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Verkehr

Spatenstich lässt viele hoffen

Bis Mai 2020 soll die durch ein Unwetter völlig zerstörte Verbindungsstraße zwischen Keilsdorf und Felsenhäusl saniert sein.
Von Petra Kolbinger

Bürgermeister Siegfried Lösch (Mitte) mit zahlreichen an der Baumaßnahme Beteiligten beim symbolischen Spatenstich.  Foto: Petra Kolbinger
Bürgermeister Siegfried Lösch (Mitte) mit zahlreichen an der Baumaßnahme Beteiligten beim symbolischen Spatenstich. Foto: Petra Kolbinger

Riedenburg.In wenig mehr als einer Viertelstunde hatte das Starkregenereignis am 31. Mai 2018 die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Riedenburgs Ortsteil Keilsdorf und dem Felsenhäusl auf einer Länge von 2,3 Kilometern und einer Breite von 4,5 Metern vollständig zerstört. Jetzt, etwas mehr als 15 Monate nach dem verheerenden Unwetter, geht es an den Wiederaufbau der landkreisweit wichtigen Verkehrsader.

Nicht nur für die Keilsdorfer und Baiersdorfer ist die Straße wichtig, sondern auch für Orte wie Painten, Maierhofen oder Hemau. Denn auch Autofahrer von dort nutzen die verkehrsgünstig gelegene Anbindung an die Kreisstraße 2230 nach Kelheim. Groß war daher die Freude beim symbolischen Spatenstich am Donnerstagmorgen an der Absperrung beim Felsenhäusl. Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) blickte zurück auf das kurze aber extrem heftige Unwetter am letzten Tag des „Wonnemonats“ Mai 2018. „Schuld an den verheerenden Zerstörungen war nicht die große Wolke, sondern der fehlende Wind“, habe er sich sagen lassen.

Ein Bild der Zerstörung

Wäre das Unwetter weiter gezogen, wären die Schäden wohl deutlich moderater ausgefallen. So aber, bot sich Lösch, seinem Essinger Amtskollegen Jörg Nowy, dem Riedenburger Hauptamtsleiter Günther Wagner, Sebastian Pirzer vom Bauamt und Pressevertretern am Morgen nach dem Starkregenereignis ein Bild absoluter Zerstörung.

Schnell stand eine Kostenschätzung von einer Million Euro für die Beseitigung der Unwetterschäden im Raum – treffend geschätzt, wie sich bei der Bestandsaufnahme, Grundlagenermittlung und vorläufigen Kostenberechnungen zeigen sollte. Das ist eine Summe, die eine kleine Stadt wie Riedenburg nicht ohne weiteres stemmen kann. So bemühte man sich um eine Förderung. „Wir sind nach etlichen Verhandlungen in der Härtefallregelung gelandet und bekamen eine Zusage über einen Fördersatz von 70 Prozent plus X. Um das „X“ kämpfen wir noch. Das Stadtoberhaupt hofft auf 80 Prozent. Die Entscheidung liege bei der Regierung von Niederbayern.

Neben der Finanzierung galt es, einen ganzen Tross an Fachstellen unter einen Hut zu bringen. Bis August liefen Gespräche mit den Staatsforsten, die für die Felssanierung auf ihrem Grund zuständig waren und schließlich einem Flächenverkauf zustimmten, mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Naturschutzbehörde, mit Geologen, Biologen, Archäologen, dem Wasserwirtschaftsamt und Ingenieurbüros. Lösch lobte: „Das war eine Meisterleistung unseres Zwei-Mann-Bauamts. Der Weg bis hierher war kein einfacher und von etlichen Nackenschlägen geprägt.“

Ein solcher sei von der Unteren Naturschutzbehörde gekommen, die eine Umweltverträglichkeitsprüfung samt Erstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplans gefordert habe mit der Begründung, nachdem zur Wiederherstellung der Straße drei Meter in die Böschung eingegriffen werden müsse, handle es sich um einen Eingriff in Natur und Landschaft.

Unterschriften gesammelt

Der Stadtrat hatte bereits im Februar einstimmig die Wiederherstellung der Straße beschlossen; wäre eine Rote- Liste-Art gefunden worden, hätte das komplette Vorhaben auf der Kippe gestanden. Das nahmen die Bewohner zum Anlass für eine Unterschriftenaktion, um ihrer Forderung nach Wiederherstellung der Verkehrsanbindung Nachdruck zu verleihen. „Für uns stand immer fest, dass wir die Straße erneuern“, so Lösch.

Sobald es das Wetter nach dem Jahreswechsel zulässt, wird die Firma Pusch Bau aus Kinding ihren rund 656 700 Euro schweren Auftrag ausführen.

Als Fertigstellungstermin ist der 29. Mai 2020 angesetzt – knapp zwei Jahre nach dem Unwetter also. „Dann feiern wir bei hoffentlich besserem Wetter als 2018!“, so Lösch.

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Rückblick

  • Sturzflut:

    Ein Unwetter am 31. Mai 2018 zerstörte die Gemeindeverbindung zwischen Keilsdorf und dem Felsenhäusl völlig. Die Wiederherstellung kostet rund eine Million Euro. Die Firma Pusch Bau aus Kindig erhielt den Zuschlag für rund 656 700 Euro.

  • Arbeiten:

    Die Bauarbeiten sollen je nach Witterung nach dem Jahreswechsel beginnen. Die Fertigstellung ist zum 29. Mai 2020 anvisiert.

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