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Alternative

Spitzfindigkeiten statt politischer Spitzen

Die Bayernpartei erntete viel Beifall für ihr Aschermittwoch-Theater. 80 Gäste lachten Tränen.
Von Edith Vetter

„Bub, halt da de Ohrn zu!“, forderte die Ordensschwester im Sketch den Firmling im Wirtshaus auf.  Foto: EDITH VETTER
„Bub, halt da de Ohrn zu!“, forderte die Ordensschwester im Sketch den Firmling im Wirtshaus auf. Foto: EDITH VETTER

Teugn.Am Schluss gab es Ovationen: Die Besucher applaudierten begeistert. Dabei hatte der Kreisverband Kelheim der Bayernpartei alles andere als den typischen politischen Aschermittwoch-Schlagabtausch abgehalten, den die großen Parteien jährlich zu Beginn der Fastenzeit zelebrieren. Ihre politischen Spitzen präsentierten die bayrischen Löwenfreunde in einem spritzigen kleinen „Fünf-Akter“, gewürzt mit allerlei Spitzfindigkeiten, zu denen rund 80 Gäste zur Traditionsgaststätte Dantscher nach Teugn gekommen waren und bei denen sie Tränen lachten. Beim diesjährigen Aschermittwochstheater habe der Theater-Chef und Kreisrat Fritz Zirngibl zurück zu den Wurzeln gewollt, zum Dantscherbräu, wo alles anfing, wie er betonte.

Beim 7. Aschermittwoch-Theater brillierten die Löwenfreunde mit „Deinger Stammtischgeschichten“. „Alles fast echt passiert, bei meiner Wirtshausehr“, versicherte Zirngibl dem Publikum augenzwinkernd. Bei dem Aschermittwoch-Spektakel der Bayernpartei handele es nicht um die übliche Politgaudi. Es fielen in den Sketchen gerade mal drei kaum hörbare Seitenhiebe auf die politische deutsche Führungsspitze.

Kreisrat und Stückeschreiber Zirngibl führte die Zuschauer in das Reich des ersten Teugner Kaufhauses „Beim Boda“. Der „Boda Sepp“ war nicht nur ein Spezialist im Haareschneiden (Sommer- oder Sportschnitt), nein, er war auch in der gebräuchlichen Heilkunde bewandert. Ob bei Zahnschmerzen oder sonstigen Wehwehchen, der Boda Sepp hatte für alles die passende Medizin sprich Beißzange und hochprozentige Betäubungsmittel parat.

Neben Bismarckheringen, Kölnisch Wasser und Hosentürlknöpfen konnte die Landfrau auch so manch sündiges Dessous unterm „Ladenbudl“ erwerben. Auch wenn es mal einen Texthänger gab, spielte das Aschermittwoch-Theater, was die Bretter hergaben. Frech, unzensiert und mit viel Gaudi – launig moderiert vom „Bliz“ (Walter Schwank). Musikalische Unterstützung fand das Theater durch Andreas Ebner und Gerhard Russwurm.

Große Aufregung gab es im Wirtshaus, als eine Klosterschwester vom Orden der „armen Frauen“ mit ihrem Firmling zum „Dantscher“ einkehrte, weil sie der Durst plagte – nichtsahnend, in welche sündige Stätte sie sich begeben hatten, obwohl im Nebenzimmer nur lautstark die Karten geklopft wurden. O-Ton: „Setz de zu uns, Wirtin, da mach ma an flotten Vierer.“ „I bin berühmt für mei Vorspiel“ oder „Immer her zu mir mit dera Sau, de pack i no!“. Diese saloppen Sprüche der Schafkopfbrüder nebenan erzeugten beim Firmling (Vinzenz Knobloch) zusehends wachsende Ohren und bei der Nonne (Johanna Pöringer) blankes Entsetzen über so viel „Unzucht“ in einem Dorfwirtshaus, so dass sie fluchtartig den Ort der Sünde verließen.

Spende

  • Anfänge:

    2011 schrieb Fritz Zirngibl das erste Aschermittwoch-Theater. Mal war es da Boandlkramer, mal der Mühlhiasl, aber auch Politiker-Derblecken nach dem Vorbild des Nockherberg-Derblecken war dabei, immer mit musikalischen Schmankerl gewürzt. Dieses Jahr wurden die besten fünf Theater-Stücke aus der Vergangenheit aufbereitet.

  • Spende:

    Die Eintrittsgelder in Höhe von 420 Euro sollen als Spende an das Haus für Lebenshilfe in Kelheim übergeben werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde die Spende aufgestockt: Der stellvertretende Ortsvorsitzende der Bayernpartei Bad Abbach, Stephan Dattelzweig, rundete gemeinsam mit den Mitgliedern vom dortigen Stammtisch die Spende auf Euro 600 Euro auf. (eav)

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