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Entwicklung

Siegenburg: Zentrum für Kultur entsteht

Das Gollerhaus soll Heimat für Vereine werden. Stetig wird Siegenburgs Mitte zu einem Hort der Bildung und des Brauchtums.
Von Wolfgang Abeltshauser

  • Der südliche Teil des Marienplatzes wird zum Hort der Siegenburger Kultur. Foto: Satzl
  • Der Marienplatz einst, als noch Pferdefuhrwerke unterwegs waren. Foto: Archiv/Siegenburg

Siegenburg.Was die Gestaltung des Marienplatzes betrifft, hat sich in den vergangenen beiden Jahren noch nichts Konkretes getan. Dafür entwickelt sich im südlichen Bereich der Ortsmitte klammheimlich ein wahres Kulturzentrum. Die Volkshochschule (VHS) hat dort vor zwei Jahren Räumlichkeiten bezogen. Sie entwickelt sich prächtig. Der nahe Wittmannsaal ist saniert. Und jetzt soll auch noch das Gollerhaus saniert werden, um darin Räume für die Kommune und Vereine zu schaffen.

Ein Rundum-Blick auf den Siegenburger Marienplatz (Foto: Heindl)

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Vor zwei Jahren war die Häuserfront südlich der Mariensäule noch trist. Die Gebäude waren mehr oder weniger ungenutzt. Bis die Abensberger Volkshochschule eine Außenstelle einrichtete. Und da ist aus einem zarten Pflänzchen eine schöne Blume geworden. Vor zwei Jahren begann es mit 25 angebotenen Kursen. So erinnert sich die Abensberger VHS-Chefin Katrin Koller-Ferch. „Mittlerweile sind es 70 bis 80.“

Pfarrer Martin Nissel segnete vor zwei Jahren die VHS-Räume. Foto: Abeltshauser
Pfarrer Martin Nissel segnete vor zwei Jahren die VHS-Räume. Foto: Abeltshauser

Sicherlich würden immer noch Angebot ausfallen, weil es nicht genügend Anmeldungen gibt. „Da ist noch Luft nach oben.“ Jedoch gingen die Zahlen der Teilnehmer stetig nach oben. Das Gebäude passe nicht zuletzt deshalb, weil die Räume genau den Zuschnitt haben, den die meisten Bildungsangebote benötigen. Mittlerweile würden sich auch immer mehr Dozenten rund um Siegenburg melden, die gerne Kurse abhalten. So gesehen habe sich der Schritt, in Siegenburg eine Außenstelle aufzumachen, auf alle Fälle rentiert.

Vor allem Platz für Vereine ist im Gollerhaus das Ziel. Foto: Abeltshauser
Vor allem Platz für Vereine ist im Gollerhaus das Ziel. Foto: Abeltshauser

Es ist für sich schon ein Jugend- und Kulturzentrum, das Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier zwei Häuser weiter vorschwebt. Auch wenn er diesen Begriff selber im Gespräch mit unserem Medienhaus nicht in den Mund nimmt. Im Blick ist das Gollerhaus, das sich mittlerweile im Eigentum der Kommune befindet. Dieses Jahr wird noch geplant, so dass es auch kein Problem darstellt, dort für einige Monate den neuen Kindergarten zu parken. 2019 soll es dann konkret mit Arbeiten losgehen. Bergermeier geht davon aus, das die in einem Jahr starten könnten.

Räume für Jugendliche fehlen

Räume für Jugendliche, für die Vereine und Veranstaltungen sind gewünscht. Im Erdgeschoß sollen nach den derzeitigen Vorstellungen zwei kleinere Veranstaltungsräume Platz finden. Nicht zuletzt die örtliche Jugend solle diese nutzen können. Einen Jugendraum oder gar einen Jugendtreff gibt des bisher ja nicht im Ort. Dazu hat das Architekturbüro Naumann die notwendigen Sanitär- und Technikräume dort vorgesehen. Ein öffentliches WC, das vom Marienplatz her zugänglich ist, gehört ebenso dazu. Was eine Verbesserung der Infrastruktur darstellt.

Parkplätze für die Einrichtungen in der Ortsmitte wurden geschaffen. Foto: Abeltshauser
Parkplätze für die Einrichtungen in der Ortsmitte wurden geschaffen. Foto: Abeltshauser

Im ersten Stock ist ein Besprechungs- und mehrere Gruppenräume vorgesehen. Sie sollen in erster Linie der Siegenburger Vereinswelt dienen. Nicht zuletzt der Kolpingverein soll dort einziehen. Denn das alte Kolpingshaus zwischen Eisenbauerhaus und Feuerwehr wird letztendlich der Abrissbirne zum Opfer fallen. Parkplätze sind dort das Ziel.

Das ist der Markt Siegenburg:

Bergermeier nennt weitere Zielgruppen für die Gruppen- und Veranstaltungsräume in den beiden unteren Stockwerken: Er verweist auf die Künstlergruppe, die sich mittlerweile in der Kommune gegründet hat. Sie residiert jetzt schon – im unsanierten Zustand – in einem der Räume des Gebäudes. Auch eine Mutter-Kind-Gruppe gibt es. Außerdem sieht Bergermeier auf alle Fälle im Gollerhaus eine Heimat für die verschiedenen Chöre in Siegenburg. Und dann sei da ja noch die Abensberger Musikwerkstatt, die Angebote in Siegenburg vorhält. Bis jetzt finden die Unterschlupf im VHS-Gebäude – wie auch so mancher Chor. Wenn dort Mal Räume frei sind. Koller-Ferch erklärt: Erst würde die VHS ihr Programm zusammenstellen. Und der Kommune die Zeiten nennen, zu denen Räume frei sind. Ausnahme sei der Freitagabend. Der sei immer Termin für eine Chorprobe. Im oberen Stockwerk schließlich ist ein weiterer Veranstaltungssaal für rund 80 Personen angedacht.

Einigkeit mit dem HVT

Die Trachtler haben im Wittmannsaal ein schöne Heimat erhalten. Foto: Christian Kahler
Die Trachtler haben im Wittmannsaal ein schöne Heimat erhalten. Foto: Christian Kahler

Einen solchen habe die Kommune bisher keinen. Bergermeier sieht in dem Raum wie auch in den übrigen keine Konkurrenz zum Wittmannsaal. Der sei ja viel größer. Und für andere Veranstaltungen gedacht. Als Terminbeispiel für das kommende Gollerhaus nennt der Bürgermeister Filmvorführungen für Kinder. Die gebe es von Zeit zu Zeit. Bisher finde so etwas im Sitzungssaal statt. Da wäre ein kommunaler Veranstaltungsraum ideal dafür.

So soll es beim Marienplatz weitergehen

  • Problem:

    Leise geworden – zumindest in der Öffentlichkeit – ist es dagegen in Sachen Neugestaltung Marienplatz. Groß war ein Künstlerwettbewerb ausgerufen. Allerdings mochten sich die Siegenburger mit keinem der Vorschläge so richtig anfreunden. Mehrfach war das Thema im Marktgemeinderat.

  • Gespräch:

    Die Nachfrage bei Bürgermeister Dr. Johann Bergermeier zeigt: Der hat sich in den vergangenen Wochen deswegen mit der Regierung von Niederbayern ins Benehmen gesetzt. Das Ergebnis ist: Auch ohne ein Kunstwerk gebe es die notwendigen Fördergelder für die Baumaßnahme in der Ortsmitte.

  • Lösung:

    Bergermeier berichtet, auf dem Platz sollen Sitzgelegenheiten entstehen. Die Räte stimmten jetzt dafür, dass die Kommune an einem speziellen Förderpogramm teilnimmt. Im Idealfall könnten beide Maßnahmen – Marienplatz und Gollerhaus – mit einem hohen Fördersatz unterstützt werden. (wo)

Der Vorsitzende des Hallertauer Volkstrachtenverein, dem Träger des Saales, gibt Bergermeier recht. „Wir nehmen nur Veranstaltungen mit mindestens 120 Personen an“, sagt Thomas Kratzl. Ansonsten sei der Aufwand zu groß. Der Vorsitzende freut sich über die Resonanz der Bevölkerung, seit der Saal vor knapp zwei Jahren wiedereröffnet wurde. Vor allem ist er Zentrum der Faschingsfeierlichkeiten. Aber auch für Vereinsjubiläen werde er immer wieder angefragt. Sein eigener Verein nutze den Saal nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch für alle Proben.

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