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Stadt Abensberg kauft Büchereigebäude

Die Kirche will alte Mauern selber nicht sanieren. Im Frühjahr entscheidet sich, ob es einen Neubau gibt. Standort bleibt.
Von Wolfgang Abeltshauser

Alena und Hannah (v. l.) besuchen die Bücherei jede Woche. Fotos: Abeltshauser
Alena und Hannah (v. l.) besuchen die Bücherei jede Woche. Fotos: Abeltshauser

Abensberg.Die Stadt will das Büchereigebäude, in dem auch der Kaplan wohnt, kaufen. Das bestätigt Hauptamtsleiter Peter Schmid auf Nachfrage unseres Medienhauses. Derzeit werde geprüft, ob das Gebäude saniert wird – oder abgerissen. Dann käme es zu einem Neubau, in dem wiederum die Bücherei untergebracht würde. Die Entscheidung darüber soll in der ersten Hälfte dieses Jahres fallen.

Kaplan muss ausziehen

Unser Medienhaus berichtete bereits im April von Gendankenspielen in diese Richtung. Auslöser waren zwei Sachverhalte. Derzeit wohnt der Kaplan im Obergeschoß. Die Wohnung ist für ihn aber zu groß. So sagt es das gültige Raumprogramm Diözese. Die Räume waren ursprünglich für einen Benefiziaten gedacht. Der würde laut Stadtpfarrer Birner Anrecht haben auf einen eigenen Hausstand mit Haushälterin. Was bei einem Kaplan, der alleine ist, nicht der Fall sei. Der Kaplan wird also bis Ende August aus der Wohnung aus- und in die Theoderichstraße 9 einziehen. So ist es von der Pfarrei zu erfahren.

11 214 Medien gibt es derzeit in der Bücherei. Das sagt die Internetseite der Einrichtung. 30 000 Ausleihen gab es im vergangenen Jahr.
11 214 Medien gibt es derzeit in der Bücherei. Das sagt die Internetseite der Einrichtung. 30 000 Ausleihen gab es im vergangenen Jahr.

Außerdem ist das Gebäude sehr sanierunsbedürftig. Das haben mittlerweile sowohl kirchliche Bauexperten als auch der städtische Fachmann Gerhard Rölz festgestellt. Im April war noch nicht klar, ob die Diözese das Gebäude veräußern oder ob sie es selber sanieren will. Diese Entscheidung ist mittlerweile laut Schmid gefallen. Die Stadt kann das Gebäude kaufen.
Im Frühjahr werde nach seinen Worten geprüft, ob eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll ist. Angedacht wäre, die Bücherei bis in das Obergeschoss zu erweitern. Derzeit seien die Bedingungen doch sehr beengt, wie Birner bereits im April betonte.

In Stoßzeiten wird es eng

Das bestätigen sowohl die ehrenamtlichen Helferinnen als auch die Kunden. Was dem MZ-Reporter nicht erst lange erklärt werden muss. Es ist der erste Öffnungstag nach den Ferien. Vor allem kleine, aber auch große Leseratten drängeln sich nur so zwischen den Regalen. Zu Stoßzeiten wie jetzt werde es schon eng – ist von Ingrid Mattes zu erfahren. Eine Erweiterung täte schon gut. So werden in diesem Tagen die Weihnachtsbücher wieder weggepackt, um Platz für Osterartikel zu finden. Und noch ist es so: „Für Lesungen müssen wir derzeit noch in das Pfarrheim ausweichen“, stellt Mattes fest. Schöner wäre es selbstverständlich, wenn so etwas in der Bücherei stattfinden könnte.

Es finden zwar alle Medien in den bisherigen Räumen Platz. Allerdings können sie nicht immer optimal präsentiert werden.
Es finden zwar alle Medien in den bisherigen Räumen Platz. Allerdings können sie nicht immer optimal präsentiert werden.

Gibt es eines Tages mehr Platz, würden sich Christina Abt und ihre Töchter Hannah, Alena und Liara „sehr freuen“. Sie sind regelmäßig zu Gast. „Einmal in der Woch auf alle Fälle.“ Für die Familie aus Sandharlanden ist die Bücherei sehr wichtig.

Wenn schon saniert werde, müsse der Bau auch barrierefrei sein. Ob das überhaupt möglich ist, sei eine der Überlegungen, die derzeit angestellt werden. Eine Frage wird hier sein, ob ein Aufzug möglich ist. Auch der Eingang ist derzeit etwa für einen Rollstuhlfahrer nicht ganz leicht zu überwinden. Außerdem befinde man sich ja in der Altstadt. Bei einer Sanierung wären Mittel aus der Altstadtsanierung möglich. Deshalb müsse auch mit der Bezirksregierung als Fördergeber gesprochen werden.

Entscheidung it nicht einfach

Was bei einem Neubau erst Recht der Falle wäre. „Immerhin befinden wir uns direkt neben der Kirche.“ Da müssten also sicherlich Vorgaben eingehalten werden. Trotzdem tendiere die Kommune eher zu einem Neubau. Das sagt Schmid, der auch Bauamtsleiter Abensbergs ist. Das Gebäude abzureißen und ein Neues zu bauen, wäre sicherlich einfacher als eine womöglich komplizierte Sanierung. Es könnte unter dem Strich auch kostengünstiger sein. Die genauen Ausgaben zu ermitteln, ist ein weiteres Ziel der derzeitigen Voruntersuchungen. Eine Entscheidung ist also gar nicht so einfach.

Richtig kuschelige Leseecken können aus Platzgründen nicht eingerichtet werden.
Richtig kuschelige Leseecken können aus Platzgründen nicht eingerichtet werden.

Auch deshalb geht Schmid davon aus, dass konkrete Arbeiten erst im kommenden Jahr beginnen. Heuer sei die Zeit der Planung. Außerdem gebe es ohnehin noch genügend andere Baustellen. Denkbar ist sicherlich, erst einmal abzuwarten, bis ein Ende des Neubaus des Rathauses abzusehen ist. Barbaraplatz und Stadtplatz liegen ja sehr nahe beieinander.

Das Büchereiteam habe keine Präferenz, ob Neubau oder Sanierung. Hauptsache, die beengten Verhältnisse gehen zu Ende. Zumindest eine Sanierung brauche es aber auf alle Fälle. „Derzeit können wir nicht einmal Nägel in die Wand schlagen“, beschreibt es Mattes. Denn dann droht, dass Farbe oder gar Putz abfallen.

Ausweichquartier wird gesucht

Ob nun neu gebaut wird oder saniert: In beiden Fällen müsse die Bücherei aus ihren angestammten Räumen erst einmal ausziehen. Dafür sucht die Kommune derzeit Ersatzräume. Städtische Gebäude können nicht genutzt werden. Das steht auf fest. Schmid will hier noch nicht allzu viel verraten. Derzeit wären einige wenige Räumlichkeiten in der Prüfung. Grundsätzlich will der städtische Beamte nichts ausschließen. Die Ausweichheimat der Bücherei könnte sich nach derzeitigem Stand sowohl in der Innenstadt als auch am Ortsrand befinden.

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