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Preise

Strom und Wasser werden teuerer

Neustadts Stadtrat hebt die Preise an. Wasserpreis war seit 2008 stabil gewesen, der Strompreis seit zwei Jahren.
Von Jochen Dannenberg

Ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung in Neustadt ist das Wasserwerk Eining. Regelmäßig wird die Qualität des Trinkwassers von Wassermeister Rudi Fischbach geprüft. Foto: Jochen Dannenberg
Ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung in Neustadt ist das Wasserwerk Eining. Regelmäßig wird die Qualität des Trinkwassers von Wassermeister Rudi Fischbach geprüft. Foto: Jochen Dannenberg

Neustadt a.d. Donau.Es geht aufs Jahresende zu. Viele Menschen fragen: Was bringt das neue Jahr? Die Antwort: Einiges wird teuerer. Auch in Neustadt. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung neue Preise für Strom und Wasser beschlossen.

Seit mehr als zehn Jahren war der Preis fürs Wasser nicht mehr geändert worden. Zuletzt hatte der Stadtrat den Preis fürs Wasser 2008 festgesetzt. Eine kräftige Erhöhung war deshalb vor der Sitzung am Montagabend zu befürchten. Wohl auch deshalb hatten sich einige Bürger im Rathaussaal eingefunden, um die Preisveränderungen aus erster Hand zu erfahren.

Minus bei der Wasserversorgung

Am Ende kam es viel harmloser als erwartet. Bürgermeister Thomas Reimer (SPD) wies darauf hin, das auch für die Wasserversorgung betriebswirtschaftliche Grundsätze gelten würden, weshalb es notwendig sei, kostendeckende Gebühren zu erheben. Zuletzt, so Reimer weiter, sei bei der Versorgung mit Wasser jedoch ein Minus entstanden. Insgesamt sei in den Jahren 2016 bis 2019 ein Defizit von rund 456 000 Euro aufgelaufen, was ein durchschnittliches Minus pro Jahr von 114 000 Euro ausmacht.

2005 wurden die alten Kessel im Wasserwerk Eining durch neue ersetzt. Foto: Jochen Dannenberg
2005 wurden die alten Kessel im Wasserwerk Eining durch neue ersetzt. Foto: Jochen Dannenberg

Deshalb hat die Stadt eine private Firma eingeschaltet, die die Wassergebühren für den Zeitraum 2020 bis 2023 ermitteln sollte. Deren Berechnungen ergaben, dass in diesem Zeitraum umlagefähige Kosten von rund 1,15 Millionen Euro entstehen. „Bei einem prognostizierten Wasserverbrauch von 860 000 Kubikmeter ergibt sich ein Wasserpreis von 1,33 Euro netto pro Kubikmeter.“ Bisher beträgt der Wasserpreis 1,15 Euro netto. Aufgrund einer Beschlusses des Werkausschusses, dem der Stadtrat in seiner Sitzung einstimmig folgte, wird der Wasserpreis zum 1. Januar jedoch nur auf 1,20 Euro netto angehoben.

Neue Preise einstimmig beschlossen

Auch der Strom wird teuerer. Ein Grund sind die erhöhten Einkaufspreise. Die letzte Preiserhöhung fand zum 1. Januar 2017 statt. Der Strompreis steigt jetzt in den Grundversorgungstarifen um netto 0,65 Cent pro Kilowattstunde. Auch diese Preiserhöhung wurde vom Stadtrat einstimmig festgesetzt.

Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden sind das zusätzliche Kosten von 27 Euro pro Jahr. Zum Vergleich: In Regensburg werden die Kosten für denselben Haushalt um 75 Euro steigen.

Neue Preise

  • Strom:

    Der Strompreis steigt in den Grundversorgungstarifen um netto 0,65 Cent pro Kilowattstunde.

  • Wasser:

    Der Wasserpreis wird zum 1. Januar auf 1,20 Euro netto angehoben.

„Wir liefern den Strom damit deutlich unter dem Preis, zu dem andere Anbieter in der Region nach Ihrer Erhöhung liefern werden“, stellte Bürgermeister Thomas Reimer (SPD) fest. CSU-Fraktionssprecher Thomas Memmel meinte: „Es ist sehr erfreulich, dass wir einen sehr attraktiven Preis bieten können.“ Was ihn und die CSU besonders freue, sei der Umstand, dass die Stadtwerke Neustadt, die den Strom liefern, keinen Unterschied zwischen der Lieferung an die Kernstadt und die Ortsteile machten. Memmel verband dies mit dem Wunsch, „dass wir dieses attraktive Angebot mehr bewerben“.

Nähe ist wichtig

Einig waren sich die Stadträte darin, dass es sinnvoll sei, die Stadtwerke zu erhalten. Es sei wichtig, einen Versorger in der Nähe zu haben. Zuletzt war dies ein größeres Thema in Neustadt vor sechs Jahren gewesen. Seinerzeit gab es Bestrebungen der Europäischen Union, die Trinkwasserversorgung zu liberalisieren. Zugleich forderten Neustadts Christsoziale damals eine Verbesserung der Stromversorgung durch die Stadtwerke. Das Ziel müsse sein, sagte Thomas Memmel seinerzeit, dass die Kilowattstunde Strom in Neustadts Innenstadt genauso viel koste wie in Hienheim, Eining oder Bad Gögging. Dann hätten Mitbewerber preislich kein Argument in der Hand. Bürgermeister Reimer hatte diesen Gedanken nie widersprochen. Er betonte regelmäßig die Eigenständigkeit der Stadtwerke.

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