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Spaenle lehnt Fachhochschule Kelheim ab

Im Landtag lehnt Bayerns Kultusminister Spaenle den Antrag von MdL Martin Neumeyer für eine Fachhochschule im Landkreis ab. Neumeyer bleibt gelassen.
Von Martina Hutzler, MZ

  • Den Abensberger MdL Martin Neumeyer ficht das „Nein“ von Minister Spaenle nicht an: „Ich bleibe dran“, sagt er. Foto: Archiv
  • Die Vize-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Verena Osgyan, hatte per Landtagsanfrage Auskunft zu Fachhochschul-Planungen für Kelheim verlangt. Foto: dpa

Kelheim.Für eine Fachhochschule im Landkreis Kelheim schaut es nach jetzigem Stand offenbar nicht gut aus. Wie berichtet, hatte der Abensberger Landtagsabgeordnete Martin Neumeyer (CSU) bei Kultus- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle beantragt, eine solche Hochschul-Einrichtung im Kreis Kelheim zu etablieren. „Gibt es solche Pläne?“, wollte daraufhin auch MdL Verena Osgyan (Grüne) von Spaenle wissen. Der antwortete, verkürzt, mit „Nein“. Doch Antragsteller Neumeyer bleibt gelassen.

„Akademische Ausbildung fehlt“

Viel Aufsehen in der Heimat erregte im Oktober der Vorstoß von MdL Neumeyer, beim alten und neuen Kultusminister Spaenle, ebenfalls CSU, den Landkreis Kelheim als Standort für eine akademische Ausbildung ans Herz zu legen. Eine solche „fehlt uns im Landkreis noch“, bei aller schulischen Vielfalt, die es von Bad Abbach bis Elsendorf schon gebe, argumentierte Neumeyer. Eine Fachhochschule (in der offiziellen Terminologie heißt sie mittlerweile „Hochschule für angewandte Wissenschaften“) wäre „eine massive Aufwertung des Zukunftsstandortes Landkreis Kelheim“.

Den Antrag Neumeyers nahm offenbar die Nürnberger Landtagsabgeordnete Verena Osgyan zum Anlass, ihrerseits eine ganz offizielle Anfrage an die Staatsregierung zu richten. Die 42-Jährige ist als Vize-Vorsitzende der Grünen-Fraktion auch deren Sprecherin unter anderem für Hochschulthemen. Sie fragte nach, „existieren Planungen, im Landkreis Kelheim eine Hochschule für angewandte Wissenschaften beziehungsweise eine Zweigstelle einzurichten? Wenn ja, wie sehen diese Planungen konkret aus?“

„Es existieren keine Planungen“

Die schriftliche Antwort aus Spaenles Haus fällt ziemlich eindeutig aus: „Es existieren vonseiten des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst keine Planungen, im Landkreis Kelheim eine Hochschule für angewandte Wissenschaften bzw. eine Zweigstelle einzurichten“.

Auf eine Zusatzfrage von Osgyan begründet Spaenle näher, warum sein Haus keine Pläne für neue akademische Einrichtungen hegt: Jeder der sieben Regierungsbezirke sei bereits Standort mindestens einer Uni und zweier staatlicher FHs. „Es gibt kaum einen Ort in Bayern, von dem keine Hochschule im Umkreis von 50 km zu erreichen ist. Damit verfügt Bayern über ein sehr dichtes Hochschulnetz.“

Der Todesstoß für das Kelheimer FH-Projekt? Nein, ist Initiator Neumeyer überzeugt. Spaenles schriftliche Antwort „sehe ich ganz locker“, sagt er auf MZ-Anfrage und gibt zu verstehen, dass es ihm erst mal auch nicht sehr viel besser erging, als er den Kultusminister mit seinem Antrag überraschte, schriftlich und im persönlichen Gespräch. Ein „Super, tolle Idee Martin!“ habe er von Spaenle auch nicht wirklich erwartet, angesichts der millionenschweren Investitionen, die eine FH erfordern würde, so der Abensberger Politiker. Entsprechend sei der Einsatz dafür eine Sache von Jahren, prophezeit Neumeyer und verspricht: „Ich bleibe dran!“

Der Abensberger verweist auf die langwierige Überzeugungsarbeit, die ähnliche Projekte benötigten: das Straubinger Bio-Forschungszentrum „Carmen“, das sich etabliert hat, und der Vorstoß, in der Stadt Kelheim ein Faserforschungszentrum einzurichten. Auch für letzteres hatte Neumeyer im Antrag an Spaenle um Unterstützung geworben. Vor Ort ist es um diese Idee allerdings sehr ruhig geworden.

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