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Unterhaltung

Tausendundeine Nacht in Schwaig

Die „Schwoagerer Dorfbühne“ wagt sicht wieder an ein Märchen heran und begeistert damit einmal mehr ihre Besucher.
Von Martin Beck

Prinzessin Djamila (Corinna Bauer) schenkt Aladdin (Andreas Schmidt) eine Öllampe und das Abenteuer beginnt. Foto: Beck
Prinzessin Djamila (Corinna Bauer) schenkt Aladdin (Andreas Schmidt) eine Öllampe und das Abenteuer beginnt. Foto: Beck

Schwaig.Einmal mehr traut sich die Schwaigerer Dorfbühne an die Inszenierung eines bekannten Märchens heran. Bereits bei Betreten der Appel-Seitz-Stiftung taucht der Besucher ein in die Geschichte aus Scheherazades 1001 Nacht. Von Anfang an zeigt sich die Detailverliebtheit der Vereinsmitglieder.

Die, für Dekoration, Kostüme und Requisiten verantwortliche Antonia Bauer hat mit ihren Helferinnen und Helfern eine orientalische Umgebung geschaffen, in der sich nicht nur die Schauspieler sichtlich wohlfühlen. Auch die Zuschauer sind begeistert und werden immer wieder überrascht, durch die vielen, technisch ausgereiften Lösungen, mit denen Illusion und Schauspiel ineinanderfließen. Um Bildgestaltung und Technik kümmert sich Roland Bauer und hat sich mit den vielen farbenprächtigen Bühnenbildern wieder selbst übertroffen. Durch viele Projektionen, gemischt mit echten Dekorationen hat man oft den Eindruck, man befände sich vor einem großen Fenster und blickt auf einen großen, weitläufigen Marktplatz, eine tiefe Höhle oder in einen großen Prunksaal.

Alle Altersstufen sind auf der Bühne vereint

Die vielen Darsteller setzen sich aus einer gelungenen Mischung aller Altersstufen zusammen, die von Regieleiter Christian Hauber routiniert in Szene gesetzt werden. Es ist schon beeindruckend, wie er die vielen Darsteller miteinander interagieren lässt. Hauber selbst spielt den Bettler Fashin und führt mit launigen Erklärungen durch viele Szenen.

Auszeichnung

Verdienstmedaille für „König Hans“

Neustadts früherer 2. Bürgermeister Bauer wurde für seinen Einsatz insbesondere um die Appel-Seitz-Stiftung ausgezeichnet.

Die Hauptakteure Aladdin und Djamila werden durch Andreas Schmidt und Corinna Bauer verkörpert. Beide waren bei der Dorfbühne schon in verschiedenen Rollen zu sehen und bilden in diesem Stück das orientalische Traumpaar.

Zuweilen geht es auch bairisch zu

Nachdem Prinzessin Djamila unerkannt auf einem Markt eine billige Öllampe erwirbt, trifft sie Aladdin und verliebt sich in ihn. Auch Aladdin verliert sofort sein Herz an Djamila, die ihm zum Abschied diese Öllampe schenkt. Der böse Zauberer Basharat (Lukas Kiermeyer) hat es auf eine Zauberlampe abgesehen, braucht jedoch Aladdin, um an diese heran zu kommen. Der gefiederte Gehilfe des Zauberers, Sabu (Günter Kirmeyer) vertauscht die Lampen jedoch und so kommt Aladdin in den Besitz der Zauberlampe. Der Geist der Lampe, Dschinni (Fred Döring) muss anschließend Aladdin drei Wünsche erfüllen.

Info-Box

  • Aufführungen:

    Ursprünglich waren elf Aufführungen geplant. Aufgrund der großen Nachfrage wurden zwei zusätzliche Aufführungen terminiert.

  • Schauspieler:

    Insgesamt 45 Darsteller geben vielen Szenen den Flair orientalischer Geschäftigkeit.

  • Besucher:

    250 Besucher passen in den Saal, somit werden sich insgesamt 3250 Menschen die Aufführungen ansehen.

In witzigen Zwischenszenen sind die beiden Aasgeier Elfriede und Erna (Anne Gruner und Silvia Kiermeyer) zu bewundern, die zusammen mit ihrem Nachwuchs (Mia Gruner) auf eine potenzielle Mahlzeit warten.

Viele der Akteure können auch mit ihren Stimmen begeistern, wobei es bei den Gästen natürlich besonders gut ankommt, wenn bairische Strophen dabei sind. Wenn zum Beispiel der Sultan (Sebastian Liedl) sein Leid klagt, welches er mit seiner Tochter Djamila hat, die sich (bisher) nicht für einen Mann entscheiden wollte.

Der fliegende Teppich ist ein technisches Highlight

Ein Highlight, sowohl in technischer, schauspielerischer als auch gesanglicher Hinsicht ist wohl, wenn Djamila und Aladdin mit dem fliegenden Teppich vor dem Mond über der Bühne schweben und sich ihre Liebe zueinander eingestehen.

Man vergisst dabei fast, dass es sich bei der Schwoagerer Dorfbühne um eine reine Laiengruppe handelt. Hier wird mit viel Engagement und hohem persönlichem Einsatz immer wieder ein Maßstab gesetzt. Selbstverständlich sind die Rahmenbedingungen in Schwaig außerordentlich gut. Trotzdem braucht es einen ganzen Staat an Menschen, die vor und hinter der Bühne viel Zeit opfern um mit ihrem Theater zu begeistern. Wenn man aber nach der Aufführung in die Gesichter dieser Menschen blickt, weiß man: Es macht ihnen viel Spaß!

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