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Region Kelheim
Montag, 16. Juli 2018 30° 8

Schwangerschaft

Sprachführer soll Klinikärzten helfen

Das Zentrum für Chancengleichheit des Landkreises Kelheim will Kommunikation mit Zugewanderten erleichtern.

Gleichstellungsbeauftragte Gabi Schmid (li.) und Oberärztin Blaga Lyubenova (re.)Foto: Landratsamt
Gleichstellungsbeauftragte Gabi Schmid (li.) und Oberärztin Blaga Lyubenova (re.)Foto: Landratsamt

Kelheim.Mit der Zuwanderung junger Familien aus anderen Kulturkreisen kommen auf die medizinischen Versorgungseinrichtungen, insbesondere auf Frauenärzte, Hebammen und Geburtskliniken Herausforderungen zu, die spezielle medizinische wie auch kulturelle, soziale und vor allem sprachliche Probleme mit sich bringen. Die Kommunikation mit werdenden Müttern ist wegen der unterschiedlichen Herkunft der Frauen mit Fluchthintergrund sehr schwierig – Dolmetscherdienste können nur in seltenen Fällen in Anspruch genommen werden.

„Frauen die nicht Deutsch sprechen, sind in der gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung oftmals benachteiligt, weil sie nur beschränkt mit Ärzten und Hebammen kommunizieren können. Wegen der sprachlichen Probleme erhalten sie oft weniger Informationen und können ihre Anliegen weniger präzise, oder gar nicht vorbringen“, so die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Kelheim Gabi Schmid. Es kommt wegen der Sprachbarrieren immer wieder dazu, dass Informationen nicht oder falsch verstanden werden.

Besonders kritisch ist dabei, wenn die Verständigung in Notfallsituationen nicht möglich ist.

Das Zentrum für Chancengleichheit beim Landratsamt stellt deshalb zur Verringerung der Sprachbarrieren zwischen Ärzten und Hebammen der Frauenklinik und Frauen mit Migrationshintergrund der Goldberg-Klinik den medizinischen Sprachführer MedGuide zur Verfügung.

Mit Hilfe des Sprachführers werden Anamnese und klinische Befunderhebung erleichtert und der schwangeren Frau können bestimmte Behandlungsschritte besser erläutert werden.

Der Sprachführer enthält weitgehende Infos zu den Themen Empfängnisverhütung, Schwangerschaft, Geburt und der Versorgung von Mutter und Kind nach der Entbindung in den Sprachen Farsi, Arabisch, Kurdisch und Tigrinya sowie auch aussagekräftigen Illustrationen zur Verständigung mit Frauen ohne Alphabetisierung.

Mit Unterstützung der Schwangerenberatungsstelle und einer Frauenärztin organisiert das Zentrum für Chancengleichheit am 8. Juni ab 14 Uhr eine Schulung für ehrenamtliche Ansprechpartnerinnen der Flüchtlingshilfe. Anmeldung per Mail unter gabi.schmid@landkreis-kelheim.de oder per Tel. (0 94 41)207-10 40.

Schulungsthemen sind: Wie Leben entsteht, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft, Geburt und Eltern sein, soziale/finanzielle Hilfen, interkulturelle Kompetenz bei kulturspezifischen Tabuthemen.
Die Teilnehmerinnen erhalten ebenfalls den medizinischen Sprachführer.

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