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Bühne

Sweet Highlights: Geheimnissvolle Nächte

Theaterikone Angelika Süß hat sich wieder einmal ein außergewöhnliches Thema ausgesucht. Es geht um die Gleichberechtigung.
Von Wolfgang Abeltshauser

Die Schwestern träumen von einem aufregenderen Lebern. Foto: Abeltshauser
Die Schwestern träumen von einem aufregenderen Lebern. Foto: Abeltshauser

Abensberg.Wenn die Nächte länger werden, ist im Kreuzgang immer Premierenzeit. Denn dann steigt dort die Theatertruppe „Sweet Highlights“ auf die Bühne. Dahinter steht Urgestein Angelika Süß. Auch diesmal hatte sich die Abensberger Theaterikone einen geheimnisvollen Stoff ausgesucht. Bei dem es nicht zuletzt um die Gleichberechtigung der Frau geht. „Die Nächte der Schwestern Bronte“ ist er überschrieben.

Aber erst einmal waberten die Geheimnisse durch den Raum. Schon das Bühnenbild gab Anlass zur Spekulation. Drei Schreibpulte standen im Vordergrund. Dahinter waren Grabsteine zu sehen. Schnell war klar, um was es in dem Schauspiel ging – aber nur auf den ersten Blick. Da waren drei Schwestern, die in ihrem Haus zwischen Friedhof und Moor den Haushalt ihres Vaters führen. Der Pastor ist. Aber eigentlich wollen die drei ihre eigenen Wünsche und Träume ausleben. Eine Schule für Mädchen einzurichten – danach trachtet es die beiden Älteren.

Die Jüngere macht sich dagegen anscheinend keine Gedanken über ihre Zukunft. Sie lebt fröhlich in den Tag hinein. Bis eine ihrer Schwestern eines Tages Gedichte von ihr findet. Und höchst beeindruckt davon ist. So etwas dürfe nicht in der Schublade verschwinden.

Was es auch nicht tat. Denn dem Schauspiel liegt die wahre Lebensgeschichte der Schwestern Charlotte, Anne und Emily Jane Bronte zugrunde. Die in der Tat im Haushalt ihres Vaters, der Pastor war, lebten.

Angelika Süß betonte im Vorfeld der Aufführung, dass das Stück einen Blick auf die Welt der Frauen im 18. und 19. Jahrhundert wirft. Für die drei sei es im wahren Leben nicht so einfach gewesen. Der Durchbruch als Schriftstellerin sei damals alles andere als sicher gewesen. Letztendlich hatten die Drei Erfolg. Jedoch nur die Jüngere habe das auch noch selbst erlebt.

Schon lange Zeit schwebte es Süß vor, sich diesen Stoff vorzunehmen. Allein: Oftmals habe es an den richtigen Schauspielerinnen gemangelt. Mit Margarete Beck, Magdalena Damjantschitsch und Saskia Plötz waren schließlich die drei Richtigen gefunden.

Nicht nur schauspielerisches Talent benötigen die. Auch jede Menge Kondition ist notwendig. Denn ihre Bühnenpräsenz ist enorm. Es gibt kaum einmal eine Ruhephase hinter den Kulissen. Und die Pausen zwischen den einzelnen Bühnenbildern sind sehr kurz. Schon allein deshalb haben die Drei Respekt verdient.

Und sie schaffen es auch, den Besucher im Kreuzgang mit in ihre ganz eigene Welt zu nehmen. Der Applaus des Premierenpublikums kam da ganz zu Recht. Wer will, kann sich das Stück an diesem Wochenende noch zu Gemüte führen.

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