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Region Kelheim
Sonntag, 27. Mai 2018 29° 2

Bauen

Sind die Preise in Ordnung?

Der Stadtrat genehmigt Aufträge für den neuen Kindergarten und den Storchenwirt. Ein gewisses Unbehagen bleibt.
Von Jochen Dannenberg

Neustadt wächst: Die ehemalige Sander-Siedlung wurde abgerissen, neue Wohnungen sind entstanden. Foto: Dannenberg

Neustadt. Die Einmütigkeit in der jüngsten Sitzung des Neustädter Stadtrats währte nur kurz. Gerade hatte das Gremium einstimmig den Haushalt für das Jahr 2018 verabschiedet, als es um eine Reihe von Vergaben am neuen Kindergarten St. Laurentius und am Storchenwirt ging und sich alte Gräben wieder auftaten. Die CSU-Fraktion blieb ohne weitere Erklärungen bei ihrer ablehnenden Haltung zur Sanierung des Storchenwirts und verweigerte konsequent die Zustimmung zu anstehenden Arbeiten und Beschaffungen für das künftige Kulturzentrum, das voraussichtlich im kommenden Jahr in Betrieb gehen wird.

Die Mehrheit des Stadtrats setzte sich jedoch in den Abstimmungen durch und so wurden die Ausgaben für Estrich-, Maler-, Fliesen-, Bodenbelags- und Schreinerarbeiten und zur Planung des interaktiven Museums im Storchenwirt für insgesamt rund 360000 Euro genehmigt.

Einstimmigkeit herrschte dagegen im Stadtrat, als es um die nächsten Aufträge für den Neubau des Kindergartens ging. Das Gremium genehmigte einstimmig den Auftrag für die neue Küche, die Innentüren, Einbauschränke und sonstige Möbel sowie Erdarbeiten am Grundstück zu einem Gesamtpreis von rund 550000 Euro.

Nicht nur der Preis ändert sich

Diskussionsstoff gab es trotzdem. Einmal mehr standen die Kosten für die einzelnen Aufträge zur Debatte, nachdem seit vielen Monaten in der Öffentlichkeit über zum Teil erhebliche Preissteigerungen bei Bauaufträgen diskutiert wird. Bisweilen wird behauptet, die Baupreise lägen 30 Prozent über dem eigentlich angemessenen Niveau. An den Vergaben, die dem Neustädter Stadtrat in seiner Sitzung zum Beschluss vorlagen, konnte das nicht unbedingt bestätigt werden.

So sprach ein Auftrag für Bodenbelagsarbeiten zunächst für die These. Hier waren rund 35 000 Euro von den Planern kalkuliert worden, am Ende lag das günstigste Angebot aber 21000 Euro höher. Doch ergab die Prüfung, dass seit der Planung vier Jahre vergangen waren und dass nunmehr ein ganz anderer Bodenbelag zur Ausführung kommt. Stutzig wurden die Stadträte auch bei einem anderen Auftrag. Er war mit circa 57000 Euro veranschlagt gewesen, beläuft sich aber jetzt auf 79000 Euro. Auch bei diesem Projekt „rächte“ sich die Zeit zwischen Planung und Vergabe, sie betrug vier Jahre.

Andere Vergaben, die in der Sitzung beschlossen wurden, konnten derart rasante Steigerungen nicht bestätigen. Die Preise lagen „im Preisrahmen der Kostenberechnung“. Bei diesen Vergaben handelte es sich um die Mehrheit der Aufträge. Ein Objekt war übrigens günstiger als geplant.

Facharbeiter fehlen

Preissteigerung oder nicht – tatsächlich erlebt die Baubranche derzeit einen Boom. Das führt zu einem regelrechten Auftragsstau. Wer gegenwärtig einen Handwerker bestellt, muss nach Schätzungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) zehn Wochen lang warten. Der Auftragsstau ergibt sich jedoch nicht nur daraus, dass die Auftragsbücher voll sind. Es fehlen insbesondere die Facharbeiter. Vier von zehn Betrieben können offene Stellen nicht nachbesetzen.

Vermutlich wird dieses Problem noch mehrere Jahre anhalten, denn bis für Nachwuchs gesorgt ist, müssen erstmal junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk begeistert werden und dann muss der Nachwuchs auch noch die Ausbildung durchlaufen. Versucht wird deshalb, auch Studienabbrecher für das Handwerk zu gewinnen.

Weitere Berichte aus Neustadt

Bestätigt

  • In der Dienstversammlung

    der Freiwilligen Feuerwehr Marching wurde Christoph Treffer erneut zum stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr gewählt.

  • Christoph Treffer übt

    das Amt des stellvertretenden Kommandanten seit 2012 aus und hat alle erforderlichen Lehrgänge absolviert.

  • Treffer wurde

    deshalb einstimmig vom Stadtrat für die nächsten sechs Jahre für das Amt bestellt.

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