MyMz
Anzeige

Feuerwehrjugend

Spritzige Spiele, unangefochtener Sieger

Das Team aus Elsendorf war beim Spiel ohne Grenzen in Herrnwahlthann unschlagbar. Die Gastgeber landen auf Platz zwei.
VON EDITH VETTER

Eine der lustigsten Stationen war der Wassertransport mit dem Schutzhelm. Hier musste in 45 Sekunden möglichst viel Wasser auf dem Kopf in einen Behälter gefüllt werden. Fotos: Vetter
Eine der lustigsten Stationen war der Wassertransport mit dem Schutzhelm. Hier musste in 45 Sekunden möglichst viel Wasser auf dem Kopf in einen Behälter gefüllt werden. Fotos: Vetter

Herrnwahlthann.Tischtennisbälle saugen, Schlauchdrücken, Bierträgerlaufen, Stockschießen oder Drahtstücke schneiden – klingt nach viel Spaß, aber nicht unbedingt nach Feuerwehr. Aber genau diese Spiele und noch viele mehr waren Teil des Kreisjugendfeuerwehrtags am Wochenende in Herrnwahlthann.

Unter dem Motto: „Spiel ohne Grenzen“ kämpften insgesamt 181 Jugendliche aus 27 Feuerwehrjugendgruppen des Landkreises um den begehrten KBR-Fritz-Poll-Wanderpokal, den schließlich das Team Elsendorf als Siegestrophäe mit nach Hause nahm.

Der olympische Gedanke vom Dabeisein und Mitmachen ohne verbissenes Siegesstreben dominierte. Trotzdem war der Jubel groß, als die Elsendorfer nach dreistündigem Wetteifern zum unangefochtenen Sieger gekürt wurden.

Zwei Absagen für die Spiele gingen bei den Organisatoren ein. „Das ist normal in dieser Zeit der Abschlussprüfungen an den Schulen oder anderen Events. Aber wir sind mit der Teilnehmerzahl durchaus zufrieden“, erklärte Kreisbrandrat Nikolaus Höfler.

Premiere für die Schweinbacher

Zum ersten Mal dabei war auch die Feuerwehrjugend Schweinbach mit sechs Jugendlichen, freute sich Höfler. Der Tag sei kein Pflichttermin und gehöre auch nicht zu Ausbildung, sondern solle vielmehr Spaß und Teamwork in den Vordergrund rücken.

„Wenn Spinnen vereint weben, können sie einen Löwen fesseln.“ Dieser Aphorismus aus Äthiopien setzte die 145 Jungs und 36 Mädels in einem einzigartigen Teamwork um. Zwölf Stationen, die über ganz Herrnwahlthann verteilt waren, musste jede Vierergruppe im Rundgang durchlaufen und dabei Punkte sammeln.

Auf dem Spieleparcours, der dankenswerterweise auch in privaten Höfen vorbereitet war, hatten die Jugendlichen pfiffige Aufgaben zu bewältigen. Geschicklichkeit, Schnelligkeit und gute Zusammenarbeit waren notwendig. Teamwork in Vollendung zeigte die gemischte Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Großmuß und Rohr. Je zwei Jugendliche fusionierten sozusagen zu einem Viererteam und gingen als Kameraden gemeinsam durchs „Feuer“.

Bei den tropischen Temperaturen waren bei den Jungfeuerwehrlern die Wasserspiele natürlich am beliebtesten, wie literweise Wasser durch das KG-Rohr schütten und wieder auffangen oder das Helmwassertragen, wo anständig „gepritschelt“ werden konnte.

Bei der Station Tischtennisbällesaugen war zwar auch Wasser im Spiel, aber hier kam es mehr auf die Lungen an. „Die Luft länger anhalten“, gab der Paintner Jugendwart Marco Tratner seinen Schützlingen als guten Rat. Denn das Vorgängerteam hatte 79 Bälle in 30 Sekunden rausgesogen. „Da musst noch viel trainieren zum Atemschutzträger“, spottete da schon mal der eine oder andere Jugendwart.

Ruhiger aber kniffliger war die Station „Länge abschätzen“, die bei vielen Jungfüchsen als ziemlich schwer bezeichnet wurde. Denn hier mussten von einem Draht mit einem Seitenschneider viermal zehn Zentimeter abgeschnitten werden. „Das war sauschwer“, bestätigte auch Stefanie Rengstl von der FW Großmuß.

Absolutes Timing und Teamwork war bei Station fünf gefragt. Hier musste ein an Seilen hängender Tennisball auf einen Leitkegel abgesetzt werden. „Da musst dich voll auf die anderen konzentrieren, damit der Ball net runterfallt“, sagte Andreas Zinner von der Feuerwehr Mühlhausen.

„Ja, wo is er denn?“, fragten lachend die Zuschauer wie auch die Schlauch-Drücker bei Station acht. Was so leicht aussah, entpuppte sich nämlich als ziemlich heimtückisch – und wieder war das Rätsel nur in Teamarbeit zu lösen. Durch einen fünf Meter langen B-Schlauch sollte ein Golfball durchgedrückt werden. Nur gestalten sich Theorie und Praxis immer anders.

Schiedsrichter Helmut Dötzel (KBI) musste hin und wieder hilfreiche Tipps geben, damit nach langem Drücken, Ziehen und Schütteln der Ball wieder zum Vorschein kam. Beim Balltransport galt es, auf einem Holzgestell einen Ball wie auf einer Sänfte zu tragen, ohne dass er herunterfiel – das Ganze natürlich im Laufschritt.

Absolutes Highlight war die Station mit dem KG-Rohr. Hier mussten die Vierergruppen im Rundlauf aus einem Bottich Wasser schöpfen, in ein Rohr füllen und am anderen Ende wieder auffangen und in einen Messbecher gießen. Das alles in nur 60 Sekunden.

Dass es dabei hektisch und nass zuging, erhöhte natürlich den Spaßfaktor – vor allem der Zaungäste. Mit nassem T-Shirt oder Hose war es dann den meisten Athleten ziemlich egal, ob sie an der Station Wassertransport mit Schutzhelm auch noch von oben nass wurden.

Hervorragend organisiert

Nachdem alle Gruppen den Rundkurs durchlaufen hatten, sammelte man sich beim Vereinsstadl zum Schnitzel-Essen. Höfler dankte bei der Siegerehrung vor allem dem Ausrichter, der Feuerwehr Herrnwahlthann, die den Jugendtag hervorragend organisiert und perfekt durchgeführt hatte.

Landrat Martin Neumeyer schaute auch kurz vorbei und würdigte die Jugendwarte und Betreuer im Landkreis für ihre engagierte Jugendarbeit.

Bürgermeister Erwin Ranftl als Schirmherr lobte die Mannschaft und die Feuerwehr Herrnwahlthann nicht nur für den ausgezeichnet organisierten Jugendtag, sondern zollte auch Arbeit und Kameradschaft der Jugendwarte und Vorstandschaft mit Kommandanten Harald Gruber großes Lob.

Der Jugendtag endete mit der Siegerehrung durch Nikolaus Höfler und Kreisjugendwart Rudi Pritsch. Der Wanderpokal ging ans erstplazierte Team aus Elsendorf.

Verteilt wurden an die ersten zehn Teams auch Geldgutscheine. Platz zwei ergatterte Herrnwahlthann, Rang drei Biburg.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht