mz_logo

Region Kelheim
Dienstag, 25. September 2018 15° 1

Unwetter

Straße weggeschwemmt – es wird teuer

Die Instandsetzung der Straße Keilsdorf-Felsenhäusl bei Riedenburg kostet laut Schätzungen 886 550 Euro plus Planung.
von Petra Kolbinger

von links Bürgermeister Siegfried Lösch, Riedenburg, Bürgermeister Jörg Nowy, Essing, Hauptamtsleiter Günther Wagner, Sebastian Pirzer, Bauamt.
von links Bürgermeister Siegfried Lösch, Riedenburg, Bürgermeister Jörg Nowy, Essing, Hauptamtsleiter Günther Wagner, Sebastian Pirzer, Bauamt.

Riedenburg. „Ich lag mit meiner ersten Schätzung gar nicht schlecht“, stellte Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung mit Blick auf das mittlerweile erstellte Zahlenwerk fest. Schon bei einer ersten Begehung mit seinem Essinger Amtskollegen, Jörg Nowy, Riedenburgs Hauptamtsleiter Günther Wagner, sowie Walter Schattat und Sebastian Pirzer vom städtischen Bauamt am Tag nach dem Fronleichnams-Unwetter, hatte Lösch angesichts der Verwüstungen vor Ort Instandsetzungskosten „im oberen sechsstelligen Bereich“ prognostiziert.

Diverse Begehungen später, liegt jetzt eine vorläufige Kostenschätzung vor. Unter dem Strich steht eine Summe von 886 550 Euro. Hinzu kommen Planungskosten in Höhe von rund 100.000 Euro. In der Summer ergibt das rund eine Million Euro. Darin enthalten sind ergänzende Maßnahmen für eine geregelte Niederschlagswasserableitung, damit ein Unglück wie dieses sich nicht in gleicher Tragweite wiederholt. Ob es Sinn macht, aus Kostenersparnisgründen auf diese hydraulischen Berechnungen und Maßnahmen zur Vermeidung von Unterspülungen verzichten, erscheint angesichts der häufigen Starkregenereignisse der jüngsten Vergangenheit fraglich. Fraglich auch, wer die Kosten für eine Felssanierung zu tragen hat.

Bauamtsleiter Walter Schattat berichtete; es seine eine regelrechte Sturzflut gewesen, die auf der 1988 gebauten Gemeindeverbindungsstraße Keilsdorf-Felsenhäusl von den Jurahochflächen ins Tal geschossen sei. „2,2 von 2,9 Kilometern Länge sind betroffen. Mitgerissenes Material hat die Entwässerung verstopft und Felsen instabil und eine Felssicherung erforderlich gemacht. Geologen und Biologen werden mit einem Gutachten beauftragt“, berichtete Schattat.

Laserscan-Verfahren

Vorgeschaltet ist aber zunächst eine Vermessung mittels Laserscan-Verfahren als Basis für sämtliche anstehenden Ingenieur-und Bauleistungen wie Ereignisdokumentation, Planung der Felssicherungsarbeiten, des Entwässerungskonzeptes und der Straßensanierung. „Wir müssen die begleitende Wasserführung der Straße unbedingt neu gestalten und Gräben und Retentionsflächen schaffen, Rohrleitungen neu dimensionieren und neu gestalten, damit sich so etwas nicht wiederholt!“ mahnte der Bauamtsleiter.

Nach Ansicht Löschs müsste der Freistaat Bayern sich finanziell einbringen. Die Felsformationen liegen auf dem Grund der Staatsforsten. Dem entgegen steht das Prinzip des Zustandsstörers und das ist die Stadt als Eigentümerin der Straße, die das Gelände veränderte und das Risiko damit auslöste. Generell sei Riedenburg aber alleine nicht in der Lage, die Kosten zu stemmen. Lösch berichtete, die Kostenberechnung gehe als nächstes an Landrat Martin Neumeyer, der Hilfe bei der Suche nach Fördertöpfen zugesichert habe. Man hoffe auf die Regierung, die einen Hilfsfonds für unwettergeschädigte Kommunen einrichten könnte. Bis die GVS Keilsdorf-Felsenhäusl wiederhergestellt ist, wird einige Zeit ins Land gehen. Bis dahin bleibt sie - auch für Radfahrer - gesperrt. Der Verkehr wird derzeit über Nußhausen, Prunn, die Kreisstraße KEH16 und Baiersdorf umgeleitet. Lösch gab bekannt, man versuche, die Straße aufzuschottern und provisorisch befahrbar zu machen, sobald die Untersuchungen abgeschlossen seien. Michael Brock (CWG) gab zu bedenken, dass dieses Material selbst bei geringen Regenmengen „sofort davonläuft“. Lösch entgegnete, man werde diese Maßnahme nicht gegen den Rat von Fachleuten ergreifen.

Wie es andernorts nach den Unwettern aussieht, lesen Sie hier.

Kritik an Breitbandausbau

Straßenschäden ganz anderer Ursache wurden im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau in der Großgemeinde bemängelt. Die von der Telekom mit den Verlegearbeiten beauftragten Firmen arbeiteten wenig sorgfältig, kritisierten etliche Ratsmitglieder. Breitbandpate Günther Wagner legte das Ergebnis der Markterkundung für den abschließenden Bauabschnitt 3 vor. Demnach verbleiben noch unterversorgte Bereiche in Pillhausen, Laubhof, Ried-Depot, die für rund 88 000 Euro Kosten für die Stadt aufgerüstet werden könnten. Die Stadt wird den Bedarf erfragen. Für Echenried, Grub, Lintlhof und Emmerthal wird Vektoring auf Kosten der Telekom eingerichtet.Der Auftrag für den Ausbau einer Teilstrecke der Gemeindeverbindungsstraße Thann-Zell wurde vergeben.

Weitere Berichte aus Riedenburg finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht