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Einsätze

Teenager als „Schutzschild“ missbraucht

Ein 21-jähriger Macheten-Täter hielt die Polizei beim Kelheimer Fischerfest in Atem. Beim Alten Hafen wurde er festgenommen.

Einen größeren Polizeieinsatz hatte es anlässlich es Fischerfestes gegeben. Im Bild die Polizei bei einem Einsatz auf dem Gillamoos. Archivfoto: Pieknik
Einen größeren Polizeieinsatz hatte es anlässlich es Fischerfestes gegeben. Im Bild die Polizei bei einem Einsatz auf dem Gillamoos. Archivfoto: Pieknik

Kelheim. Eine Bedrohung mit einer Machete anlässlich des Fischerfestes hatte am Freitagnachmittag einen größeren Polizeieinsatz in Kelheim ausgelöst. In der Fischerfest-Bilanz erwähnt die Polizeiinspektion (PI) Kelheim, dass dieser Vorfall „zweifelsohne als herausragendes Ereignis“ gewesen sei. Im Bericht sind weitere Vorfälle aufgelistet. „Sehr erfreulich ist, dass keinerlei Jugendschutzverstöße festgestellt und auch keine alkoholisierten Jugendlichen aufgegriffen wurden“, so die PI.

Laut Polizei gab es am Freitag anlässlich des Kindernachmittags ein größeres Polizeiaufgebot auf dem Festplatz beziehungsweise im Veranstaltungsumfeld. Gegen 15.40 Uhr traf eine Gruppe rivalisierender junger Männer beim dortigen „Boxer“ aufeinander. Der „Hauptakteur“, ein 21-jähriger Mann aus dem westlichen Landkreis, bedrohte einen 18-Jährigen aus dem Stadtgebiet mit einer mitgeführten Machete durch eindeutige Schnittbewegungen. Die Hiebwaffe hatte er zuvor in seinem Rucksack verstaut, um nicht gleich aufzufallen.

Zum Annähern an den Geschädigten „benutzte“ der Mann einen 14-Jährigen aus seiner Gruppe heraus als „Schutzschild“ und schob diesen vor sich her. Als dem Jugendlichen die Sache zu „heiß“ wurde, flüchtete er vom Festplatz. Wie die Polizei weiter mitteilte, ließ der Haupttäter, als er bemerkte, dass viele umstehende Passanten bereits auf den Vorfall aufmerksam geworden waren, von seinem Vorhaben ab und flüchtete ebenfalls vom Veranstaltungsgelände. Auf der Flucht schlug er einem, der anderen Gruppe zugehörigen 19-jährigen Mann, der ihm offensichtlich im Wege stand, ins Gesicht.

Waffe unter Karussell versteckt

Bei der anschließenden Tatortbereichsfahndung konnte der Täter auf einem Spielplatz in der Nähe des Alten Hafens festgestellt und vorläufig festgenommen werden. Unmittelbar vor seiner Festnahme entledigte er sich noch mitgeführter Betäubungsmittel, so die PI. Die von ihm benutzte Machete konnte bei seiner Festnahme nicht aufgefunden werden. Auch die Absuche seines vermeintlichen Fluchtweges verlief negativ. Die Hiebwaffe konnte letztendlich unter einem Kinder-Karussell am Festplatz aufgefunden werden. Der Hintergrund der Auseinandersetzung dürfte eine wechselseitige Körperverletzung zwischen Mitgliedern der rivalisierenden Gruppen sein, welche am ersten Tag des Fischerfestes stattfand, so die Polizei. Der 21-Jährige wurde nach Beendigung aller polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wird nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, vollendeter Körperverletzung und wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Die Mitteilung über die Bedrohung mit einer Machete löste einen größeren Polizeieinsatz mit mehreren Streifenfahrzeugen aus. Die PI Kelheim wurde u. a. von benachbarten Dienststellen und einem Diensthundeführer unterstützt.

Erwähnt sind im Sonderpressebericht zum Fischerfest auch folgende Vorfälle: Zum Auftakt am Mittwoch war es kurz vor 23 Uhr zu zwei Körperverletzungsdelikten auf dem Festplatz gekommen. Dabei waren, wie erwähnt, Mitglieder der beiden rivalisierenden Gruppen, beteiligt. Fest steht bislang, dass auch hier der 21-jährige „Hauptakteur“ einem 17-Jährigen aus dem Stadtgebiet einen Faustschlag ins Gesicht verpasst hatte, der leicht verletzt wurde. Ein weiterer Beteiligter, ein 19-Jähriger aus dem Stadtgebiet, wurde durch einen bislang unbekannten Täter attackiert und erlitt nicht unerhebliche Gesichtsverletzungen. Der Verletzte musste mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert werden. Die genaue Tatbeteiligung der einzelnen Gruppenmitglieder ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Am Samstag gegen 22.30 Uhr wurde eine 17-Jährige aus dem südlichen Kreis von einem ihr unbekannten jungen Mann angesprochen, der sie zum „Faustkampf“ aufforderte. Sie lehnte ab und erhielt sofort von dem Täter einen Faustschlag ins Gesicht, wodurch sie nicht unerheblich am Kiefer verletzt wurde und ärztlich behandelt werden musste.

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