabei kam ihr die Idee des „Wutmännels“, das für sein erschreckendes Verhalten verantwortlich sei – damit war die Idee für ihr drittes Buch geboren, die sie gleich umsetzte und niederschrieb. Mit einer kleinen Verspätung schickte sie dem sechsjährigen Leo das erste Exemplar zum Geburtstag, welcher sich riesig darüber freute. Dieses ihm gewidmete Buch spornt den kleinen Jungen jetzt dazu an, selber zu lesen, was er der Omi begeistert am Telefon erzählt: „Omi, ich bin schon auf Seite sechs.“

Dass das Wutmännel jetzt schon seltener kommt, ist eine weitere positive Auswirkung auf das Kind. Die Illustration des Büchleins stammt von Leo selbst. Es zeigt, wie er die „Verbandelung“ von Magen, Nerven, Herz und Essen verstanden hat. Eine weitere Besonderheit ist, dass es zweisprachig verfasst ist. Schlägt man die Lektüre auf, stehen sich links die englische und rechts die deutsche Version gegenüber. Dadurch eignet sich das Buch besonders für Grundschulkinder, um sie nebenbei gleich spielerisch an die so wichtige Fremdsprache Englisch heranzuführen. Es ist ein großes Anliegen der Autorin, bereits kleinen Kindern neben der Muttersprache Deutsch die englische Sprache richtig beizubringen, um ihnen die Scheu davor zu nehmen, diese Sprache auch zu benutzen.

Jetzt ist Stella an der Reihe

Wie schon erwähnt, handelt es sich um das 3. Buch von Edith Schieck. 2013 erschien ihr Erstlingswerk „Und das Gras war grüner“, in dem sie ihre Ausreise aus der früheren DDR und den Neubeginn in Abensberg beschreibt.

Für ihren Enkel Maxwell schrieb sie „Maxwell aus Boston – Omi aus Abensberg“ wo sie Erinnerungen aus ihrer Kindheit als Geschichten für ihren Enkel erzählt, was diesen dazu bewog zu sagen: „Ein Glück, dass ich jetzt lebe.“ Eigentlich wäre jetzt Enkelin Stella an der Reihe gewesen, um ihr ein Buch zu widmen. Doch die Geschichte mit Leo hat sich nun vorher ergeben, sagt Edith Schieck und ist einfach dazwischen gekommen. Doch keine Angst – die Idee für weitere Geschichten existiert bereits und wird niedergeschrieben, sobald es passt.

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