MyMz
Anzeige

Superlative

So viele wie noch nie feierten Gillamoos

Ein Rekord-Jahrmarkt mit etwa 300 000 Besuchern ist vorüber: Nach dem Gillamoos in Abensberg ziehen Stadt und Schausteller Bilanz.
Von Beate Reitinger und Wolfgang Abeltshauser, MZ

  • Die Festwirte lassen sich zwar beim Bierabsatz nicht in die Karten schauen. Zufriedene Gesichter machen aber alle. Foto: Pieknik
  • Gemütlichkeit auf der Liebesinsel Foto: Reitinger

Abensberg. Einen Rekord-Gilamoos vermelden Stadt und Festwirte. Grandioses Wetter und ein vielseitiges Programm lockten nach Angaben von Bürgermeister Dr. Uwe Brandl „unglaublich viele Besucher“.

Nach Gesprächen mit Wirten und Marktmeistern geht Brandl davon aus, „dass wir heuer an der 300 000er Marke gekratzt haben“. Diesen Schluss lässt auch das Feedback der Parkplatzbetreiber zu. Häufiger als in den Vorjahren wurden dort pro Tag Autos „umgesetzt“. Von Freitag bis Sonntag waren zudem die Siedlungen zugeparkt. Bis Welschenbach und über die Altstadt hinaus reichten parkende Blechlawinen. „Wir sind an der Kapazitätsgrenze mit den Parkplätzen“, sagt Brandl. Dass Abensberg die fünf Festtage lang mehr oder weniger ein einziger großer Parkplatz ist, „damit müssen wir in der Zeit leben“.

Manko Handyempfang

Ein großes Manko, dass sich jeden Gillamoos aufs Neue bemerkbar macht, ist „die schlechte Netzabdeckung“. „Wir haben zu wenige Masten in Abensberg, weil niemand einen auf dem Dach haben möchte“, so Brandl. Zuletzt eingeholte Angebote für eine „Brückenlösung“ für die Festtage beliefen sich laut Bürgermeister auf stolze 120.000 Euro. Dafür würden vier mobile Stationen installiert.

Auch einige Verbesserungsideen für das Fest 2014 haben sich ergeben: Die Palette reicht von logistischen Dingen über die Modalitäten der Restplatzvergabe bis hin zu einem Bereitschaftsdienst „Wasser“, der wünschenswert sei. Auch den Wirten hat das Jubiläum viel Arbeit gemacht. Die hat sich aber rentiert, so das einhellige Resümee. Wenn auch keiner genaue Absatzzahlen nennen kann oder mag.

Kuchlbauer-Wirt Peter Schöniger nimmt das Wort „gigantisch“ in den Mund. Von der Besucherzahl her sei es ganz klar eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. Jungbräu-Festwirt Marco Härteis stimmt zu. Er spricht, was den Umsatz angeht, von einer „kleinen Verbesserung“ im Vergleich zu 2012. Auf alle Fälle war der Sonntagmittag der beste aller Zeiten. Da sind sich Schöniger und Härteis einig.

Das Tagesgeschäft sei „in Ordnung“. Nicht nur am Abend kämen die Gäste. Sicherlich habe das Jubiläum dazu beigetragen. Härteis glaubt, dass dieses nicht zuletzt Auswärtige angelockt hat. Die Wirte berichten von weiter hergereisten Gästen. München, Nürnberg, Augsburg – gar von London ist da die Rede. Edi Pfau vom Weißbierstadl, glaubt dagegen, dass der Gillamoos als solcher die Menschen anziehe. Das Jubiläum hätten die Gäste nicht so im Kopf gehabt.

Der Regen kam zur rechten Zeit

Und das Wetter hat auch gepasst. Wenn es geregnet habe – so Ottenbräu Robert Neumaier – dann zur rechten Zeit. Etwa haben die Tropfen Sonntagvormittag die Gäste in die Zelte getrieben. Besonders froh über die Witterung waren die Betreiber vom Weinzelt. „Wir haben ja viele Freisitze“, betont Gernot Spritzendorfer. Gemeinsam mit Uli Glamsch und Fabian Tuscher ist er dort der Chef. Ähnlich ist es beim Weißbierstadl mit dem großen Biergarten. Der kurze Regen am Sonntag habe bei ihm schon etwas ausgemacht. Grundsätzlich ist er aber genau so zufrieden wie seine Kollegen. Und auch das ist wichtig: „Bei uns war alles friedlich.“

Bunt gemischt sei mittlerweile das Publikum. „Da wo die Jungen sind, da gefällt es auch den Alten“, sagen die Wirte. Keiner kann eine bestimmte Altersgruppe ausmachen, die es besonders stark auf den Gillamoos treibt.

Auffällig sei, dass immer Besucher Tracht tragen. „Und wo Leute in Tracht kommen, da geht das Geschäft“, befindet Hofbräuwirt Georg Lanzl. Im Ottenbräu werden am Abend schon in erster Linie die Jüngeren angesprochen mit regional bekannten Bands und Cover-Gruppen. „Dieses Konzept geht nach wie vor auf“, berichtet Wirt Peter Engl.

Konkrete Zahlen zum Gillamoos hört man von Wirten und Stadt nie. Aber wenn man von 300.000 Besuchern ausgeht und dass ein jeder von ihnen 50 Euro dagelassen hat, „was jetzt sehr niedrig angesetzt ist“, so Brandl. Dann wären das alleine schon 15 Mio. Euro. Die wahre „Finanzkraft“ des Gillamoos dürfte aber weit darüber hinaus gehen.

„Dauereinrichtung“ auf der Liebesinsel?

Zufriedene Gesichter gab es auch auf der Liebesinsel. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Robert Jahny, der mit Peter Wankerl und einem großen Team der Mutzenbacher-Blasmusik die „oidn Wies'n“ dort organisierte. Die Tische waren meist gut besetzt. Das Wetter tat das Seine: „Sicherlich war es gut, dass es kaum geregnet hat“, freut sich Jahny.

Lob gab es von ihm auch für die auftretenden Volkstänzer. „Die waren sehr fleißig.“ Von vielen Gästen habe er gehört, dass sie es sich wünschen, dass es diesen Teil des Gillamoos auch 2014 wieder gibt. Er könne sich das auch gut vorstellen. „Aber das entscheiden ja nicht wir.“

Auch Bürgermeister Dr. Uwe Brandl hat die Rufe nach „Wiederholung“ schon vernommen. Er kann sich das Ganze auch vorstellen. Schließlich war der Aufwand enorm. Allein den Nachbau der historischen Trinkhalle aus der Zeit um 1900 habe vier Bauhof-Mitarbeiter sechs Wochen lang „gebunden“.

Wenn sich das Wasserwirtschaftsamt (WWA) auf dem Überschwemmungsgebiet Liebesinsel darauf einlasse, dass die Grundkonstruktion der Halle dauerhaft stehen bleiben könne, könne man über eine „Dauereinrichtung“ der „oidn Wies‘n“ nachdenken. Wenn nicht seien Aufwand und Kosten zu hoch, so Brandl.

Bislang gebe es für die Konstruktion eine bis Februar zeitlich begrenzte Genehmigung für „fliegende Bauten“. Diese müsse via Bauantrag in eine langfristige umgewandelt werden. Wenn die Stadt bei Landkreis und WWA Unterstützung finde, stehe einer Wiederauflage des Gillamoos zur „guadn, oidn Zeit“ nichts im Wege.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht