MyMz
Anzeige

Freunde

Stimmungsvoller Geburtstag

Das 40. Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Bad Abbach und Charbonnières-les-Bains wurde in Frankreich gefeiert.
Von Gabi Hueber-Lutz

  • Schwergewichtiges Geschenk: Beim Galaabend zum 40-Jährigen erhielt Bad Abbachs Bürgermeister Ludwig Wachs (Mitte) eine Erinnerungtafel von den französischen Freunden überreicht. Foto: Wahode
  • Beim Besuch der Jugendlichen aus Charbonnières in Bad Abbach gab es ein reichhaltiges Programm für sie. Foto: Rothe
  • Bei ihrem Besuch im Partnerort lernen der Jugendlichen die Kultur anderer europäischer Länder kennen. Foto: Rothe

Bad Abbach.83 Abbacher folgten der Einladung nach Frankreich und verbrachten über das Himmelfahrtswochenende eine schöne Zeit mit Guignol, dem Pendant des deutschen Kasperls, und seinen Freunden. Die französischen Gastgeber hatten dem Besuch nämlich das Motto gegeben: „Guignol und Kasperle feiern gemeinsam mit Beaujolais und Bier“. Die Bezüge waren dabei vielfältig: Die Besucher und ihre französischen Gastgeber hörten einen wissenschaftlichen Vortrag über die Historie von Guignol, sie besuchten die Guignol-Museen in Brindas und Lyon, folgten Guignol auf seinen Spuren durch Charbonnières und Lyon, sahen die Gemeinschaftsausstellung der Handpuppen und tanzten einen Abend und eine ganze Nacht mit ihm.

Gala für die Freundschaft

Mit viel Liebe zum Detail führte das französische Komitee in den entsprechenden Kostümen durch den Gala-Abend. Die beiden amtierenden Präsidenten – Nina Wolf, die mit einem „Tritratralla-...seid ihr alle da?“ kurz in die Rolle des Kasperls schlüpfte und Benoît Marbach als „Guignol“ – hatten viel Spaß bei ihrer kurzweiligen Ansprache. Aus Abbach war aber noch mehr Prominenz märchenhafter Abstammung angereist: Gretel und Seppl, Großmutter und Räuber Hotzenplotz. Bei den Festreden der Bürgermeister betonte Gérald Eymard die Bedeutung einer solch engen Partnerschaft für Europa. Ein besonderer Dank ging dabei an die vielen ehrenamtlichen Komitee-Mitglieder, die in den 40 Jahren die Hauptarbeit für die Gestaltung der lebendigen Beziehung leisteten. Alle ehemaligen Komitee-Vorsitzenden beider Städte wurden namentlich genannt, viele von ihnen waren anwesend. Zum Andenken an die Mitbegründer der Partnerschaft, Marie-Claude Reverchon und seinen Vater Arno Seidl-Schulz, hatte Hermann Seidel-Schulz sieben Kästen Berghammer-Bier mit auf die Reise nach Charbonnières geschickt.

Viele der Bad Abbacher, die mit in die Partnerstadt gefahren waren, sind sangesfreudig. Für den Gala-Abend hatte sich unter der Leitung von Stephanie Specht ein Chor gebildet und sang eine Einlage. Foto:Sedlmeier
Viele der Bad Abbacher, die mit in die Partnerstadt gefahren waren, sind sangesfreudig. Für den Gala-Abend hatte sich unter der Leitung von Stephanie Specht ein Chor gebildet und sang eine Einlage. Foto:Sedlmeier

Als Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit, überreichten die Bad Abbacher Gäste dem französischen Komitee eine Beachflag mit dem gemeinsamen Partnerschaftslogo für seine Öffentlichkeitsarbeit. Und es wurden noch mehr Geschenke ausgetauscht. So wird in Kürze eine Jubiläums-Erinnerungstafel in Bad Abbach auf die 40-jährige Partnerschaft hinweisen. Das Gegenstück wird in Frankreich ebenfalls einen besonderen Platz finden. Die Tafel hat Gewicht. Genauso wie die freundschaftlichen Beziehungen beiden Gemeinden.

Bürgermeister Ludwig Wachs überreichte ein Bierfass, 300 Bierseidel mit Jubiläumslogo und eine gravierte Zapfgarnitur. Diese wurde auch gleich benötigt. Bürgermeister Gérald Eymard zapfte sehr gekonnt mit nur drei Schlägen an. Der Ausschank unterbrach kurzzeitig den eng getakteten Programmablauf. Trotzdem blieb noch genügend Zeit zum Feiern. Die Musikschule Chapoly unterhielt die ganze Gesellschaft mit genau 40 sehr abwechslungsreichen Musikstücken. So gab es auch gemeinsame Stücke mit dem musikalischen Import aus Bad Abbach Katharina Müller, Tobias Fehn und Torsten Wahode. „Die Stimmung war grandios, bis spät in die Nacht wurde getanzt“, erinnern sich die Bad Abbacher Besucher. Einlagen der beiden Komitees gönnten den Tänzern immer wieder kleine Pausen.

Freundschaft über Generationen hinweg

  • Erwachsene:

    Viele der Bad Abbacher, die mit in die Partnerstadt gefahren waren, sind sangesfreudig. Für den Gala-Abend hatte sich unter der Leitung von Stephanie Specht ein Chor gebildet und sang eine Einlage. Applaus brachte auch der „Schwarz-Weiß-Tanz“ von sieben Abbachern.

  • Jugend:

    Beim Besuch der Jugendlichen aus Charbonnières in Bad Abbach gab es ein reichhaltiges Programm für sie. Die jungen Leute waren in Gastfamilien untergebracht, die sich um sie kümmerten. An einem Tag gingen sie mit den Kindern der deutschen Familien zur Schule. 

  • Abschied:

    Nach ereignisreichen Tagen verabschiedeten die französischen Freunde ihre Gäste. Nicht nur der Himmel weinte. Trotz des dichten Programmes, gab es reichlich Gelegenheit, Zeit mit den Gastgebern zu verbringen. Viele Freundschaften sind in den letzten 40 Jahren entstanden.

  • Wiedersehen:

    Bei ihrem Besuch im Partnerort lernen der Jugendlichen die Kultur anderer europäischer Länder kennen. Trotzdem geht es ganz locker zu, wie hier beim gemeinsamen Besuch einer Pizzeria. Nächstes Jahr fahren deutsche Jugendliche wieder nach Frankreich. (lhl) 

Das europäische Pétanque-Turnier hätten die Besucher bei ihrem Bericht über die Reise lieber unterschlagen, wie Manuela Wahode vom Partnerschafts-Komitee bekannte. Der Wanderpokal ist nämlich leider nicht gewandert, sondern in Frankreich geblieben. „Was in Erinnerung bleibt, ist aber das fröhliche, großartige Familienereignis“ mit rund 100 Spielern in 34 gemischten deutsch-französischen Dreier-Mannschaften.

Die Ehre der deutschen Gäste haben dabei Lorenz Weger, Irmi Begemann und Jakob Gimmel hochgehalten, die mit ihren Teams die Plätze eins, zwei und drei belegten. Da sie aber jeweils zwei französische Mitspieler hatten, gingen die Punkte an Frankreich. Nach vier Jahrzehnten gibt es bereits viele freundschaftliche, fast familiäre Beziehungen unter Charbonnois und Abbachern. Durch die Herzlichkeit entstand auch bei „Ersttätern“ schnell ein guter Kontakt. Im nächsten Jahr gibt es ein Wiedersehen in Bad Abbach.

Die Jugend kommt nach

Bereits im April hatten französische Jugendliche Bad Abbach besucht. Einen Tag verbrachten sie mit den Kindern ihrer Gastgeber in der Schule, ansonsten standen für sie viele Ausflüge auf dem Programm. Besichtigungen, Wanderungen, Schwarzlicht Minigolf, Schwimmbad waren nur einige der Höhepunkte. Mit ihrem Besuch in Tschechien erkundeten sie auch ein weiteres europäischen Land. In Pilsen machten sie einen Altstadtbummel und schauten sich in einem wissenschaftlichen Zentrum um. Offensichtlich hat ihnen die Zeit in Deutschland und bei ihren engagierten Gastfamilien sehr gut gefallen.

Nach ereignisreichen Tagen verabschiedeten die französischen Freunde ihre Gäste. Nicht nur der Himmel weinte. Foto: Wahode
Nach ereignisreichen Tagen verabschiedeten die französischen Freunde ihre Gäste. Nicht nur der Himmel weinte. Foto: Wahode

Als die jungen Franzosen wieder zuhause waren, bekamen Dr. Jana Rothe und Friederike Schäfer, die für den Jugendaustausch zuständig sind, folgendes Mail mit den Kommentaren von Eltern und Jugendlichen: „Unsere Kinder hatten Sterne im Augen“, „Zwar ein bisschen müde, aber so begeistert !“, „Die Kinder sind so froh, sie wollen schon in zwei Jahren nochmal mitmachen.“, „Das war unsere beste Partnerschaftsreise“.

Mehr Aktuelles aus Bad Abbach lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht