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Region Kelheim
Samstag, 18. August 2018 31° 3

Verkehr

Stadtbus Kelheim: Suche nach Konzept

Die Idee eines Stadtbusses für Kelheim nimmt Gestalt an. Der Anschluss an Regensburg bleibt jedoch schwierig.
Von Roland Kugler

Völlig umgestaltet und zukunftsfähig gemacht mit einem Busbahnhof und Parkmöglichkeiten für Pendler wird der Bahnhof in Saal. Foto: Kugler
Völlig umgestaltet und zukunftsfähig gemacht mit einem Busbahnhof und Parkmöglichkeiten für Pendler wird der Bahnhof in Saal. Foto: Kugler

Kelheim.Immer häufiger gibt es Staus und Baustellen im Straßenverkehr rund um Regensburg. Manchmal müssen sich die Autofahrer reichlich in Geduld üben, wenn sich mal wieder nichts mehr vorwärts bewegt. Betroffen sich auch viele Menschen aus Kelheim und der Region, die zum Arbeiten in die Großstadt und ihr Umland – vor allem über die B16 und die Autobahn A 93 – pendeln. Landrat Martin Neumeyer meinte dazu in der jüngsten ÖPNV-Sitzung des Kreistages: „Lieber die vorhandene Eisenbahn ausbauen und verstärken, mit veränderten Taktzeiten, auch in die Nacht hinein.“ Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann sagte auf Nachfrage: „Wir stehen einem Stadtbus sehr positiv gegenüber.“

Landrat Martin Neumeyer und die Mitglieder des ÖPNV-Ausschusses sind für die Einführung eines Stadtbusses in Kelheim. Das Landratsamt hat ein Konzept entwickelt und vorgestellt, jetzt muss die Kostenfrage mit der Stadt geklärt werden. Foto: Kugler
Landrat Martin Neumeyer und die Mitglieder des ÖPNV-Ausschusses sind für die Einführung eines Stadtbusses in Kelheim. Das Landratsamt hat ein Konzept entwickelt und vorgestellt, jetzt muss die Kostenfrage mit der Stadt geklärt werden. Foto: Kugler

Regensburg hat ein seit Jahrzehnten kaum verändertes Straßennetz, der Verkehr hat sich aber vervielfacht. Wie lässt sich diese Situation entschärfen und ein Konzept für die Zukunft schaffen? Der Ausbau von Autobahnen mag für etwas helfen sorgen, aber er bringt nicht weniger Fahrzeuge auf die Straßen, sondern eher mehr. Weniger Individualverkehr, mehr öffentlicher Verkehr kann die Lösung sein, ihre Umsetzung gestaltet sich schwierig.

Von der Idee einer Stadt-Umland-Bahn in Regensburg mit dem Neubau eines Straßenbahnnetzes rückt man wieder ab. Zu aufwendig und zu teuer sei das, heißt es aus Regensburg. Stattdessen sollten die vorhandenen öffentlichen Verkehrmittel gestärkt werden. Orte wie Langquaid, die über die Nebenstrecke nach Eggmühl an das Schienennetz nach Regensburg angebunden sind, könnten davon profitieren. Ein Neubau oder eine Wiederherstellung von früheren Gleisstrecken wie zum Beispiel von Saal nach Kelheim gestaltet sich „in der Umsetzung als ganz schwierig“, wie Landrat Neumeyer in der jüngsten ÖPNV-Sitzung des Kreistages sagte. Weshalb er auch sagte: „Lieber die vorhandene Eisenbahn ausbauen und verstärken, mit veränderten Taktzeiten, auch in die Nacht hinein.“

Umbau in Saal

Bahnbetreiber Agilis plant die Zahl der Fahrten von Saal nach Regensburg zu erhöhen, was mehr Menschen von der Straße in Züge und Busse bringen könnte, wenn die Busverbindungen nach Saal und in Regensburg darauf abgestimmt werden. Die Gemeinde Saal hat reagiert, sie wird den Bahnhof mit einem Busbahnhof und ausreichend Parkplätzen umgestalten.

Neu

  • Im ÖPNV

    des Landkreises gibt es mehrere Angebotsverbesserungen: Auf der Linie Riedenburg-Kelheim-Saal-Regensburg gibt es ein zusätzliches Fahrtenpaar um 20.40 Uhr. Die Fahrten um 6.20, 9.50 und 12.40 Uhr Kelheim-Abensberg-Mainburg werden wieder ganzjährig durchgeführt; die 12.31 Uhr-Fahrt wird auf 13.33 Uhr verlegt, ebenfalls ganzjährig. Die 8.35 Uhr-Fahrt Mainburg-Kelheim wird auf 15.30 Uhr verlegt (ganzjährig). Die Morgenfahrten der VLK-Linie 45 Rohr-Saal-Kelheim werden mit den Abfahrtszeiten der Bahn vertaktet; die Fahrt um 6.25 Uhr gibt es wieder ganzjährig.

So schwerwiegende Verkehrsprobleme wie Regensburg hat Kelheim nicht. Aber auch hier und in anderen Städten im Landkreis gibt es zunehmend Forderungen nach mehr öffentlichen Verkehrsmitteln, besseren Busverbindungen und weniger Belastung durch Lärm, Abgase und Feinstaub des ständig zunehmenden Straßenverkehrs. Das könnte mit der Einführung eines Stadtbusses erreicht werden.

„Der Stadtbus ist die Möglichkeit für den ÖPNV, etwas zu leisten“, sagte Landrat Neumeyer in der ÖPNV-Sitzung des Kreistages. „Er soll keine Konkurrenz für die RBO sein“, betonte er, sondern ein attraktives Angebot für die Bevölkerung im Stadtgebiet, um aufs Auto zu verzichten. Die Vorarbeiten für das Projekt laufen seit einem Jahr, jetzt stellte Sachgebietsleiter Mike Süß die ersten Pläne vor. Als Stadtbus könne zum Beispiel ein 13-sitziger Sprinter angeschafft werden. Die Kosten betragen rund 100000 Euro, als E-Mobil etwa 250 000 Euro.

Kelheimer Rundkurs

Die Streckenführung wäre folgender Rundkurs: Riedenburger Straße, Donaupark, Waldfriedhof, Hohenpfahl, Affecking, Bauersiedlung, Kelheimwinzerstraße, Keldorado und über die Schäfflerstraße wieder zur Goldberg-Klinik. Um den Herzberg hoch nach Ihrlerstein zu fahren, ist das Fahrzeug zu schwer. Die Strecke würde dann auch zu lang werden, ebenso wie mit einem weiteren Schwenk in die Bauersiedlung oder nach Kelheimwinzer. Denn die Streckenlänge darf 50 000 Kilometer im Jahr nicht überschreiten, da sonst eine EU-weite einjährige Ausschreibung erforderlich ist.

Deshalb ist auch keine Anbindung an den Bahnhof Saal geplant, wie von mehreren Seiten gefordert wurde. Fahrzeiten sollen Montag bis Freitag von 8.30 bis 18.30 Uhr im Stundentakt sein, Samstag von 8.30 bis 11.30 Uhr. Durch den späteren Beginn soll eine Konkurrenz zu den Schulbussen vermieden werden, die Anschlüsse an die VLK-Linien aus Painten, Riedenburg und Saal sind berücksichtigt. Als Beförderungskosten stehen zur Diskussion: Kinder bis sechs Jahre frei sein, bis 15 Jahre 50 Cent, darüber ein Euro. Senioren die freiwillig ihren Führerschein abgeben sollen eventuell kostenlos befördert werden. Orientiert an vergleichbaren Städten in anderen Landkreisen könnte ein jährliches Defizit von etwa 150 000 Euro entstehen. Das ist auch der Knackpunkt des Vorhabens. Wer zahlt wie viel? Wie werden die Kosten zwischen dem Landreis und der Stadt Kelheim aufgeteilt.

„Wir stehen einem Stadtbus sehr positiv gegenüber“ sagt Bürgermeister Hartmann auf Nachfrage. Allerdings müssten in den nächsten Gesprächen die Details diskutiert und vor allem die Kostenfrage geklärt werden.

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