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Steinerne Brücke: Regensburger Haltung ärgert Ihrlersteiner Unternehmer

Die Steinerne Brücke in Regensburg

IHRLERSTEIN/REGENSBURG.Seit 900 Jahren prägt das mittelalterliche Wahrzeichen das Regensburger Stadtbild. Weil die Bausubstanz gelitten hat, muss die Steinerne Brücke heuer und in den kommenden drei Jahren saniert werden.

Nach zig Probebohrungen und 9500 Einzelanalysen, die das bayerische Wirtschaftsministerium finanzierte, hatte Minister Martin Zeil im September 2009 in Regensburg verkündet, der richtige Stein für die Ausbesserungsarbeiten sei endlich gefunden: Es müsse der Grünsandstein aus dem geschlossenen Ihrlersteiner Bruch sein (MZ berichtete).

Dieser Steinbruch gehört Ulrich Klösser, der heute noch im Osten Deutschlands das Natursteinwerk Traco betreibt. Der Unternehmer hält ständig Kontakt zu Alfred Swaczyna, Chef des Regensburger Tiefbauamtes, um endlich zu erfahren, ob und wie viel Grünsandstein von der Brand für die Steinerne Brücke benötigt wird. „Wir wollen eine gewisse Menge zugesagt bekommen, damit sich diese Rieseninvestition lohnt“, sagt Klösser. Wie hoch die Summe ist, die er einsetzen müsste, verrät der Firmenchef nicht. „Wenn Herr Swaczyna wollte, würde er einfach sagen, die Menge brauche ich, bringt den Steinbruch in Schwung.“ Klösser ärgert sich darüber, dass aus Regensburg kein klares Signal kommt. „Ich stehe Gewehr bei Fuß. Wir haben alles so vorbereitet, damit wir das Genehmigungsverfahren in Gang bringen können“, erklärt der Steinbruchbesitzer, der in Bad Langensalza lebt. Er befinde sich in einer ganz verzwickten Situation.

Klösser kritisiert, der Wirtschaftsminister habe sich so positiv über den Grünsandstein aus Ihrlerstein geäußert. „Und jetzt passiert nichts.“ 100000 Euro habe der Freistaat für die Voruntersuchung ausgegeben. Bayernweit wurden zwei Jahre lang Steinbrüche untersucht. Ulrich Klösser prangert an, für die Brücken-Brüstungen solle sogar Granit verwendet werden statt des viel besser geeigneten Grünsandsteins. „Wenn man die Steinerne Brücke so sanieren würde, wie sie ursprünglich war, wäre die Eröffnung des Steinbruchs kein Problem.“

Alfred Swaczyna vom Tiefbauamt der Stadt Regensburg hält sich bedeckt. „Momentan haben wir noch eigenes Material“, sagt er. Im ersten Halbjahr werden die Bauarbeiten beginnen. Derzeit wird ein Behelfssteg für Fußgänger errichtet. „Wir haben nicht so viel Bedarf, dass es sich lohnt, einen Bruch aufzumachen“, sagt Swaczyna. Zugleich räsoniert er: „Ich meine, es wäre wichtig, einen solchen Steinbruch in der Region zu haben.“ Auch wegen der kurzen Transportwege. Man müsse sehen, ob der Freistaat mit seinen vielen Gebäuden aus Ihrlersteiner Grünsandstein zusätzlichen Bedarf habe.

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